Das Queksilber.

By Johann Justus Ebeling

Ein glänzend Silberflus, der flüchtig sich zertrennt,

Den man erhaschen wil, doch Augen-

Und der Queksilber heist, giebt uns in seinen We-

Was Reichthum, Geld und Gut, aufs deutlichste zu

Es scheint ins Auge schön, weil es wie Silber

Und wird zu vielerlei gebrauchet und genüzt;

Wenn mans nicht wohl verwahrt; so fliegt es schnell

Es kan dem Wasser gleich, im Tröpfeln auch zerrin-

Wenn mans nicht recht gebraucht; so schadet es

Nach seiner Eigenschaft ist es in Klumpen schwer:

Die Güter dieser Welt sind scheinbar und vergnü-

Doch können sie auch leicht wie der Mercur verflie-

Wenn man mit Klugheit nicht dieselbigen verwahrt,

Und sie mit Sorgfalt nicht, zum künftgen Nuzzen

Man braucht dieselbigen zu vielen in der Zeit,

Sie sind das Element das in der Eitelkeit,

Das Leben unterhält. Der Misbrauch wirkt Be-

Es kan das schnöde Geld ein Gift der Seelen wer-

Und eine schwere Last die unser Herze drükt,

Wenn man dasselbe häuft, und es dadurch zerstükt.

O! wol dem der da lernt beizeiten zu erkennen,

Daß aller Reichthum sey Queksilber zu benennen.

Wie bald zerschmelzen sie in des Verschwenders Hän-

Die sie bald hie bald da ich weis nicht wie anwenden.