Der gepeinigte Cupido bey Hn. S. R. von P. und Jfr. B. E. v. S. Hochzeit vorgest...
Der strenge Wütterich so unsre Seelen plagt
(net
Den
Hat einmal wie man meint von Liebe selbst gebrennet
Und allen Himmlischen die süsse Pein geklagt.
Nur aber gantz umbsonst weil sein bekantes Schertzen
War Bürger auf der Lipp’ und Frembdling in dem Hertzen.
Die Flamme so sich nicht mit Hoffnung speisen ließ
Durchwühlte Marck und Blut in ungewohnter Stärcke
Wie rief er fühl’ ich denn der Liebe Wunderwercke?
Die Pfeile so ich vor großmütig von mir stieß
Sind auf mich selbst gericht mein Köcher steckt voll Feuer
Der Bogen ist ein Brand die Sehn ein Ungeheuer
Kein linder Westen-Wind hebt meine Flügel auf
Es scheint als hätte mich der
Ach Unglück! hab ich hier denn mein Gefängnüß funden?
Kömt heisse Folter Angst und Marter gantz zu Hauff
Sol man der Mutter Reich in solchen Schatten finden
Welch Stral verliebter Gunst wird hier ein Hertz entzünden.
Ich sehe wie im Traum nur blasse Myrten stehn
Der Wermut bittern Strauch leidtragende Zypressen
Dort seuftzt der
Auf ewig nicht ihr Leid. Wo sol mein Fuß denn gehn?
Weil scharffe Disteln mir die Wege gantz verschrencken
Zur rechten Heck’ und Dorn zur lincken Kletten hencken.
Die Lufft ist ohne Stern der Himmel ohne Licht
Der Monde wil sich mehr mit Blut als Silber färben.
Der Sonnen Fackel muß im dicken Nebel sterben
Die Morgenröht entferbt ihr Rosen-Angesicht.
Nichts als der Seuftzer Schall verstorbner Seelen wimmern
Bewohnet diesen Ort und hilfft ihn mehr bekümmern.
Hier kan nicht
Nicht Cyperns heilge Burg die stets von Opffern rauchet
Nicht
Nicht
Der Mutter Heiligthum und Wey-tisch wird verhönet
Die Tempel sind veracht die Bilder ungekrönet.
Kein liebreich Anmuths Bild und Wunder schönster Zier
Streut fetten Weyrauch auf die Götter zu bewegen
Die jenen die sich sonst zu meinen Füssen legen
Sind flüchtig und verbannt. Die Inngfern fliehn von hier
Und hassen diesen Ort der nichts als Jammer gibet
Den die Betrübnüß selbst noch sehnlicher betrübet.
Wo man sonst Küsse hört verschrenckter Lippen Schall
Da hört man gantz bestürtzt wehklagen sehnlich heulen
Molch Unck und Fledermauß samt den verfluchten Eulen
Bewohnen diesen Platz. Hilff Himmel welch ein Fall
Schleust itzt den Liebes-Gott in Fässel und in Banden!
Wird meine Heiligkeit und Majestät zu schanden!
Der aller Hertzen kan bewegen ist ohn Hertz
Der Helden überwand muß sich gefangen sehen.
Der vor in Kronen gieng muß itzt in Fässeln flehen.
Mein Schertz verwandelt sich in einen tieffen Schmertz.
Nein
Du bist ein Traum der Welt durch dich bin ich verlohren.
Mir ahnt ein grösser Leid das ich noch büssen muß
Mich dünckt ich seh auch schon der Lethe Schwefel-Pfützen
Wie umb den schwartzen Rand geplagte Geister sitzen.
Dort raucht der
Cocytus öffnet schon den nimmer satten Rachen
Ich höre den
Dort kömt ein ander Bild und düstrer todten Schein
Eilt durch den stillen Wald und gehet wie im Leide
Göttinnen kommen dar im langen Trauer-Kleide
Wo nicht so müssen es doch
Und Geister weil sie noch unsauber von der Erden
Jm Feld
Die erste von der Reih ist
Ich kenn ihr fliegend Haar und krauß gewundne Locken
Welch Hertze reitzet nicht der Schmuck der schönsten Tocken?
