[Der erblaßte Monden ziehet]

By Hans Aßmann von Abschatz

Written 1672-01-01 - 1672-01-01

Der erblaßte Monden ziehet

Sein geschwächtes Silber ein

Und der Sternen Heer entfliehet

Vor der Sonne nahem Schein

Auff mein Hertz und laß der Sünden

Trübe Nacht bey dir verschwinden.

Schau wie Lerch und Nachtigallen

Die man früher hört als sieht

Gott zu Ehren lassen schallen

Ein erfreutes Morgen-Lied

Folge nach mein Hertz und singe

Gott dem Schöpffer aller Dinge.

Herrscher über Tod und Leben

Meister über Nacht und Tag

Dir muß billich Ehre geben

Was nur Athem ziehen mag

Und dich seine Pflicht zu weisen

Mit den Morgen-Sternen preisen.

Himmels-Fürst und Erden-König

Grosser Herr der Herrligkeit

Meine Zung' ist viel zu wenig

Daß sie deinen Ruhm ausbreit

Aber laß dir doch das Lallen

Deines Kindes wohl gefallen.

Daß ich deiner Sonne Blincken

Und des hellen Tages Zier

Daß ich deiner Sternen Wincken

Und diß gantze Welt-Refier

Deiner Wercke voll gesehen

Ist durch deine Macht geschehen.

Daß ich mit gesundem Leibe

Frölich Athem schöpffen kan

Und in meinem Stande treibe

Was mir ist befohlen an

Daß ich Kleid und Nahrung habe

Nenn ich billich deine Gabe.

Daß ich freudig im Gewissen

Frey von Sünd und Höllen Noth

Auff dein theures Blutvergiessen

Geh durch Sorge Schmertz und Tod.

Daß ich ewig dich soll sehen

Ist und wird durch dich geschehen.

Fahre fort mich so zu pflegen

Halt mich unter deiner Hutt

Kröne mich mit deinem Segen

Gieb was hier und ewig gutt

So soll dir mit Engel-Zungen

Werden Lob und Danck gesungen.