Das Verlohrne Paradies. Vierter Gesang.

By John Milton

O! wo ist itzt die warnende Stimme, die laut durch die Himmel

Jener rufen gehört, dem

Damals, als auf der zweyten Flucht, der grimmige Drache

Wüthend vom Himmel herabkam, sich an den Menschen zu rächen.

wehe! der Erde Bewohnern Nach Offenbar. Joh. XII. 12. Wehe denen, die auf Erden woh- nen, und auf dem Meer, denn der Teufel kömmt zu euch hinab, und hat einen großen Zorn. N.! daß itzo, indem es noch Zeit war,

Unsre Stammeltern vor ihm gewarnt, und von dem Herannahn

Jhres geheimen grimmigen Feindes benachrichtigt, also

Jhm entgangen wären, vielleicht dem tödtlichen Netze

Also entgangen wären! Denn itzt kam

Von der heftigsten Wuth entflammt. Jtzo der Versucher,

Dann der Verkläger des Menschengeschlechts

Auf die Erde herab, sein erstes verlohrnes Treffen,

Und die schimpfliche Flucht nach der Höll’, am unschuldigen Menschen,

Am gebrechlichen Menschen, zu rächen. Doch freut er sich wenig

Wegen der kühnen eiligen Reise, so unerschrocken

Er in der Ferne gewesen; er hat auch zu pralen nicht Ursach,

Da er das grausame Werk itzt beginnt. Der Ausführung nahe,

Wallt es in seiner aufrührischen Brust, und schlägt auf ihn selber,

Als ein teuflisches Werkzeug, zurück. Die verwirrten Gedanken

Werden von Grausen und Zweifel zerrissen, die in ihm die Hölle

Von Grund auf entzünden; Denn er bringt mit sich die Hölle,

In sich, und rund um sich her; und durch die Verändrung des Ortes

Kann er der Hölle so wenig, als wie von sich selber entfliehen.

Das Gewissen weckt itzt die Verzweiflung, die in ihm geschlummert;

Weckt in ihm die bittre Erinnrung des vorigen Zustands,

Was er war, was er ist, und was ihm noch schlimmers bevorsteht,

Denn auf schlimmere Thaten erfolgen noch schlimmere Strafen.

Manchmal lenkt er voll Gram die traurigen Blicke gen

Das itzt in lachender Anmuth ihn im Gesicht lag; und manchmal

Nach dem Himmel hinauf, und nach der hellglänzenden Sonne,

Die erhaben itzt saß in ihrem mittäglichen Thurme

Voll von tausend Gedanken, beginnt er drauf also mit Seufzen:

Du, mit ausnehmendem Glanze

Von dem hohen monarchschen Gebiet, als wenn du der Gott wärst

Dieser neuerschaffenen Welt; vor welcher die Sterne

Jhre dunkelern Häupter, so bald du hervorgehst, verhüllen;

An dich wend’ ich die Stimme, doch nicht die Stimme des Freundes,

Und ich nenne mit Namen, dich Sonne; damit ich dir sage,

Wie mir deine Stralen verhaßt sind, die in das Gedächtniß

Meinen vorigen Zustand mir bringen, von dem ich gefallen!

O wie glorreich war er! wie war er ehmals erhaben

Ueber deiner Sphäre, bis daß der verderbliche Hochmuth,

Und noch schlimmere Herrschsucht, mich so zu Boden gestürzet,

Da ich verwegen im Himmel den König des Himmels bekriegte,

Dem kein anderer gleicht. Und ach! warum? Er verdiente

Keine solche Vergeltung von mir, da Er mich geschaffen,

Was ich war, so glänzend, so hoch erhaben, und niemals

Seine Güte mir vorwarf! Auch wars nicht schwer ihm zu dienen!

Was war leichter, als ihn mit Lob und Dank zu bezahlen.

