Dasselbe gedichte in eine ode verfasset.
Soll itzt der erden kreiß nicht zittern
Da sich mit allen ungewittern
Der himmel wider uns entrüst
Da Türck und Tartern rasend wachen
Und Ungarn gantz zur leiche machen
Das nunmehr seiner gantz vergist?
Der Ister so gekrönt von siegen
Muß blutig itzt an fesseln liegen
Und lebt nicht frey mehr wie zuvor.
Sein lorber-crantz der wird gantz eitel
Weil nun die hocherhabne scheitel
Verhöhnt zerbrechlich schilf und rohr.
Ja selbst das ufer klingt von klage
Und jenseits starrt die schnelle wage
Gefüllt mit schon erkaltem blut
Indem den freyheits-purpur träget
Den unser kriegsmann abgeleget
Nunmehr des Neutra gelbe fluth.
Als Ottomannus nach gefallen
Das
Und hagel nach Neuhäusel bließ
Daselbst erschrack des himmels anger
Wie er stets gieng mit blitzen schwanger
Um sich unendlich feuer schmiß.
O schauplatz aller grausamkeiten!
Dort sah man wenig Christen streiten
Die kaum ein enger wall umschloß.
Hier liessen des Hircanus söhne
Mit zitternd-bebendem gethöne
Abscheulich hören ihr geschoß.
Die blancken spieß und schwerdter klungen
Das runde bley die kugeln sprungen
Mit lichtem schwefel überall
Und die geängsten anger stunden
Sich gleichsam wie beschwärtzt befunden
Von der zerfleischten cörper zahl.
Uns reitzte tapfrer muth zu sterben
Vors vaterland das zu verderben
Der bluthund emsig war bereit;
Er hat die leichen so gestürtzet
Gleichwie der mäder abgekürtzet
Die gräser in der sommer-zeit.
Viel tausend hat sein schwerdt gefressen
Wiewol so gar nicht zu vergessen
Neuhäusels tapfrer helden-muth.
Es stritt und must es selber blüten
So wieß es doch weit größre fluthen
Gepreßt aus der verfluchten brut.
Und ist es gleich schon überwunden
Hat doch auch da den sarg gefunden
So wohl das Scythische geschlecht:
Das feld mit grasse vor bedecket
Ein grauen aber nun erwecket
Ist zu des feindes kirchhof recht.
Die abgefleischten bein und schädel
Bezeugen mit der that wie edel
Sich iederzeit der christ gestalt
Wie hurtig er im streit gewesen
Drumb wird man wenig von ihm lesen
Sein ruhm sey nicht im blut erkalt.
Erschröckter mensch von deinem feinde
Steh’ auf und kiese den zum freunde
Den kein Türck aus dem himmel treibt
Und dencke nur getrost zu dulden
Was du verdient mit deinen schulden
Die ruthe die dich itzund stäupt.
Laß andachts-opfer GOtt erweichen
So wirst du wol für krieg und seuchen
Befreyt und unversehret stehn;
Wil aber er ein ende machen
So kanst du wann die welt wird krachen
Zugleich mit ihr zu grabe gehn.