Das liebe-schiff Auf den hochzeitlichen ehrentag Hn: Johann Heins/ vnd jungfraw ...

By Johannes Plavius

Ob wohl zu dieser zeit da man nichts thut als krieget

Die schiffahrt vnd mit jhr fast aller handel lieget

Rüstt doch des vngeacht Cupido täglich aus

Sein schiff vnd reiset jtzt fast mehr als sonst von haus'.

Er hat ein seltsam schiff dran freundlichkeit das ruder

Der bord ist wanckelmuth die wände; mues vnd luder

Der boden; wunsch vnd wahn die stücke; ruhm vnd gonst

Der proviant darauff ist ehrbarkeit vnnd konst

Das förderschiff ist lust vnd vnlust ist der spiegel

Die jugend ist d' mast die tugend; fahn vnd fliegel

Das segel; lieblickkeit die augen; der compaß

Die hoffnung vnd geduld; der ancker vnd das glaß.

Der schiffer ist er selbst vnd hat die oberstelle

Der stewrman ohne stewr ist Hymen sein geselle

Die bootsmanschafft bedient manch tieff-verliebter gast

Die waar' ist ware lieb' vnd falcher schein; ballast.

Das meer ist stete müh vnd seine wilde wogen

Seind neid vnd wäscherey. (weh dem der wird betrogen

durch der Sirenen schaar daß er die klippen rührt

Des schiffbruch ist gewiss er ist vnd bleibt verführt)

Die klippen die man hat in dieser fahrt zu meiden

Seind vnzucht schande spott zu spate rew' vnd leiden

Der wind ist trew vnd ernst vnd treibet's schifflein fort

Bis an die eh' hinnan die ist der rechte port.

Sie ist der rechte port sie ist der rechte haven

In welchem frey erklärt Cupido seine schlaven.

Das ist der rechte port der euch herr bräutigam

Vnd auch der jungfraw braut zu stewre glücklich kam

An diesem port möcht jhr die segel künlich streichen

Vnd durch die nütze lieb' einn liebe-nutz erreichen

Geht schaffet ewren nutz nemt ewrer waaren war

Der handel ist vergönnt vnd ausser der gefahr

Das ist der rechte port da werdt jhr unverdrossen

Die tewre jungfrawschafft wol wissen aus zu lossen

Geht losset nun das schiff legt ewre waaren an

Vnd zeiget mit that das jhr profit gethan.