Der Eisen-ziehende Liebes-Magnet Bey Hn. D. O. u. F. M. T. g. M. Hochzeit den 9....
Was macht man auf der Welt das allen doch gefalle?
Viel Lieben ist nicht gut
Und wer es gar nicht thut
Der spielet mit der Zeit als wie mit einem Balle;
Und wenn die besten Jahre hin
So sieht er nichts ist sein Gewin.
Was ist der Mensch ihm selbst? ein öde Trauer-Wüste
Ein Ampel ohne Licht
Ein Feld dem Graß gebricht
Ein Garten ohne Frucht ein schwartzes Schau-Gerüste
Wo die Personen alle schreyn:
Weh! wer in Einsamkeit muß seyn.
Herr Nachbar er hat auch bißher genung erfahren
Wie nah’ der Wittber-Stand
Dem Kummer sey verwand
Und daß wer Handlung treibt und führet Gut und Wahren
Sol es in vollem Lauffe gehn
Alleine nicht kan wol bestehn.
Es mag ein ander nun von grossen Wundern sagen:
Diß ist der Lauff der Welt
Die nichts vor schätzbar hält
Was nicht mit grosser Pracht und Ruhm wird fürgetragen.
Ich weiß sein redlich dentscher Sinn
Wirft solche Eytelkeiten hin.
Ich wil in seinem Kram bey seinem Eisen finden
Wofern es mir erlaubt
Und er nur selber glaubt
Was ihn
Und was mit Zunder-reicher Brunst
Jhn hat bewegt zur Gegen-Gunst.
Vor war sein Kram zwar voll und überall gespicket
Man sah’ der Kunden Schaar
Fast alle Stunden dar
Und seine Handlung lief nach Hertzens Wunsch beglücket
Er selbst nahm alles wol in acht
Und wieß sich embsig Tag und Nacht.
Allein was würcken nicht die Schickungen von Oben?
Die Hand so alles schafft
Durch ihre Macht und Krafft
Braucht bey uns Sterblichen die grösten Wunder-Proben;
Indem
Fehlt in dem Kram noch ein
Es kommet
Sie wil den Urbar bauhn
Pflegt sich da umbzuschaun
Alsbald so reget sich der Wahren gantzer Hauffen
Man sieht aus Eisen Bley und Stahl
Auffahren einen Liebes-Strahl.
Es eilt das Pflugschaar nach und wil sie gar begleiten
Der Ege-Zincken schwitzt
Von heisser Gluth erhitzt
Die Bohrer fahren aus und stellen sich zur Seiten
Ja was der gantze Kram nur führt
Das wird durch diesen Blitz berührt.
Wohl! spricht
Du werthste
Bist mein
Es ist dein süsser Strahl auch in mein Hertz gefahren
Dein Auge zeucht mich gantz nach dir
Ich brenne voller Liebs-Begier.
Zerschmiltzt der harte Stahl durch deiner Augen-Blicke
Wie solt ich denn allein
Gantz unempfindlich seyn?
Ich lencke mich zu dir mein Leben mein Gelücke
Ich seh’ wie alles lacht und blüht
Nun mich dein Auge zu sich zieht.
Indem ließ
Durch Adern und Gebein
Lauft alle Krafft hinein.
So daß
Und wundert sich wie ein
So tief mit seiner Würckung geht.
Er rief numehr entzückt den Punct hab ich gefunden
Durchgrübelt die Natur
Sucht eine neue Cur
Obs Pflaster vom
Ich bin nun vollig im Besitz
Und lache nur ob eurem Witz.
Jhr möget den Compaß stets nach dem Nord-Pol lencken
Ich weiß schon wie ich sol
Aufsetzen meinen Pol
Und wo ich Ancker kan bey meiner Liebsten sencken
Wenn ihr noch Lauf noch Wind versteht
So weiset mich mein
Ich darf auch keiner Uhr so nur die Stunden zeiget
Wenn nur der Wecker schlägt
Versichert das sich regt
Was in mir lebend ist und Geist und Blut auffsteiget
So daß ich frölich sagen kan
Das hat mir mein
Nun ich wil Eisen seyn eröffnen was verschlossen
Wird sonst in der
Durch Kunst so spät als früh
Der Stahl in einen Saft hochfärbig umbgegossen;
Wie solte nicht der Liebes-Strahl
Magnetisiren meinen Stahl.
Es flechte der
Genung wenn ich verschrenckt
Wie Mars und Venus henckt
Den Außzug süsser Lust genüß’ im Hochzeit-Bette
Daß diß was mich itzt zieht und treibt
Auf ewig nun mein eigen bleibt.
So schloß der Bräutigam biß sich der Kram verkehrte
Und einen grossen Saal
Sambt einem Ehren-Mahl
Den Gästen voller Lust und Fröligkeit gewehrte
Daß ieder diesen Wunsch erhöht
Es