Eine so leichte Vergeltung! Wie billig war sie! Und dennoch

Ward in mir alle sein Gutes zu lauter Bösem, und brachte

Lauter Verderbniß hervor. So hoch erhaben, verdroß mich

Unterwerfung. Noch höher, nur Eine Stufe noch höher,

Dacht’ ich der Allerhöchste zu werden, und dachte sogleich auch

Von der endlosen Dankbarkeit unermeßlichen Schulden

Mich zu befreyn; so schwer, auch wenn sie bezahlt worden, doch noch

Jmmer schuldig zu bleiben, vergaß ich was ich beständig

Von ihm empfieng, und sah es nicht ein, daß ein dankbar Gemüthe,

Wenn es die Schuld erkennt, nichts schuldig ist, immer bezahlet;

Zwar in Schulden fällt, doch auch zugleich die Schulden entrichtet Nach dem Cicero, Gratiam autem et qui retulerit, habere, et qui habeat, retulisse. Bentley..

Welche Last denn? O hätte mich doch sein mächtiges Schicksal

Zum geringern Engel gemacht, so stünd ich vielleicht noch

Glücklich; und täuschende Hoffnung, die keine Schranken mehr kennet,

Hätte nicht meinen Ehrgeiz erregt. Doch warum nicht? Wer weis es,

Ob nicht ein andrer Geist, so mächtig, wie ich, sich empöret,

Und alsdenn mich geringern auf seine Seite gezogen?

Aber andre Mächte, mir gleich an Glanz und an Größe,

Sind nicht gefalln, und stehn unerschüttert; von innen und außen

Wider alle Versuchung gestählt. Hattst du denn denselben

Freyen Willen, dieselbe Macht, zu stehn? Ja du hattst sie!

Wen oder was denn kannst du verklagen, was sonst, als des Himmels

Freye Liebe, die allen gleich mitgetheilt wird. — So sey denn

Seine Liebe verflucht, da Haß und Liebe mir gleich ist,

Und zu ewger Pein mich verdammt, — doch nein, sey du selber,

Sey du selber verflucht, da du freywillig erwählet,

Wider seinen Willen erwählt hast, worüber du itzo

Dich mit so viel Rechte beklagst. Wie soll ich, Elender,

Seinem unendlichen Zorn entfliehn — der Verzweiflung entfliehen,

Die mich beständig verfolgt! Wohin ich flieh, ist die Hölle;

Ich bin selbst mir die Hölle! und in der tiefesten Tiefe

Find ich noch eine tiefere Tiefe, die, mich zu verschlingen,

Jhren drohenden Schlund mir immer eröffnet. Die Hölle

Die ich leide, scheint gegen sie Himmel! Ergieb dich denn endlich!

Ist kein Platz für die Reu, ist keiner für die Vergebung

Uebrig gelassen? Nein keiner, als durch Unterwerfung. Mein Hochmuth

Untersagt mir dies Wort; die Furcht vor der Schande verbeut mirs

Bey den Geistern dort unten; Ich habe mit andern Versprechen

Sie verführt, mit anderm Prahlen, als Unterwerfung,

Da ich mich, den Allmächtgen zu überwinden, gerühmet.

O ich Armer! Sie wissen es wenig, wie viel mich dies stolze,

Dieses vergebliche Prahlen kostet, und wie ich inwendig

Unter den tiefsten Quaalen erliege, wenn sie mich mit Ehrfurcht

Auf dem Throne der Höllen anbeten. So hoch mich mein Zepter,

Und dies Diadem, vor andern erhebt, so viel tiefer

Fall ich herab; der Oberste zwar, jedoch nur im Elend.

Solche Freude findet der Ehrgeiz. Doch wenn ich zur Reue

Mich entschließen könnte, wenn ich durch Gnad und Vergebung

Meinen vorigen Zustand erlangte; wie würde die Höh bald

Wieder hohe Gedanken erwecken; und bald wiederrufen.

Was Unterwerfung verstellt geschworen! wie würd ich im Glücke

Meine Gelübde für leer, und für erzwungen, erklären,

Die ich im Unglück gethan! (Wahrhafte Versöhnung kann nimmer

In dem Herzen wachsen, von Wunden des tödtlichsten Hasses

So durchdrungen) zu schlimmerm Zurückfall, zu schwererm Hinabsturz,

Würde mich dieses nur leiten. So würd ich mit doppelten Schmerzen

Theuer den kurzen Stillstand erkaufen. Dies weis mein Bestrafer,

Und ist deshalb so wenig geneigt mir Frieden zu geben,

Als ich geneigt bin, von ihm ihn zu betteln. So ist denn die Hoffnung,

Alle Hoffnung gänzlich verlohren! Und siehe! statt unser,

Die wir verstoßen, ins Elend gejagt sind, sein neues Vergnügen,

Dieses geschaffne Geschlecht der Menschen; und für dies Geschlechte

Diese herrliche Welt. — So fahre denn wohl, o Hoffnung,

Fahre, wohl, o Furcht, und du, o Reue! Für mich ist

Alles Gute verlohren; sey du mein Gutes, o Uebel!

Wenigstens werd ich durch dich das Reich mit dem König des Himmels,

Theilen; vielleicht auch durch dich noch mehr als die Hälfte regieren,

Wie in kurzem der Mensch und diese Welt soll erfahren!

Als er so sprach, ward sein Antlitz von jedem Affekte verdunkelt,

Und erblaßte dreymal vor Zorn, und Neid, und Verzweiflung

Sein geborgtes Gesicht ward entstellt, und hätte verrathen,

Daß es nachgemacht sey, wenn irgend ein Aug’ ihn gesehen.

(denn von solchen häßlichen Trieben sind himmlische Seelen

Allezeit heiter.) Er nimmt sich deshalb in Acht, und besänftigt

Jeden Sturm des Gemüths in tiefer Stille von aussen

Des Betrugs Erfinder, er war der erste, der Falschheit

Unter heiligem Scheine verübt; die tiefeste Bosheit,

Schwanger von Rachgier, zu verbergen. Doch hatt’ er genug nicht

Sie verübt, den einmal gewarnten Wächter der Sonne,

Uriel, zu betriegen. Er war mit forschenden Blicken

Seinen Weg ihm herunter gefolgt, und sah ihn entstellet

Auf dem

Jemals es werden können. Er sah die wilden Geberden,

Und sein tobend Betragen, indem er allein, unbemerket,

Ungesehen, zu seyn sich schmeichelt. So eilet er weiter,

Und kömmt an die Gränzen von Eden, wo itzo voll Anmuth

Näher das Paradies mit einer grünen Umfassung

Einer Landwehr gleich, das Haupt einer felsichten Wildniß

Krönte, deren haarichte Seiten mit dicken Gesträuchen

Ueberwachsen, grotesk, und verwildert, den Zugang versagten.

Hohe dunkele Schatten, von unübersteiglicher Höhe,

Ragten über dem Haupt hervor; die Ceder, die Tanne,

Und die Ficht’, und die Palme mit weitverbreiteten Zweigen,

Eine waldichte Scene; und so wie Schatten auf Schatten

Stufenweis aufsteigen, standen sie da, ein Waldtheater,

Von dem prächtigsten Anblick. Weit über die schattichten Gipfel

Ragte der grünende Wall des Paradieses herüber.

Unser Stammvater schaute von da mit offener Aussicht

In sein niederes Reich, das nachbarlich rund um ihn herlag.

Höher noch, als der Wall, stand eine zirkelnde Reihe

Mit den schönsten Früchten beladner herrlichen Bäume.

Frucht und Blüthe sah man zugleich, von güldenem Glanze,

Mit dem bunten Schmelze der muntersten Farben vermischet.

Auf sie drückte weit freudger die Sonne die lachenden Stralen,

Als bey ihrem Abschied in schönen Abendgewölken;

Oder im feuchten Bogen, wenn Gott die Erde getränkt hat.

So voll Anmuth erschien hier die Landschaft. Aus reinen Lüften

Kam er in reinre. Sein Herz empfand ein solches Vergnügen,

Solche Frühlingslust, die fähig war, alle Betrübniß

Zu vertreiben, nur nicht die Verzweiflung. Nun schüttelten sanfte

Lispelnde Lüfte die Schwingen, mit süßen Gerüchen beladen,

Und verstreuten gewachsenes Rauchwerk; und flisterten säuselnd,

Wo sie die Balsambeute geraubt. Wie Seefahrer fühlen,

Wenn sie das

Und nun

Weht der Nordostwind sie itzt vom spezereyvollen Ufer

Des

Sind sie doch mit dem Verzug wohl zufrieden. Der

Manche Meile lang fort, am holden Geruch sich ergötzend.

