Der Ahalibama Klage über den Tod ihres geliebten Eliesers.

By Johann Georg Gressel

Mein Elieser stirbt! mein bester Schatz ist todt!

Mein ander Hertz ist hin ja selbst mein eigen Leben!

Ahalibama auf! ermann dich in der Noht

Und laß den krancken Geist in freyen Lüfften schweben:

Folg’

Schließt Augen schließt euch zu! erstarrt ihr matten Glieder!

Brich Hertze brich entzwey! bring aus dem Ungestühm

Mich Tod! ach süsser Tod! zu meinem Schatze wieder.

Schlag Schmertze meinen Geist wie Tulp’ und Nelck’ entzwey!

Bringt mir den Becher her der meinen Schatz vergeben

Mach

Und gönne uns die Ruh im

Ach! aber ach umsonst! mein

Ich soll um seinen Tod mich nicht zu tode kräncken

Verhängniß quählst du mich auf einmahl nicht zu viel?

Gefangen mich zu sehn den Schatz ins Grab zu sencken

Den Schatz der mir sehr offt die Lebens-Zeit versüßt

Ach

Wie daß der Moder schon die schönen Glieder frißt

Und deine

Der offt gewünschte Tod der wird mir jetzt versagt

Da dessen Stachel mir am allersüßten scheinet

Wer ist der deinen Tod im Hertzen nicht beklagt

Und mir Gequählten gleich viel heisse Zähren weinet?

Doch der dein Vater heißt der dir das Leben gab

Das Felsen-harte Hertz empfindet kleine Schmertzen

Es stürtzt um kleine Ehe den besten Sohn ins Grab

Und will ums Königs Gunst der Kinder Heyl verschertzen.

Ach! daß der Donner dich nicht längst zerschlagen hat

Du wilder Wüterich! du Muster grauser Väter

Ha

Pfuy schäme dich ins Hertz verdammeter Verrähter!

Ach

Ahalibama stirbt wenn sie den Fall erweget

Mein Hertze steigt heraus aus der erstorbnen Brust

Die Geister wein’ ich weg die mein Gehirne heget.

Dein letzteres Gebot das Sterben mir verbeut

Dis geh’ ich endlich ein allein die alten Götter

Laß ich nicht um den Tand gelehrter Seltenheit

Die

Ich lebe aber ach! zu meinen größten Schmertz

Mein bester Schatz ist todt mein Leben ist verblichen

Ich weiß nicht wie mir ist? ich lebe ohne Hertz

Mit deinem Tod mein Schatz sind Hertz und Geist entwichen.

Ich lebe in der Lust von aller Lust entfernt

Mit

Des

Ach wäre ich mein Schatz an deiner Statt Verdorben!

Doch auf ermuntre dich

Blieb

Verehre dessen Brunst und seine Treu erheb

Die alle Welt erhöht nur

Nun ruhe wohl mein Schatz ach

Daß das Verhängniß dir so feindlich ist gewesen

Und deinen Tod verhängt die Zunge wird mir schwach

Den Jammer kan man mir an meiner Stirnen lesen.

Das viele Weinen nimmt der Zunge ihre Macht

Der Kummer will den Geist der Ohnmacht übergeben

Doch wird mit Mühe noch dis Wort hervorgebracht;

Mein bester Schatz ist todt! ja selbst mein eigen Leben!