Das Höchste

By Clara Müller-Jahnke

Written 1882-01-01 - 1882-01-01

Was mir das Höchste ist, das sing ich nicht;

verschlossen bleibt des Herzens Heiligtum –

und seines Wesens keusches Siegel bricht

kein Beifallslächeln und kein Dichterruhm;

doch ist mein Schaffen nur von ihm belebt:

Wie in der Blüte Kelch, der Felsenglieder

granitner Pracht das Unsichtbare webt,

so strömt sein Hauch durch alle meine Lieder.