Ob nicht den zarten Schleir beschämt die Perlen-Haut
Nur daß sie von dem Felß aus Raserey entsprungen
Und sich mit ihr verstimmt das Uhrwerck kluger Zungen.
Nechst ihr tritt
Besudelt nichts als nur den Leib Leanders klaget
Wie hochgehertzt sein Muthund wie er unverzaget
Den Wellen sich vertraut nur an der Liebsten Brust
Und süssem Mund zu ruhn. Zum Zeichen reiner Liebe
Sind ihre Augen noch von bittern Zähren trübe.
Die Dido folgt und trägt das Schwerd noch in der Hand
Verflucht
Die schöne
Vermehrt die grosse Zahl und alle sind entbrannt
Auf Rache gegen mich. Ich höre Ketten prasseln.
Pfal Zange Holtz und Strick auf mein Verderben rasseln.
Mehr Worte hatte nicht der Zipripor gemacht
Als der gesamte Hauff ihn schleunig übereilet
Und ieder war ihr Ampt der Marter ausgetheilet
Die bind ihm Händ und Füß. Ein andre ist bedacht
Wie sie an einen Pfal den höchstverhasten spisse
Die steupt ihn mit der Ruth an statt gewünschter Küsse.
Und iede reitzet Rach auf Rach und Hohn auf Hohn
Die sticht ihm Pfriemen ein und scharffe Nadel-Ritze
Und jene hackt die Haut in Purpur rohte schlitze
Cupido heult und schreyt. Noch weckt der Wiesel Thon
Nicht einig beyleid auf. Der Vorwitz macht sie schlimmer
Und eingepflantzter Zorn in ihrer Thorheit grimmer.
Indeß erbarmt sich noch die Mutter aller Gunst
Erlöst den lieben Sohn durch unerforschte weise.
Er der sich frey befand begonte drauf gar leise
Zu streichen in die Lufft als wie ein leerer Dunst.
Sie peitschen immer drauf nur
Und flicht die Geisseln ein in Blut-bemilchte Rosen.
Cupido der von Qual und Streichen müde war
Fiel mitten in dem Flug bey einem Walde nider
Kein Artzney stärckte nicht die außgezehrten Glieder
Er lag entseelten gleich biß daß sich eine Schaar
Von Jungfern zu ihm macht deß Kindes Noth beklagen
Und ein erbeut sich drauf nach Haus ihn mit zu tragen.
Die wehrtste so die Sonn am Himmel je erblickt
Die Zucht und Freundligkeit zu Schwestern ihr erkohren
Bey welcher Lilg und Roß zu herbergen geschworen
Die hat das nackte Kind mit ihrer Hold erquickt
Jhm Pflaster aufgelegt die Wunden wol verbunden
Biß daß die Schmertzens-Angst ist allgemach verschwunden.
Die Kräfften blühten auf der Bogen ward voll Feur
Die Sehne steiff und fest die Pfeile noch gespitzter
Seinfroher Geist entbrand im Lieben viel erhitzter
Und als er Abschied nahm so schwur er hoch und theur
Bey seiner Mutter Glantz die Nymfe zu beschencken
Sie solte dieser Treu und Danckbarkeit gedencken.
Ich sigel itzt mein Wort so sprach er mit dem Kuß
Den dir dein Liebster sol gedoppelt wiedergeben.
Die Liebe wird dich einst auff ihren Thron erheben
Und deine Tugend kröhnt des Segens Uberfluß.
Ein Mann von edlem Stamm und tapffern Treffligkeiten
Wird dich als Nymf und Braut zu seinem Ehbett leiten.
Der Monden der hat sich nicht völlig umgewand
Als die
Als sie den holden Leib ins Braut-Kleid eingeschuüret
Und willig ihre Lieb und edle Flamm bekant
Den
Der ihr nach Pflicht und Schuld dergleichen danck erwiesen.
Wolan so brenne nun die ewig lichte Glut
Bey dem
Verleschen nimmermehr und bittre Noth und Schmertzen
Besiget trene Gunst. Der edlen Ahnen Blut
Sol durch die wehrten Zwey noch mehr vereinigt werden.
So bleibt auch nach dem Tod ihr Ebenbild auff Erden.