Der bunt gefärbte Regenbogen.

By Johann Justus Ebeling

Ich sah nicht ohne innre Lust, im aus- gespannten Luftrevieren,

Wie nach den blossen Augenschein,

Der Wolken dik gewebter Schleier

Da durch ein tröpfelndes Gedrän-

Die Sonne die dadurch verhüllt, und durch die

Ging bey den Regnen wieder auf; da sah ich einen

Ich stand gleichsam im Mittelpuncte, an einer Seite

Und an der anderen die Wolken, die mit den Naß

Da denn die Sonn in Regen schien, und sich bey

In Tropfen durch den Gegenschlag, so bunt gefärb-

Die das Naturreich untersuchen, die haben längst

Daß nicht die bunten Regenbogen, in den erhab-

Wie woll die blöde Einfalt meint, daß sich am

Dergleichen die aus Dunst bestehn, wie ausgespann-

Wir wissen, daß in Regentropfen, sich das ent-

Als wie in einer holen Fläche, im Ein- und Aus-

Da zeiget sich der bunte Schein, der wie ein run-

Und sich, wie unserm Augen dünkt, in den gewölb-

Der Farben durchgestreifte Züge, sind wenn wir

Als wie am ausgespannten Tuche, in wollgemahl-

Der äusre Rand ist roth gemahlt, woran die gelbe

Dann folgt ein grün gezogner Strich daran die

Am Ende strahlt der Purpur Schein in seiner dun-

Als wenn der Bogen so gewirkt, wie eine künstli-

Ich hatte dabey die Gedanken: Es müsse in dem

In diesen grossen Wunderlichte die Mischung aller

Die in den Bogen anzusehn, und in den Gegen-

Wenn durch der Tropfen rundes Naß die ausgebliz-

Bei dieser schönen Augenweide, die mir des Re-

An einen trüben Sommer-Tage, zu meiner See-

Durchbrach ein heller Andachtsstrahl, mein durch

Vertrieb in einem Augenblik das Sorgen-Heer mit

Es fiel mir aus dem Bibel-Buche, mit innigen

Daß die gefärbten Regenbogen, die Zeichen ewger

Die

Aus Liebe und Barmherzigkeit, zum sichren Denk-

Daß sein Erbarmen nie aufhöret, wenn man da-

Wenn die verdorbne Welt in Lastern, als wie in

Er ist ein Zeichen daß die Welt, die durch die Bos-

Durch eine Sündflut abgespült, und wie in einen

Da

Und dadurch die verdorbnen Menschen, in ihren

Ach! dächte jeder noch daran; so würde dieses Gna-

Ein Prediger der Busse seyn, und das verstokte

Das durch die Gnade sicher worden. Man saget

Vom blinden Judenthum gewohnet, wenn sich dies

Doch nur nach blosser Heuchler Art, mit Klagen,

Als solche die da Busse thun, für ihren Schöpfer

Alsdenn gestehn sie, daß die Gnade, sie nur aus

Sonst wären sie auch schon vertilget, nach ihrer

Sie meinen daß des Höchsten Nahm, im Regen-

Drum wird er auch aus blinder Furcht, nicht von

Wer frei von falschen Aberglauben, in reiner An-

Der sieht dran ein Gnadenzeichen, das ihm dabey

Man denke dabey nur zurük, bey diesen bunten Luft-

An die verdorbne erste Welt, und an das harte

Das ihren Untergang bestimmet: Man seh den Re-

Der uns durch Bildung seiner Farben, die roth und

Wie Liebe und Gerechtigkeit, in

Das ist in einem Sinnenbild an Regenbogen gleich

Der Feuerstrahl der schnellen Rache, blizt aus der

Der aber durch das Grün gemildert: das Bild der

So steht der Gnadenbund stets fest, durch dem, der

Ein Heiland voller Gnad und Güt, im Sterben der

Um dessen Stuhl ein Regenbogen, als eine Sinn-

Weil draus Gerechtigkeit und Güte, aufs lieblich-

So oft du Mensch! den Bogen siehst; so denke an

Davon der Grund und Mittler ist, der da geheilt

Bedenke daß das höchste Wesen, ein

Doch aber auch in seiner Rache ein Zebaoth der