Das über Sr. Chur-Fürst. Durchl. zu Hannover beglückte Zurückkunfft vom Rhein/ho...
Written 1697-01-01 - 1697-01-01
Welch ungemeiner Glantz will unsre Brust bestrahlen
Welch Sonnen-reines Licht mag unsre Felder mahlen
Und füllt durch seinen Schein das Chur- und Fürsten-Hauß!
So rief Hanover jetzt mit seinen Landen aus.
Wie? sprach die Tugend drauf die mit zurück gekommen
Ist dein Erlauchter Held dir aus der Brust genommen
Da Ihn des Reiches Noth aus deinen Augen trennt?
Nein nur die Freude fragt die keines gleichen kennt.
Die Freude weiß sich nicht vollkommen auszulassen
In Augen Schoß und Land den Fürsten einzufassen
Der dich zu reicher Lust und höchstem Ruhm gebracht
Und als ein Salomon vor deine Ruhe wacht.
Diß ist beglücktes Land der Chur-Fürst von den Welfen
So dir zu allem kan durch Seine Klugheit helffen;
Er hält den Feind zurück denn kommt Er daß Er sieht
Ob noch die güldne Zeit in seinen Landen blüth.
Komm Großer Fürst und Herr betrachte diese Gaben
Die wir von deiner Hand und weisen Anstalt haben.
Vernim wie sich dein Lob in allen Stücken zeigt
Das weder Berg noch Thal noch Land und Stadt verschweigt
Die Berge sind beglückt und mehr als Pindus Höhen
Ob gleich die Musen da mit ihren Liedern stehen:
Weil man den Uberfluß (davon die Muse lebt
Und der so sie beschützt) in ihren Klüfften gräbt.
Die Thäler blühen auch von angenehmer Weide;
Das Wild bewohnt den Wald; das Feld trägt sein Geträyde;
Die Brunnen geben Saltz; die Weser ist beschifft,
Man sieht daß alles hier des Himmels Seegen trifft.
Die Themis heißt die Ruh in unsern Städten bleiben;
Die Ruhe macht daß man kan sein Gewerbe treiben.
Und diese Ruhe wächst weil deine Klugheit blüth
Und auf Magneten Art die Wohlfarth an sich zieht.
Mars eifert zwar mit uns und hat sich stets gepriesen
Daß er dir auch den Weg zur Ewigkeit gewiesen.
Wahr ist es was dein Hauß dein Helden Hauß gethan
Dein unerschrockner Muth das schreibt man ewig an.
Allein das ist vielmehr: Wenn deine große Güte
Dein allzeit kluger Rath Dein väterlich Gemüthe
Und was sonst unsern Staat vor anderen erhebt
Als wie Trajani Ruhm an allen Orten lebt.
In diesem Stande hast du Herr uns angetroffen.
Wir waren recht beglückt und konten nichts mehr hoffen
Als deine Gegenwart die uns nunmehr ergetzt
Und die Vollkommenheit zu unsrer Wonne setzt.
Wir können nichts als dis zu unsrem Wohl erdencken:
Der Himmel wolle dir auch das Vergnügen schencken
Daß dich Dein treues Land mit Ehrfurcht so erfreut
Als du dasselbe hast mit Freuden überstreut.
Daß deiner Jahre Zahl die Stuffen mag ersteigen.
Worauff sich Ehr und Ruhm und deine Klugheit zeigen.
Daß wie die Tugend dir des Glückes Thron gebaut
Sich dein Erlauchtes Hauß noch mehr als Fürstlich schaut;
Daß Gott erhöre doch den Wunsch getreuer Hertzen
Wir unter Dir noch mehr im Glück und Friede schertzen
Daß Du der Vater bleibst (ihr Sternen stimmt mit ein)
Wir aber länger noch Augusti Kinder seyn.