Das wundernswürdige Verhältnis der Theile des menschlichen Körpers, welches sie ...
Daß unser Körper sey des Schöpfers Meisterstük
Draus seine Weisheit strahlt, lehrt
Die Ordnung, Lage, Größ von
Die an dem Leibe ist. Wenn wir
Wie herrlich im Gesicht, die Theile sind gefaßt,
Nach der Proportion so weislich abgepaßt;
Wie sich der Kopf und Leib nach Läng und Breit
So merkt man sichtbarlich des Schöpfers weises
Das bei der Bildung wacht; Sieht man wie wir
Und wie des Leibes Bau so richtig aufgeführt,
Wie Regelmäßig sich ein Glied zum andern schik-
So ist des Meisters Bild auch darin abgedrük-
Es scheint als wenn der Mensch, wenn man ihm
Nach einen Zirkelschlag und Masstab sey gemacht;
Dies lehrt uns daß ein
Man seh den Leib nur an; aus allen kan man ken-
Daß uns ein weiser HErr zum Schönheits Bild
Jhr Zweifler! die ihr dies nicht wollet eingestehn;
Sagt: Ob ein Ohngefehr so Kunstreich uns gefü-
Das Haupt und Leib und Fuß nach dem Verhält-
Wenn ihr euch dieses kühn zu sagen noch getraut;
So glaubet ihr auch leicht, ein Haus das schön ge-
Körpers ausgemessen, bemerken, daß einjeder sechs- mahl länger sey, als er breit ist, zehnmahl so lang als er auf seiner Brust dik ist, viermahl so lang, als seine Hand bis an den Ellenbogen reichet. Eben so lang, als er mit seinem beiden Armen abspannen kan. Ein jeder Mensch ist sechsmahl so lang als sein Fuß ist, vier und zwanzigmahl so lang, als seine ausge- strekte platte Hand, zwei und siebenzigmahl so lang, als sein Daumen breit ist, sechs und neunzigmahl so lang als sein Finger breit ist u. s. w. Es kommen also mehr als hundert tausend Verhältnisse des einen Gliedes an den Körper gegen das andre heraus, wenn man sie alle ausrechnen wolte. Und diese sind bey allen ge- sund gebohrnen Menschen richtig, und treffen durch- gehends sehr genaue ein.
Sey von sich selbst gemacht. Habt ihr das je gese-
Kan aus der Unordnung von selbst die Ordnung ge-
Jhr Thoren schämet euch, ihr wollet weise seyn,
Wie reimt sich dieser Schlus mit euch? sehr unge-
Jhr meint ein weiser muß was sonderbahr erfinden;
Drum wollet ihr ein Nichts, und Etwas auch ver-