Der gepeinigte Cupido bey Hn. S. R. von P. und Jfr. B. E. v. S. Hochzeit vorgest...

By Heinrich Mühlpfort

Der strenge Wütterich so unsre Seelen plagt

(net

Den

Hat einmal wie man meint von Liebe selbst gebrennet

Und allen Himmlischen die süsse Pein geklagt.

Nur aber gantz umbsonst weil sein bekantes Schertzen

War Bürger auf der Lipp’ und Frembdling in dem Hertzen.

Die Flamme so sich nicht mit Hoffnung speisen ließ

Durchwühlte Marck und Blut in ungewohnter Stärcke

Wie rief er fühl’ ich denn der Liebe Wunderwercke?

Die Pfeile so ich vor großmütig von mir stieß

Sind auf mich selbst gericht mein Köcher steckt voll Feuer

Der Bogen ist ein Brand die Sehn ein Ungeheuer

Kein linder Westen-Wind hebt meine Flügel auf

Es scheint als hätte mich der

Ach Unglück! hab ich hier denn mein Gefängnüß funden?

Kömt heisse Folter Angst und Marter gantz zu Hauff

Sol man der Mutter Reich in solchen Schatten finden

Welch Stral verliebter Gunst wird hier ein Hertz entzünden.

Ich sehe wie im Traum nur blasse Myrten stehn

Der Wermut bittern Strauch leidtragende Zypressen

Dort seuftzt der

Auf ewig nicht ihr Leid. Wo sol mein Fuß denn gehn?

Weil scharffe Disteln mir die Wege gantz verschrencken

Zur rechten Heck’ und Dorn zur lincken Kletten hencken.

Die Lufft ist ohne Stern der Himmel ohne Licht

Der Monde wil sich mehr mit Blut als Silber färben.

Der Sonnen Fackel muß im dicken Nebel sterben

Die Morgenröht entferbt ihr Rosen-Angesicht.

Nichts als der Seuftzer Schall verstorbner Seelen wimmern

Bewohnet diesen Ort und hilfft ihn mehr bekümmern.

Hier kan nicht

Nicht Cyperns heilge Burg die stets von Opffern rauchet

Nicht

Nicht

Der Mutter Heiligthum und Wey-tisch wird verhönet

Die Tempel sind veracht die Bilder ungekrönet.

Kein liebreich Anmuths Bild und Wunder schönster Zier

Streut fetten Weyrauch auf die Götter zu bewegen

Die jenen die sich sonst zu meinen Füssen legen

Sind flüchtig und verbannt. Die Inngfern fliehn von hier

Und hassen diesen Ort der nichts als Jammer gibet

Den die Betrübnüß selbst noch sehnlicher betrübet.

Wo man sonst Küsse hört verschrenckter Lippen Schall

Da hört man gantz bestürtzt wehklagen sehnlich heulen

Molch Unck und Fledermauß samt den verfluchten Eulen

Bewohnen diesen Platz. Hilff Himmel welch ein Fall

Schleust itzt den Liebes-Gott in Fässel und in Banden!

Wird meine Heiligkeit und Majestät zu schanden!

Der aller Hertzen kan bewegen ist ohn Hertz

Der Helden überwand muß sich gefangen sehen.

Der vor in Kronen gieng muß itzt in Fässeln flehen.

Mein Schertz verwandelt sich in einen tieffen Schmertz.

Nein

Du bist ein Traum der Welt durch dich bin ich verlohren.

Mir ahnt ein grösser Leid das ich noch büssen muß

Mich dünckt ich seh auch schon der Lethe Schwefel-Pfützen

Wie umb den schwartzen Rand geplagte Geister sitzen.

Dort raucht der

Cocytus öffnet schon den nimmer satten Rachen

Ich höre den

Dort kömt ein ander Bild und düstrer todten Schein

Eilt durch den stillen Wald und gehet wie im Leide

Göttinnen kommen dar im langen Trauer-Kleide

Wo nicht so müssen es doch

Und Geister weil sie noch unsauber von der Erden

Jm Feld

Die erste von der Reih ist

Ich kenn ihr fliegend Haar und krauß gewundne Locken

Welch Hertze reitzet nicht der Schmuck der schönsten Tocken?

