Das göttliche Aufsehn über die Kirche bey einer Kirchen Visitation abgesungen.

By Johann Justus Ebeling

Der Vorsicht Auge schlummert nicht

Das über Zion wacht;

Weil es durch Finsternis und Nacht

Mit seinen Strahlen bricht.

Der Höchste will sein Zion stets erfreun,

Er sucht es heim, bekrönet es mit gnädigen Gedein,

Er lässet pflanzen, und durch das Begiessen,

Den Seegen spriessen.

Soll die Kirch in Seegen blühen;

So muß

Und bey seiner Vorsicht Walten

Durch die Lehrer sie erhalten:

Denn auf deren treu Bemühen

Folgt noch immer das Gedein.

Gott liebt die Seinen,

Und läst sein Wort zur Lehr, zum Leben,

Wie eine Leuchte scheinen;

Er wird auch ferner geben

Von seinen heilgen Höhen

Daß wir davon noch reiche Früchte sehen.

Es blüht zwar leider überall

Das Unkraut, das der Feind auf

Allein getrost! es liegt der Höllen Belial,

Und JEsus der ihn stürzt, der siegt

In seiner Majestät

Und dadurch wird zulezt das Unkraut doch bekriegt

Die Erndte kommt, da wird der Weizen herrlich

Das Unkraut in dem Feur das ewig brennt, vergehen.

O! segne Heiland deine Lehren,

Und gib zum Worte ferner Kraft;

O! laß die Jugend, laß die Alten,

Sich woll in Christenthum verhalten;

Und gib daß wir uns erst bekehren,

Eh uns der Tod von hinnen raft!