Der Eisen-ziehende Liebes-Magnet Bey Hn. D. O. u. F. M. T. g. M. Hochzeit den 9....

By Heinrich Mühlpfort

Was macht man auf der Welt das allen doch gefalle?

Viel Lieben ist nicht gut

Und wer es gar nicht thut

Der spielet mit der Zeit als wie mit einem Balle;

Und wenn die besten Jahre hin

So sieht er nichts ist sein Gewin.

Was ist der Mensch ihm selbst? ein öde Trauer-Wüste

Ein Ampel ohne Licht

Ein Feld dem Graß gebricht

Ein Garten ohne Frucht ein schwartzes Schau-Gerüste

Wo die Personen alle schreyn:

Weh! wer in Einsamkeit muß seyn.

Herr Nachbar er hat auch bißher genung erfahren

Wie nah’ der Wittber-Stand

Dem Kummer sey verwand

Und daß wer Handlung treibt und führet Gut und Wahren

Sol es in vollem Lauffe gehn

Alleine nicht kan wol bestehn.

Es mag ein ander nun von grossen Wundern sagen:

Diß ist der Lauff der Welt

Die nichts vor schätzbar hält

Was nicht mit grosser Pracht und Ruhm wird fürgetragen.

Ich weiß sein redlich dentscher Sinn

Wirft solche Eytelkeiten hin.

Ich wil in seinem Kram bey seinem Eisen finden

Wofern es mir erlaubt

Und er nur selber glaubt

Was ihn

Und was mit Zunder-reicher Brunst

Jhn hat bewegt zur Gegen-Gunst.

Vor war sein Kram zwar voll und überall gespicket

Man sah’ der Kunden Schaar

Fast alle Stunden dar

Und seine Handlung lief nach Hertzens Wunsch beglücket

Er selbst nahm alles wol in acht

Und wieß sich embsig Tag und Nacht.

Allein was würcken nicht die Schickungen von Oben?

Die Hand so alles schafft

Durch ihre Macht und Krafft

Braucht bey uns Sterblichen die grösten Wunder-Proben;

Indem

Fehlt in dem Kram noch ein

Es kommet

Sie wil den Urbar bauhn

Pflegt sich da umbzuschaun

Alsbald so reget sich der Wahren gantzer Hauffen

Man sieht aus Eisen Bley und Stahl

Auffahren einen Liebes-Strahl.

Es eilt das Pflugschaar nach und wil sie gar begleiten

Der Ege-Zincken schwitzt

Von heisser Gluth erhitzt

Die Bohrer fahren aus und stellen sich zur Seiten

Ja was der gantze Kram nur führt

Das wird durch diesen Blitz berührt.

Wohl! spricht

Du werthste

Bist mein

Es ist dein süsser Strahl auch in mein Hertz gefahren

Dein Auge zeucht mich gantz nach dir

Ich brenne voller Liebs-Begier.

Zerschmiltzt der harte Stahl durch deiner Augen-Blicke

Wie solt ich denn allein

Gantz unempfindlich seyn?

Ich lencke mich zu dir mein Leben mein Gelücke

Ich seh’ wie alles lacht und blüht

Nun mich dein Auge zu sich zieht.

Indem ließ

Durch Adern und Gebein

Lauft alle Krafft hinein.

So daß

Und wundert sich wie ein

So tief mit seiner Würckung geht.

Er rief numehr entzückt den Punct hab ich gefunden

Durchgrübelt die Natur

Sucht eine neue Cur

Obs Pflaster vom

Ich bin nun vollig im Besitz

Und lache nur ob eurem Witz.

Jhr möget den Compaß stets nach dem Nord-Pol lencken

Ich weiß schon wie ich sol

Aufsetzen meinen Pol

Und wo ich Ancker kan bey meiner Liebsten sencken

Wenn ihr noch Lauf noch Wind versteht

So weiset mich mein

Ich darf auch keiner Uhr so nur die Stunden zeiget

Wenn nur der Wecker schlägt

Versichert das sich regt

Was in mir lebend ist und Geist und Blut auffsteiget

So daß ich frölich sagen kan

Das hat mir mein

Nun ich wil Eisen seyn eröffnen was verschlossen

Wird sonst in der

Durch Kunst so spät als früh

Der Stahl in einen Saft hochfärbig umbgegossen;

Wie solte nicht der Liebes-Strahl

Magnetisiren meinen Stahl.

Es flechte der

Genung wenn ich verschrenckt

Wie Mars und Venus henckt

Den Außzug süsser Lust genüß’ im Hochzeit-Bette

Daß diß was mich itzt zieht und treibt

Auf ewig nun mein eigen bleibt.

So schloß der Bräutigam biß sich der Kram verkehrte

Und einen grossen Saal

Sambt einem Ehren-Mahl

Den Gästen voller Lust und Fröligkeit gewehrte

Daß ieder diesen Wunsch erhöht

Es