So ergötzte sich

Welcher sie zu vergiften itzt kam, obgleich sie ihm besser

Als dem

Sohn und seiner Verlobten ihn trieb, als, ihn zu bestrafen,

Er nach Aegypten gesandt ward, mit festen Ketten gebunden.

Satan hatte nunmehr in tiefen Gedanken, und langsam,

Sich dem Aufgang des steilen verwilderten Hügels genahet,

Aber fand keinen weitern Weg; so dick in einander

Waren die zackigten Sträucher, und dichten Gebüsche verwachsen,

Einer fortlaufenden Hecke gleich; daß Menschen, und Thiere,

Die hier giengen, nicht durchbrechen konnten. Nur eine Pforte

War hier, die auf der andern Seite nach Osten zu schaute.

Als der Erzverräther sie sah, verschmäht er verächtlich

Den gehörigen Eingang, und sprang mit fliegendem Sprunge

Ueber alle Hügel, und über die höhesten Wälle,

Und ließ innerhalb sich auf seine Füsse hernieder.

Wie ein räubrischer Wolf, den nagender Hunger nach Beute

Forttreibt in fremde Bezirke, wo wachsam die Schäfer am Abend

Jhre Heerden auf sichern Gesilden, in feste Schranken

Eingesperrt halten, mit leichtem Sprung über niedrige Hürden

In die Heerde hinabspringt; und wie ein Dieb, der die Kisten

Eines wohlhabenden Manns zu plündern gedenket; die Thüren

Stark, und massiv, sind wohl verwahrt mit eisernen Stangen;

Keinen Anfall fürchtend; er aber steiget zum Fenster,

Oder zum Dach herein. So stieg er, der Erste, große

Räuber in Gottes Schaafstall, so steigen die Miethlinge nachher

In die Kirche des Höchsten. Jtzt flog zum Baume des Lebens

Satan aus; (er stand in der Mitte der höchste der Bäume)

Und saß auf demselben gleich einem Meerraben

Aber erlangte dadurch nicht wahres Leben

Weissagend allen, die lebten; auch dacht er nicht an die Tugend

Dieser lebengebenden Pflanze; zur Aussicht allein nur

Braucht er, was besser genutzt, ein Pfand der Unsterblichkeit für ihn

Wäre geworden. (So wenig weis jemand, als Gott nur, den Werth oft

Eines Gutes, das vor ihm liegt; die nützlichsten Dinge

Werden, wo nicht zum schlimmsten, zum kleinsten Gebrauch oft verkehret:)

Unter sich sah er nunmehr mit neuem Wunder den Reichthum

Und die Schätze der ganzen Natur; im engen Bezirke

Lagen sie offen vor jedem Vergnügen der menschlichen Sinnen,

Und es schien hier ein Himmel auf Erden. Denn Gottes Garten

War das glückliche Paradies, von ihm in dem Osten

Edens gepflanzt 1 B. Mos. II. 8. Und Gott der Herr pflanzte einen Garten in Eden gegen den Morgen. Auran Haran, Charran, oder Charrä eine Stadt in Mesopotamien, am Euphrat. Seleucia, eine Stadt vom Seleucus, einem Nachfolger Alexanders des Gros- sen an dem Tigris erbaut. N.. Und Eden versteckte sich ostwerts von Auran

Bis zu den Königsthürmen der großen

Von den

Lange zuvor in

Seinen noch schönern Garten im schönsten Boden gepflanzet.

Alle Bäume der edelsten Art, sowohl für die Augen,

Als den Geruch, und Geschmack, entsproßten dem fruchtbaren Erdreich

Auf sein Wort; — und in der Mitte stand unter denselben,

Hoch erhaben, der Baum des Lebens; Ambrosische Früchte

Reifenden Goldes blühten auf ihm; es wuchs nächst am Leben

Unser Tod, der Baum der Erkenntniß; des Guten Erkenntniß

Durch die Erkenntniß des Uebels nur allzutheuer erkaufet.

