Der Biber.

By Barthold Heinrich Brockes

Wo eins von allen andern Thieren den Menschen was

Beträchtlichs zeiget,

So ist es dieß besondre Thier; indem, was man an ihm

erblickt,

Fast alles das, was Thierisch heißt, in seinem Bauen

übersteiget,

Da solches nicht allein von ihm bewundernswürdig zuge-

schickt,

Da es die größten Bäume fällt, das Holz in richt’ge

Stücke theilet,

Sie auf die breite Schwänze legt, mit ihnen nach der

Wohnung eilet,

Sie künstlich, regelmäßig fügt; ja, daß die Flut sie

nicht verschwemmet,

Mit großer Vorsicht, Müh und Fleiß oft einen ganzen

Fluß verdämmet.

Sie theilen ihre Wohnung selbst in unterschiedne Stock-

werk ein,

Damit sie in dem obersten, bey feuchten Zeiten, sicher

seyn.

Verwunderlich ist die Geduld, da, wenn sie sich, ge-

scheucht, verstecken,

Sie sich in zwey bis dreyen Tagen nicht wieder aus der

Flut entdecken.

Die Wilden, welche diesen Vorthel denselbigen nun ab-

gemerkt,

Sind durch dieß Beyspiel der Geduld, in einer Art Ge-

duld gestärkt,

Da sie sich für geschimpfet halten, von Bibern sich be-

siegt zu sehn: