Der handlende Mercur und siegende Cupido Bey H. F. B. u. J. H. G. Hochz. 14. Nov...
Weicht nur ihr Götter weicht für meiner Herrligkeit
Mein mächtig Scepter drückt all eure Hoheit nieder
Jm Köcher führ' ich Brand und Funcken im Gefider
Und meiner Siege Ruhm erschallet weit und breit.
Der Himmel ist nicht frey und Jupiter gefangen
Wenn dieser schnelle Pfeil durch seine Brust gegangen.
Daß die Verwegenheit dir angebohren sey
Erweist du täglich noch mit Worten und mit Wercken
Man kan den Ubermuth aus deinen Thaten mercken
Ein Kind das nackt und bloß gantz ohne Scham und Schen
Greift auch die Götter an ach unbesonner Knabe
Gedencke doch wie viel der Himmel Keile habe!
Die Donnerkeile sind nur Stroh für meinem Pfeil
Und flüchtiger Mercur erinn’re dich der Stunden
Da sich die Chione umb deinen Halß gewunden.
Sucht nicht wer tödlich kranck bey mir noch Hülf und Heil.
Ich mache Löwen zahm und spiele mit den Drachen
Die Tyger müssen stehn die Crocodilen lachen.
Nichts als nur Schadenfroh was gleicht sich meinem Ruhm?
Die Götter brauchen mich zu ihrem Abgesandten
Ich bin der Scheide-Mann bey Fried und Kriegs Verwandten.
So ist Beredsamkeit mein eintzig Eigenthum
Es hat die Lilien die Vorwelt mir geweyhet
Weil offters meine Zung anmuthig sie erfreuet.
Du fühlst die Ohren nur ich aber Seel und Geist
Man kan bey schwartzer Nacht nicht so viel Sterne kennen
Als von der Liebe Gluth mir treue Hertzen brennen.
Und was diß grosse Rund in seinem Kreiß beschleust
Hengt meiner Regung nach empfindt die süssen Züge
Womit ich Hertz an Hertz und Seel an Seele füge.
Die Flamme die du rühmst brennt viel in Asch und Grauß
Ich baue Land und Stadt mein handeln und verkehren
Wird uns die neue Welt durch Kauffmanschafft gewehren
Was bringt uns nicht vor Gut so manches Segel-Hauß?
Wir speisen Indien und China auff dem Tische
Ja der beeiste Nord muß liefern seine Fische.
Es sey ein Kauffmann muß durch Hitze Frost und Schnee
Durch Unruh und Gefahr in frembde Länder reisen.
Ist mein ergebnes Volck nicht seliger zu preisen?
Das ruht bey einem Baum das schläfft in bundtem Klee
Treibt kein Gewerbe nicht weiß Wechsel nicht zu schlüssen
Das beste
Weg mit der Näscherey du Sinnen-loses Kind
Hat nicht das güldne Rom mir Tempel aufgesetzet
Weil ich den Handels-Mann stets mit Gewinn ergetzet?
Reicht er nicht Lorbern mir die reine Jungfern sind
Die tauch ich vor in Brunn die Waaren zu besprengen
Damit hernach das Volck zum Kauff sich möge drängen.
Schau an ein Jungfern-Bild ob Tempel und Altar
Du mir nicht wirst gebaut in ihrer Seele finden.
Schau wie die Augen sich den Blitzen gleich entzünden
Der Rosen-volle Mund das aufgekrauste Haar
Der Wangen Milch und Blut sind angenehme Waaren
Hier wird wer kauffen will das Lager-Geld nicht sparen.