Ob nicht den zarten Schleir beschämt die Perlen-Haut

Nur daß sie von dem Felß aus Raserey entsprungen

Und sich mit ihr verstimmt das Uhrwerck kluger Zungen.

Nechst ihr tritt

Besudelt nichts als nur den Leib Leanders klaget

Wie hochgehertzt sein Muthund wie er unverzaget

Den Wellen sich vertraut nur an der Liebsten Brust

Und süssem Mund zu ruhn. Zum Zeichen reiner Liebe

Sind ihre Augen noch von bittern Zähren trübe.

Die Dido folgt und trägt das Schwerd noch in der Hand

Verflucht

Die schöne

Vermehrt die grosse Zahl und alle sind entbrannt

Auf Rache gegen mich. Ich höre Ketten prasseln.

Pfal Zange Holtz und Strick auf mein Verderben rasseln.

Mehr Worte hatte nicht der Zipripor gemacht

Als der gesamte Hauff ihn schleunig übereilet

Und ieder war ihr Ampt der Marter ausgetheilet

Die bind ihm Händ und Füß. Ein andre ist bedacht

Wie sie an einen Pfal den höchstverhasten spisse

Die steupt ihn mit der Ruth an statt gewünschter Küsse.

Und iede reitzet Rach auf Rach und Hohn auf Hohn

Die sticht ihm Pfriemen ein und scharffe Nadel-Ritze

Und jene hackt die Haut in Purpur rohte schlitze

Cupido heult und schreyt. Noch weckt der Wiesel Thon

Nicht einig beyleid auf. Der Vorwitz macht sie schlimmer

Und eingepflantzter Zorn in ihrer Thorheit grimmer.

Indeß erbarmt sich noch die Mutter aller Gunst

Erlöst den lieben Sohn durch unerforschte weise.

Er der sich frey befand begonte drauf gar leise

Zu streichen in die Lufft als wie ein leerer Dunst.

Sie peitschen immer drauf nur

Und flicht die Geisseln ein in Blut-bemilchte Rosen.

Cupido der von Qual und Streichen müde war

Fiel mitten in dem Flug bey einem Walde nider

Kein Artzney stärckte nicht die außgezehrten Glieder

Er lag entseelten gleich biß daß sich eine Schaar

Von Jungfern zu ihm macht deß Kindes Noth beklagen

Und ein erbeut sich drauf nach Haus ihn mit zu tragen.

Die wehrtste so die Sonn am Himmel je erblickt

Die Zucht und Freundligkeit zu Schwestern ihr erkohren

Bey welcher Lilg und Roß zu herbergen geschworen

Die hat das nackte Kind mit ihrer Hold erquickt

Jhm Pflaster aufgelegt die Wunden wol verbunden

Biß daß die Schmertzens-Angst ist allgemach verschwunden.

Die Kräfften blühten auf der Bogen ward voll Feur

Die Sehne steiff und fest die Pfeile noch gespitzter

Seinfroher Geist entbrand im Lieben viel erhitzter

Und als er Abschied nahm so schwur er hoch und theur

Bey seiner Mutter Glantz die Nymfe zu beschencken

Sie solte dieser Treu und Danckbarkeit gedencken.

Ich sigel itzt mein Wort so sprach er mit dem Kuß

Den dir dein Liebster sol gedoppelt wiedergeben.

Die Liebe wird dich einst auff ihren Thron erheben

Und deine Tugend kröhnt des Segens Uberfluß.

Ein Mann von edlem Stamm und tapffern Treffligkeiten

Wird dich als Nymf und Braut zu seinem Ehbett leiten.

Der Monden der hat sich nicht völlig umgewand

Als die

Als sie den holden Leib ins Braut-Kleid eingeschuüret

Und willig ihre Lieb und edle Flamm bekant

Den

Der ihr nach Pflicht und Schuld dergleichen danck erwiesen.

Wolan so brenne nun die ewig lichte Glut

Bey dem

Verleschen nimmermehr und bittre Noth und Schmertzen

Besiget trene Gunst. Der edlen Ahnen Blut

Sol durch die wehrten Zwey noch mehr vereinigt werden.

So bleibt auch nach dem Tod ihr Ebenbild auff Erden.