Der 3. Psalm

By Hans Aßmann von Abschatz

Written 1672-01-01 - 1672-01-01

Meine Seele danckt dem Herrn

Unter reiner Christen Kern

Wo die Frommen sich berathen

Groß sind unsers Gottes Thaten

Wer sie recht erwegen kan

Findet eitel Lust daran.

Was er ordnet was er thut

Das ist löblich das ist gutt

Herrlich und von grosser Stärcke

Sind des Allerhöchsten Wercke

Sein Recht und Gerechtigkeit

Bleiben über alle Zeit.

Er der Herr voll Gnad und Treu

Des Erbarmen immer neu

Hat uns seiner zu gedencken

Manche Wohlthat wollen schencken

Auch ein Denck-Mahl noch zu lezt

Seiner Wunder ausgesezt.

Ewig hält er seinen Bund

Speist der Frommen Geist und Mund

Giebt dem Volck das ihn will ehren

Sein gewaltig Thun zu hören

Schleust der fremden Heyden Hauß

Nicht von seiner Erbschafft aus.

Recht und Warheit übet Gott

Drauff sich gründet sein Gebot

Treu und redlich soll mans treiben

Darum muß es ewig bleiben

Wenn sich Erd und Himmel regt

Steht sein Wort gantz unbewegt.

Er erlöset seine Schaar

Sein Versprechen bleibet wahr

Ewig blüh der Frommen Saamen

Hehr und herrlich ist sein Nahmen

Billich wird sein Preiß erhöht

Weiter als die Sonne geht.

Furcht des Herren kan allein

Rechter Weißheit Anfang seyn.

Gott gehorchen Gott recht kennen

Muß man wahre Klugheit nennen

Wer diß lernt mit allem Fleiß

Dessen Lob kein Ende weiß.