Daß die Wollthat GOttes, die er uns bei der Erndte bewiesen, vie- len eine unerk...
Als ich zur Erndte-Zeit der Fel- der reiffe Lust,
Zur Weide des Gemüths, in
Ergözte sich das Herz in der
Als ich den Landman sah, wie
Der Halmen dichte Saat, die
Und von der Körner Last sich fast zu Boden lenkte,
Schien wie ein wallend Meer, nach dem der Luft-
Der in gar sanften Zug sich durch die Aehren dreng-
Der Siecheln blanker Strahl, worauf die Sonne
Von starker Schnitter Hand, bald so bald so re-
Erwekte durch den Blik mir manches Sinnenspiel:
Doch ward ich allemahl dadurch zu
Die Andacht regte sich, bei diesem Seegensblik,
Die Felder schienen mir gleich aufgeschlagnen Blät-
Ich laß des Schöpfers Grös auf jedem Akkerstük;
Die Halmen dienten mir stat der geschriebnen Let-
Ich fand hier überall, im Lesen nur allein:
Der dieses Feld gebaut, erfüllt mit Frucht und Saa-
Daß muß ein grosser HErr voll Güt, Macht, Weis-
Ein grosser Jehovah, ein
Mein Mensche denke nur, was thut ein Akkers-
Er sät den Saamen aus, verscharrt ihn in die Er-
Wer giebt die Treibekraft, die er nicht geben kan,
Daß Korn in ihren Schoos ersterbend fruchtbar
Betrachte dieses nur: So gleich erblikkest du:
Es muß ein solcher seyn, von dem das her entsprin-
Und giebest du mir dies, als eine Warheit zu;
So frage wer ist es, der uns die Früchte bringet?
Da zeigt der Schöpfer sich an seiner Kreatur,
Mit seiner Herrlichkeit, die man bewundernd mer-
Man sehe nur ins Feld des Reiches der Natur:
So wird man davon gleich auf manche Art bestär-
So wie der Schein bezeugt, der Sonnen güldne
Wenn ihre Fenerkraft uns in die Augen strahlet;
So strahlt auch
Das seine Herrlichkeit uns vor die Augen mahlet.
Wie wunderbar ist es, wenn man ein Körnchen
Daß durch den Nahrungssaft sich auseinander
In einem schlanken Halm durch seinen Boden zieht,
Und in der Aehren-Kopf zu vielen Körnern spriesset!
Muß man die weise Macht nicht daran sichtbahr
Wenn man nur aufmerksam dies alles überdenket?
Muß man nicht Ehrfurchtsvoll und überzeugt ge-
Daß
Die ewge Gütigkeit, die das was lebt, ernährt,
Die überschüttet uns mit Seegensreichen Halmen,
Drum Menschen danket dem, der euch dies hat be-
Mit Herzen und mit Mund, preißt ihn mit Lob und
Allein so sichtbahrlich das Seegensreiche Feld
Den Brunnen alles Guts den Schöpfer abgedrük-
So deutlich er darauf sein Daseyn vorgestellt;
So wird er dennoch nicht wie sichs gebührt, erblik-
Man sieht gemeiniglich die Feldfrucht darum an,
Ob ihre Körner schon in denen Aehren reiffen:
Und ist dies erst geschehn; so geht der Akkersman
Die fette Halmenfrucht in Mandeln aufzuhäuffen.
Er denkt, daß komme her von seinem sauren
Den er beim Akkerbau, bei vieler Müh vergos-
Die Halmen wären nur von seinem regen Fleis,
Und blos durch seine Saat, durch seine Hand ent-
Die Unempfindlichkeit, als der Gewohnheits Kind,
Zeigt sich zur Erndte-Zeit wenn man das Feld be-
Da sieht man offtermahls, wie unachtsam, wie blind,
Man selbsten in Geschöpf den grossen
Der Schnitter muntre Schaar, wird recht dadurch
Wenn sie das güldne Feld mit schweren Aehren sie-
Sie ziehet freudig aus, die Sicheln sind gewetzt,
Damit die schlanke Faust die Halmen nieder zie-
Das ganze Feld erthönt vom jauchzenden Geschrei,
Das an der Berge Höh vergnüglich wiederhallet:
Allein man höre nur, was doch der Inhalt sey
Der Lieder, deren Thon bald hie, bald da er-
So ist es leider offt ein wilder Jubel-Klang,
Ein sündlich Buhlenlied, ein quaksendes Gewäsche;
Ein lallendes Gethön, und ein verwirrt Gesang,
Nach Art der sumpfigten in Koth versteckten Frösche.
Man singt und Jubilirt aus einer eitlen Lust,
Da das erhizte Blut von Sonnenglanz entzündet;
Es fühlet ihren Trieb die aufgewallte Brust;
Weil man zur Erndte-Zeit dan wieder Nahrung fin-
Man lacht und scherzet nur nach Weltgesinnter Art;
Weil man bekränzet ist, als wie am Hochzeits-
Und weil der Landmann nichts an guter Nahrung
So wird die Lustbarkeit, die Würze saurer Plage.
Ich schweige billig hier von andrer Ueppigkeit
Die auf den Feldern wird zur Erndte-Zeit begangen,
Und was die Wollust da vor Schlummer-Körner
Der eitlen Jugend Herz ins geile Nez zufangen.
Heist das nicht undankbahr; wenn
Der Sünd und Eitelkeit das Herze einzuweihen?
Wie schändlich ist es nicht, wenn ein Kind dem be-
Der es nach Vatergüt mit Gaben will erfreuen?
Wer in dem Heiligthum vor
Da stille Andacht wohnt, den frechen Lastern fröh-
Der scheuet keinen
Weil er der Gottheit lacht; und ihr Gesez ver-
Der Felder Heiligthum, der Tempel der Natur,
Lehrt
Des Schöpfers Herrligkeit, an seiner Kreatur
Mit Ehrfurcht anzusehn, mit Andacht zu empfin-
Der Halmen schlanke Meng, die strekt sich Him-
Und zeigt uns Fingern gleich, daß der im Himmel
Der uns erhalten will, und auch erhalten kan,
Jm Himmel wo er herscht auf seinem lichten Throne.
Und dennoch finden wir, daß viele nur ihr Herz,
An eine reiche Erndt, als ihren Abgott hangen,
Und bei dem innren Gram und den gesuchten
Des Geizes, mit dem Korn, als einen Gözen
Heist das wol dankbar seyn, wenn man des Höch-
Zum bösen Zwekke kehrt, zur Eitelkeit anwendet,
Und sein verdorbenes, unartiges Gemüt,
Das
Die Erndte wenn sie reich; macht viele gar zu satt,
Daß sie dem Geber offt und ihre Pflicht vergessen;
Daß sie nicht eingedenk, wer es gegeben hat,
Was sie ganz unachtsam ohn Dankbegier auffres-
Bewahre uns o! HErr! vor der Undankbarkeit,
Laß mich bei iedem Korn das uns ernährt, erwe-
Und wenn der Weizentrank das Herz labt und er-
Daß wir im Brodt und Trank geniessen deinen
So seh und schmekke ich daß du sehr freundlich bist,
So eß und trinke ich, als einem Mensch gebühret:
Wer aber ißt und trinkt, und dabei
Der lebet als ein Schwein, das keine Wolthat spü-