Der entwaffnete Cupido.

By Johann Georg Gressel

Als nächst der Chloris Schooß die kühlen Fluhten küßte

Versah’ es

Daß er dis nackte Bild als seine Mutter grüßte

Dieweil sie ihn aus Schertz auf ihre Arme nahm.

Doch sah er den Betrug und weil er ohne Waffen

Die er am Strand gelegt nicht kunte Rache schaffen

So rieß er sich geschwind von ihren Armen loß

Und flog dem Lande zu; wo er den Bogen bloß

Nicht Sehn’ und Pfeile fand die

Der

Und heimlich mit dem Raub war in dem Busch entwichen

Daselbsten einen Stock zu seiner Sehn zu hohln.

Cupido durffte nicht zu seiner Mutter kommen

Weil ihm die Sehn’ und Pfeil so liederlich genommen

Indem er nun betrübt bey seinem Bogen saß

War er der

Er kunte unbewehrt die herbe Schmach nicht rächen

Damit das nackte Weib ihm stets beschwerlich war

Das Hertze wolte ihm vor Zorn im Leibe brechen

Doch war sein Zorn umsonst weil Sehn’ und Pfeil nicht dar.

Zu diesem Schmertz ward er noch hefftiger vexiret

Denn

Ein ander mahl sieh dich

So treibt ein schwaches Weib nicht ihren Spott mit dir.