Der gefrorne Cupido Bey Hn. J. W. B. u. Jungf. C. A. A. Hochzeit den 7. Febr. 16...
Der kleine Liebes-Gott der stets gewohnt zu siegen
Der jede Stunde was von Raub und Beuthe zehlt
Und dessen güldner Pfeil kein Hertze hat verfehlt
Ließ auch den Köcher nicht im Winter müssig liegen:
Er schwung sich wie er pflegt gewaffnet in die Höh
Und lachte trotzig auß deß Himmels Frost und Schnee.
Es war das albre Kind kaum durch die Lufft gedrungen
Als voller Flocken hieng das aufgekrauste Haar.
Es fuhr durch seinen Leib der grimme Februar
So daß im Augenblick der Glieder Wachs zersprungen.
Er starrt als wie Metall ist durch und durch beeist
Und sincket auß der Lufft gantz ohne Seel und Geist.
Er lag da in dem Schnee ein Raub der wilden Thiere.
Nicht einer nahm sich mehr von Göttern seiner an.
Sie sprachen der uns hat viel Schalckheit angethan
Ist würdig daß er auch sein Leben so verliere.
Es tödt’ ihn Kält und Frost und der erboste Nord
Vollziehe wie er sol den wolverdienten Mord.
Indeß kommt
Der so geraume Zeit in Einsamkeit gelebt
Und mit bedachtem Muth den Flammen widerstrebt
Daß sein getreues Hertz nicht irgend Glut erlitten.
Er siehet recht bestürtzt den Knaben hingestreckt
Und wie sonst nichts als Schnee die zarte Blösse deckt.
Dann naht er sich herzu und zwar nicht ohn’ erbarmen
Es schien die Göttligkeit auch unterm Frost herfür.
Er lobte die Gestalt und Engel-gleiche Zier
Schloß endlich bey sich selbst. Verlaß ich nun den Armen
So fürcht ich Venus Zorn. Der
Zeugt daß er muß ein Sohn der grossen
Er nimmt ihn zu sich ein kein Leben war zufinden.
Der schöne Purpur-Mund sah als wie Kreide bleich
Das Haar hieng voller Eiß so vor wie Wolle weich
Es weiß nicht Celadon die Ursach zuergründen
Begehrt nur wohl zuthun und reiset ferner hin
Biß daß er kan zu Brig nach seinem Wunsch einziehn.
So bald nur Celadon den Fuß in Brieg gesetzet
So wittert sich bey ihm ein ungewohnter Trieb
Er fühlt durch Marck und Blut den Zunder neuer Lieb’
Und sucht ein schönes Bild das Aug und Seel ergetzet.
Der Himmel stimmt mit bey und läst es drauf geschehn
Daß es
Er hatte kaum erblickt die Sternen ihrer Augen
Die Sonnen so sein Hertz mit hellem Glantz bestrahlt
Die Spiegel wo sich selbst die Venus abgemahlt
Die Blitze so erglüht ihm Seel und
Als er gefangen sich nennt einen Unterthan
C
Chlorinde die voll Scham als wie Aurorens Wangen
Jm ersten Purpur stehn entfärbt sich im
Mein unbefleckter Geist antwort sie weiß ja nicht
Was Lieb und Flammen seyn bißher bin ich gegangen
Als eine Priesterin der Vesta nur geweyht:
In meines
Wie eilte
Der Themis grossen Rath des Vaterlandes Zier
Der Musen Heil und Trost den an das Stern-Revier
Der Nachruhm längst gesetzt und Cedern eingeschnitten.
Wie er ein Atlas stand bey manchem Fürsten-Tag
Als oft des Landes Last auf seinen Schultern lag
Er sprach mein eintzig Trost der abgeschwächten Kräffte
Mein süsser Aufenthalt in meiner Einsamkeit
Der müden Jahre Stab mein Alles meine Freud
Und Kummerwenderin im Drangsal der Geschäffte
Dich soll ich so verliehrn? Doch was der Himmel will
Das sey uns Sterblichen gesetzet auch zum Ziel.
Was
Mich reitzt sein edler Stamm Witz und Bescheidenheit.
Wo gleiche gegen-
So mag das Kleinod er zu einem Preiß weg tragen.
Wie listig ist die Lieb und was ersinnt sie nicht
Damit sie ihr die Bahn zu jenen Rosen bricht?
Wie
So denckt er ferner nach Cupido fält ihm ein
Als der schon unterdeß würd aufgetauet seyn
Und daß sein Lebens-Tacht sey wieder aufgeglommen:
Er sagt: Damit ihr Hertz
So sey er wie er ist Cupido hier geschenckt.
Es lag der schlimme Gast als könt er sich nicht rühren.
So bald
So fieng der Bösewicht den Pfeil zu drücken loß
Die Flügel flatterten es schien da kein erfrieren.
Der Köcher strotzte gantz von Flammen Glut und Brand
Und ihre Liebe nahm zusehend’ überhand.
Erschrick
Sn sprach der kleine Schalck diß heischt die Danckbarkeit
Es nimmt mich
Auf seinen Schlitten mit sonst wär’ ich eine Leiche.
Geh diß Verbündnüß ein vergnüge seine Glut
Du find’st an diesem Mann dein höchst und bestes Gut.
Drauf sog er Bienen gleich auß der
So einen süssen Kuß der nichts als Ambra bließ
Ja der die Seelen selbst zugieich zerschmeltzen hieß
Und sprach diß Siegel geb’ ich itzt zu eurem Bunde.
Wolthäter
Es deck euch so viel Lust als Flocken mich von Schnee.
Chlorinden war es nur als wie im Traum erschienen
Als aber
Und sie der Liebe Trieb mit größrer Macht empfand
So schwur sie: Meine Treu soll auch auf ewig grünen
Geliebter
So lang ein Athem wohnt in dieses Leibes Höl.
Wie
Und wie sie ferner sich in seine Arme schloß
Wie sie den Nectar-Safft der höchsten Lust genoß
Und ihm ingleichen gab den Zunder der Begierden
Verschweigt die schwartze Nacht. Und meine Hippocren
In dem es Phöbus heist darff nicht mehr weiter gehn.