Der bunt gefärbte Regenbogen.
Ich sah nicht ohne innre Lust, im aus- gespannten Luftrevieren,
Wie nach den blossen Augenschein,
Der Wolken dik gewebter Schleier
Da durch ein tröpfelndes Gedrän-
Die Sonne die dadurch verhüllt, und durch die
Ging bey den Regnen wieder auf; da sah ich einen
Ich stand gleichsam im Mittelpuncte, an einer Seite
Und an der anderen die Wolken, die mit den Naß
Da denn die Sonn in Regen schien, und sich bey
In Tropfen durch den Gegenschlag, so bunt gefärb-
Die das Naturreich untersuchen, die haben längst
Daß nicht die bunten Regenbogen, in den erhab-
Wie woll die blöde Einfalt meint, daß sich am
Dergleichen die aus Dunst bestehn, wie ausgespann-
Wir wissen, daß in Regentropfen, sich das ent-
Als wie in einer holen Fläche, im Ein- und Aus-
Da zeiget sich der bunte Schein, der wie ein run-
Und sich, wie unserm Augen dünkt, in den gewölb-
Der Farben durchgestreifte Züge, sind wenn wir
Als wie am ausgespannten Tuche, in wollgemahl-
Der äusre Rand ist roth gemahlt, woran die gelbe
Dann folgt ein grün gezogner Strich daran die
Am Ende strahlt der Purpur Schein in seiner dun-
Als wenn der Bogen so gewirkt, wie eine künstli-
Ich hatte dabey die Gedanken: Es müsse in dem
In diesen grossen Wunderlichte die Mischung aller
Die in den Bogen anzusehn, und in den Gegen-
Wenn durch der Tropfen rundes Naß die ausgebliz-
Bei dieser schönen Augenweide, die mir des Re-
An einen trüben Sommer-Tage, zu meiner See-
Durchbrach ein heller Andachtsstrahl, mein durch
Vertrieb in einem Augenblik das Sorgen-Heer mit
Es fiel mir aus dem Bibel-Buche, mit innigen
Daß die gefärbten Regenbogen, die Zeichen ewger
Die
Aus Liebe und Barmherzigkeit, zum sichren Denk-
Daß sein Erbarmen nie aufhöret, wenn man da-
Wenn die verdorbne Welt in Lastern, als wie in
Er ist ein Zeichen daß die Welt, die durch die Bos-
Durch eine Sündflut abgespült, und wie in einen
Da
Und dadurch die verdorbnen Menschen, in ihren
Ach! dächte jeder noch daran; so würde dieses Gna-
Ein Prediger der Busse seyn, und das verstokte
Das durch die Gnade sicher worden. Man saget
Vom blinden Judenthum gewohnet, wenn sich dies
Doch nur nach blosser Heuchler Art, mit Klagen,
Als solche die da Busse thun, für ihren Schöpfer
Alsdenn gestehn sie, daß die Gnade, sie nur aus
Sonst wären sie auch schon vertilget, nach ihrer
Sie meinen daß des Höchsten Nahm, im Regen-
Drum wird er auch aus blinder Furcht, nicht von
Wer frei von falschen Aberglauben, in reiner An-
Der sieht dran ein Gnadenzeichen, das ihm dabey
Man denke dabey nur zurük, bey diesen bunten Luft-
An die verdorbne erste Welt, und an das harte
Das ihren Untergang bestimmet: Man seh den Re-
Der uns durch Bildung seiner Farben, die roth und
Wie Liebe und Gerechtigkeit, in
Das ist in einem Sinnenbild an Regenbogen gleich
Der Feuerstrahl der schnellen Rache, blizt aus der
Der aber durch das Grün gemildert: das Bild der
So steht der Gnadenbund stets fest, durch dem, der
Ein Heiland voller Gnad und Güt, im Sterben der
Um dessen Stuhl ein Regenbogen, als eine Sinn-
Weil draus Gerechtigkeit und Güte, aufs lieblich-
So oft du Mensch! den Bogen siehst; so denke an
Davon der Grund und Mittler ist, der da geheilt
Bedenke daß das höchste Wesen, ein
Doch aber auch in seiner Rache ein Zebaoth der