Der 111. PsalmIch will mit Danken kommen

By Paul Gerhardt

Written 1641-01-01 - 1641-01-01

Ich will mit Danken kommen

In den gemeinen Rat

Der rechten wahren Frommen,

Die Gottes Rat und Tat

Mit süßem Lohn erhöhn;

Zu denen will ich treten,

Und soll mein Dank und Beten

Von ganzem Herzen gehn.

Groß ist der Herr und mächtig,

Groß ist auch, was er macht.

Wer aufmerkt und andächtig

Nimmt seine Werk in Acht,

Hat eitel Lust daran.

Was seine Weisheit setzet

Und ordnet, das ergötzet

Und ist sehr wohl getan.

Sein Heil und große Güte

Steht fest und unbewegt,

Damit auch dem Gemüte,

Das uns im Herzen schlägt,

Dieselbe nicht entweich,

Hat er zum Glaubenszunder

Ein Denkmal seiner Wunder

Gestift't in seinem Reich.

Gott ist voll Gnad und Gaben,

Gibt Speis aus milder Hand,

Die Seinen wohl zu laben,

Die ihm allein bekannt;

Denkt stets an seinen Bund,

Gibt denen, die er weiden

Will mit dem Erb' der Heiden,

All seine Taten kund.

Das Wirken seiner Hände

Und was er uns gebeut,

Das hat ein gutes Ende,

Bringt reichen Trost und Freud

Und Wahrheit, die nicht treugt.

Gott leitet seine Knechte

In dem rechtschaffnen Rechte,

Das sich zum Leben neigt.

Sein Herz läßt ihm nicht reuen,

Was uns sein Mund verspricht,

Gibt redlich und mit Treuen,

Was unser Unglück bricht;

Ist freudig, unverzagt,

Uns alle zu erlösen

Vom Kreuz und allem Bösen,

Das seine Kinder plagt.

Sein Wort ist wohl gegründet,

Sein Mund ist rein und klar,

Wozu er sich verbindet,

Das macht er fest und wahr

Und wird ihm gar nicht schwer.

Seine Name, den er führet,

Ist heilig und gezieret

Mit großer Pracht und Ehr.

Die Furcht des Herren gibet

Den ersten besten Grund

Zur Weisheit, die Gott liebet

Und rühmt mit seinem Mund.

O, wie klug ist der Sinn,

Der diesen Weg verstehet

Und fleißig darauf gehet!

Des Lob fällt nimmer hin.