Der Baum am Hügelrand

By Max Dauthendey

Written 1892-01-01 - 1892-01-01

Du Baum, allein am Hügelrand,

Dein Einsamsein ist mir verwandt.

Du siehst wie ich den Tagen nach,

Und ruhlos rauscht dein Blätterdach.

O Wolken, Wind, o, Abendland,

Wie seid ihr Schweigenden mir verwandt!

Ein Blitz springt übers dunkle Kraut, –

Die Ewigkeit hat uns angeschaut.

Das Leben, – ein feuriger Augenblick!

Und Sehnsucht und Sehnsucht ist unser Geschick.