Daß sie for ihr Schlößgen schon einen Schlüssel hat/ basst ihm nicht

By Arno Holz

Written 1883-01-01 - 1883-01-01

Melinde süsses Weib

nach Amber räucht dein Leib

gantz Gold sind deine Hahre;

doch daß zu gleicher Frist

dein Hertz ein Agtstein ist

bringt mich noch auff die Bahre.

Stets hengt dir wo am Rokk

dein Mann der Külster-Bokk

der alte Krippen-Sözzer;

statt Alicanten-Wein

druppt er dir Wermuth ein

pfy Teiffel so ein Krözzer!

Zu Kuchen und Koffee

auff deinem Canape

dreff ich ihn däglich sizzen

dein Händgen stopfft Confäkkt

und waß mir sonst noch schmäkkt

in alle seine Rizzen.

Hohl-Hippckens Hindbeer-Schmältz

schläkkt er sich in den Bältz

zu einer Plunder-Brähtzel;

worhin er das blohß dreibt

daß ist for mir und bleibt

durchauß ein schwartzes Rähtsel.

Streu-Strihtzel Mandel-Klein

daß muß ihm alles rein

mir fehlt es fast an Bildern

benebst Bappihr und Zeit

for so vihl Traurigkeit

ümb solches auß zuschildern.

Sordan sezzstu dich hin

for ihn ans Klawizin

ich kriege gleich die Krencke

Molchs-Milch und Drachen-Rauch

befillt mir Brust und Bauch

sorbald ich blohß dran dencke.

Darzu wird scharmuzzirt

durchauß und ohngenirt

ein Büfgen hört man lachen!

ich sehe steiff vorbey

verfluchte Löffeley

daß dich der Hellen-Rachen!

Zurlezzt so heissts adrett

atchö wir gehn zu Bett

er seh uns rächt bald wihder.

Drümb günge es nach mir

so kehmstu stoltzes Thier

mit einem Blind-Worm nihder!