Südwerts rauschte durch

Hielt er den Lauf, und floß, vom dürren Sande verschlungen,

Unter den waldichten Hügel hindurch; denn dieses Gebirge

Hatte Gott über dem reißenden Strom, dem Garten zum Grunde

Hoch erhaben; der Fluß quoll durch die Adern der Erde,

Aufgezogen mit lieblichem Dufte, hervor, als ein Springbrunn,

Welcher mit manchen rieselnden Bach den fruchtbaren Garten

Wässerte, bis er vereint den steilen Hügel hinabschoß,

Und sich unten zum Strome mischte, der itzo von neuem

Aus den finsteren Grotten, die er durchflossen, hervorkam.

In vier Hauptflüssen

Durch so manches berühmte Reich, wovon zu erzehlen

Hier nicht nöthig ist, nöthiger wär es, wofern es die Kunst nur

Abzuschildern vermöchte, wie aus dem saphirnen Brunnen

Die sich kräuselnden Bäch’, in labyrinthischen Krümmen,

Unter hangenden Schatten, sich über Perlen und Goldsand

Rollten, und Nektar rannen; der jede Pflanze besuchte,

Jede Blume nährte, des Paradieses so würdig;

Welche die feinste Kunst nicht auf Beeten, und zierlichen Feldern,

Sondern allein die gütge Natur verschwendrisch hervorbringt

Auf den Ebnen, im Thal, und auf dem fruchtbaren Hügel,

Da wo die Morgensonne zuerst die offenen Felder

Sanft erwärmt, oder da, wo undurchdringliche Schatten

Kühle mittägliche Lauben schwärzen. Der Ort war also

Ein anmuthiger Landsitz von mancher lachenden Aussicht.

Lustwälder, wo die köstlichen Bäume wohlriechendes Gummi,

Oder Balsam weinten; von andern hiengen die Früchte

Glänzend mit güldenen Schaalen voll Anmuth herunter; hier wurden

Die Hesperischen Fabeln wahr, hier allein, oder nirgend.

Früchte vom schönsten Geschmack. Es lagen blumichte Wiesen,

Lachende Auen, zwischen den Wäldern, mit grasenden Heerden.

Oder Palmenhügel, und manche gewässerte Thäler,

Schlossen den Blumenschooß auf, und zeigten die duftenden Schätze,

Blumen von allen Farben, und ohne Dornen die Rose.

An der andern Seit’ erblickte man schattichte Höhlen;

Grotten mit kühlen Gemächern, worüber der fruchtbare Weinstock

Seine purpurnen Trauben verspreitet, und anmuthsvoll fortkriecht,

Murmelnde Wasser fallen indeß die Klippen herunter,

Welche sich theilen, oder im See die Fluthen versammeln,

Der dem Ufer, mit Myrthen gekrönt, den krystallenen Spiegel

Vorhält; die Vögel erheben dazu die melodischen Chöre;

Und die süßesten Lüfte, holdseelige Frühlingslüfte,

Welche die holden Gerüche der Fluren und Wälder aushauchen,

Stimmen dazu mit sanftem Geräusche die zitternden Blätter.

Mit den Gratien, und mit den Stunden, in Tänze geschlossen,

Leitet der allgemeine

Ueber die Fluren einher. Die schönen Gefilde von

Wo Proserpina Blumen gepflückt, und selbst als die schönste

Blume vom dunklen Dis gepflückt ward, welches der Ceres

Durch die Welt sie zu suchen so vielen Kummer gekostet,

Noch der liebliche Hayn vom

Noch auch jene begeisternde Quelle

Mit dem Paradiese von Eden streiten; so wenig

Als die Nyseische Insel vom Flusse Triton umgürtet,

Wo der alte

Oder den

Mit ihr, ihren blühenden Sohn, den jungen

Seiner Stiefmutter

Abyssiniens Söhne verborgen die Jugend durchleben,

Amara, das Gebirge, von vielen für das wahrhafte

Paradies gehalten, nah an der Quelle des

Unter der

Von helleuchtenden Klippen von Bergkrystall, eine ganze

Lange Tagreise Joch; von diesem Assyrischen Garten

Noch viel Meilen entlegen — der Feind sah alles Vergnügen

Hier mit Mißvergnügen; und aller Geschöpfe Geschlechter,

Die dem neugierigen Blick noch so neu und ungewohnt waren.