Der gefrorne Cupido Bey Hn. J. W. B. u. Jungf. C. A. A. Hochzeit den 7. Febr. 16...

By Heinrich Mühlpfort

Der kleine Liebes-Gott der stets gewohnt zu siegen

Der jede Stunde was von Raub und Beuthe zehlt

Und dessen güldner Pfeil kein Hertze hat verfehlt

Ließ auch den Köcher nicht im Winter müssig liegen:

Er schwung sich wie er pflegt gewaffnet in die Höh

Und lachte trotzig auß deß Himmels Frost und Schnee.

Es war das albre Kind kaum durch die Lufft gedrungen

Als voller Flocken hieng das aufgekrauste Haar.

Es fuhr durch seinen Leib der grimme Februar

So daß im Augenblick der Glieder Wachs zersprungen.

Er starrt als wie Metall ist durch und durch beeist

Und sincket auß der Lufft gantz ohne Seel und Geist.

Er lag da in dem Schnee ein Raub der wilden Thiere.

Nicht einer nahm sich mehr von Göttern seiner an.

Sie sprachen der uns hat viel Schalckheit angethan

Ist würdig daß er auch sein Leben so verliere.

Es tödt’ ihn Kält und Frost und der erboste Nord

Vollziehe wie er sol den wolverdienten Mord.

Indeß kommt

Der so geraume Zeit in Einsamkeit gelebt

Und mit bedachtem Muth den Flammen widerstrebt

Daß sein getreues Hertz nicht irgend Glut erlitten.

Er siehet recht bestürtzt den Knaben hingestreckt

Und wie sonst nichts als Schnee die zarte Blösse deckt.

Dann naht er sich herzu und zwar nicht ohn’ erbarmen

Es schien die Göttligkeit auch unterm Frost herfür.

Er lobte die Gestalt und Engel-gleiche Zier

Schloß endlich bey sich selbst. Verlaß ich nun den Armen

So fürcht ich Venus Zorn. Der

Zeugt daß er muß ein Sohn der grossen

Er nimmt ihn zu sich ein kein Leben war zufinden.

Der schöne Purpur-Mund sah als wie Kreide bleich

Das Haar hieng voller Eiß so vor wie Wolle weich

Es weiß nicht Celadon die Ursach zuergründen

Begehrt nur wohl zuthun und reiset ferner hin

Biß daß er kan zu Brig nach seinem Wunsch einziehn.

So bald nur Celadon den Fuß in Brieg gesetzet

So wittert sich bey ihm ein ungewohnter Trieb

Er fühlt durch Marck und Blut den Zunder neuer Lieb’

Und sucht ein schönes Bild das Aug und Seel ergetzet.

Der Himmel stimmt mit bey und läst es drauf geschehn

Daß es

Er hatte kaum erblickt die Sternen ihrer Augen

Die Sonnen so sein Hertz mit hellem Glantz bestrahlt

Die Spiegel wo sich selbst die Venus abgemahlt

Die Blitze so erglüht ihm Seel und

Als er gefangen sich nennt einen Unterthan

C

Chlorinde die voll Scham als wie Aurorens Wangen

Jm ersten Purpur stehn entfärbt sich im

Mein unbefleckter Geist antwort sie weiß ja nicht

Was Lieb und Flammen seyn bißher bin ich gegangen

Als eine Priesterin der Vesta nur geweyht:

In meines

Wie eilte

Der Themis grossen Rath des Vaterlandes Zier

Der Musen Heil und Trost den an das Stern-Revier

Der Nachruhm längst gesetzt und Cedern eingeschnitten.

Wie er ein Atlas stand bey manchem Fürsten-Tag

Als oft des Landes Last auf seinen Schultern lag

Er sprach mein eintzig Trost der abgeschwächten Kräffte

Mein süsser Aufenthalt in meiner Einsamkeit

Der müden Jahre Stab mein Alles meine Freud

Und Kummerwenderin im Drangsal der Geschäffte

Dich soll ich so verliehrn? Doch was der Himmel will

Das sey uns Sterblichen gesetzet auch zum Ziel.

Was

Mich reitzt sein edler Stamm Witz und Bescheidenheit.

Wo gleiche gegen-

So mag das Kleinod er zu einem Preiß weg tragen.

Wie listig ist die Lieb und was ersinnt sie nicht

Damit sie ihr die Bahn zu jenen Rosen bricht?

Wie

So denckt er ferner nach Cupido fält ihm ein

Als der schon unterdeß würd aufgetauet seyn

Und daß sein Lebens-Tacht sey wieder aufgeglommen:

Er sagt: Damit ihr Hertz

So sey er wie er ist Cupido hier geschenckt.

Es lag der schlimme Gast als könt er sich nicht rühren.

So bald

So fieng der Bösewicht den Pfeil zu drücken loß

Die Flügel flatterten es schien da kein erfrieren.

Der Köcher strotzte gantz von Flammen Glut und Brand

Und ihre Liebe nahm zusehend’ überhand.

Erschrick

Sn sprach der kleine Schalck diß heischt die Danckbarkeit

Es nimmt mich

Auf seinen Schlitten mit sonst wär’ ich eine Leiche.

Geh diß Verbündnüß ein vergnüge seine Glut

Du find’st an diesem Mann dein höchst und bestes Gut.

Drauf sog er Bienen gleich auß der

So einen süssen Kuß der nichts als Ambra bließ

Ja der die Seelen selbst zugieich zerschmeltzen hieß

Und sprach diß Siegel geb’ ich itzt zu eurem Bunde.

Wolthäter

Es deck euch so viel Lust als Flocken mich von Schnee.

Chlorinden war es nur als wie im Traum erschienen

Als aber

Und sie der Liebe Trieb mit größrer Macht empfand

So schwur sie: Meine Treu soll auch auf ewig grünen

Geliebter

So lang ein Athem wohnt in dieses Leibes Höl.

Wie

Und wie sie ferner sich in seine Arme schloß

Wie sie den Nectar-Safft der höchsten Lust genoß

Und ihm ingleichen gab den Zunder der Begierden

Verschweigt die schwartze Nacht. Und meine Hippocren

In dem es Phöbus heist darff nicht mehr weiter gehn.