Der handlende Mercur und siegende Cupido Bey H. F. B. u. J. H. G. Hochz. 14. Nov...

By Heinrich Mühlpfort

Weicht nur ihr Götter weicht für meiner Herrligkeit

Mein mächtig Scepter drückt all eure Hoheit nieder

Jm Köcher führ' ich Brand und Funcken im Gefider

Und meiner Siege Ruhm erschallet weit und breit.

Der Himmel ist nicht frey und Jupiter gefangen

Wenn dieser schnelle Pfeil durch seine Brust gegangen.

Daß die Verwegenheit dir angebohren sey

Erweist du täglich noch mit Worten und mit Wercken

Man kan den Ubermuth aus deinen Thaten mercken

Ein Kind das nackt und bloß gantz ohne Scham und Schen

Greift auch die Götter an ach unbesonner Knabe

Gedencke doch wie viel der Himmel Keile habe!

Die Donnerkeile sind nur Stroh für meinem Pfeil

Und flüchtiger Mercur erinn’re dich der Stunden

Da sich die Chione umb deinen Halß gewunden.

Sucht nicht wer tödlich kranck bey mir noch Hülf und Heil.

Ich mache Löwen zahm und spiele mit den Drachen

Die Tyger müssen stehn die Crocodilen lachen.

Nichts als nur Schadenfroh was gleicht sich meinem Ruhm?

Die Götter brauchen mich zu ihrem Abgesandten

Ich bin der Scheide-Mann bey Fried und Kriegs Verwandten.

So ist Beredsamkeit mein eintzig Eigenthum

Es hat die Lilien die Vorwelt mir geweyhet

Weil offters meine Zung anmuthig sie erfreuet.

Du fühlst die Ohren nur ich aber Seel und Geist

Man kan bey schwartzer Nacht nicht so viel Sterne kennen

Als von der Liebe Gluth mir treue Hertzen brennen.

Und was diß grosse Rund in seinem Kreiß beschleust

Hengt meiner Regung nach empfindt die süssen Züge

Womit ich Hertz an Hertz und Seel an Seele füge.

Die Flamme die du rühmst brennt viel in Asch und Grauß

Ich baue Land und Stadt mein handeln und verkehren

Wird uns die neue Welt durch Kauffmanschafft gewehren

Was bringt uns nicht vor Gut so manches Segel-Hauß?

Wir speisen Indien und China auff dem Tische

Ja der beeiste Nord muß liefern seine Fische.

Es sey ein Kauffmann muß durch Hitze Frost und Schnee

Durch Unruh und Gefahr in frembde Länder reisen.

Ist mein ergebnes Volck nicht seliger zu preisen?

Das ruht bey einem Baum das schläfft in bundtem Klee

Treibt kein Gewerbe nicht weiß Wechsel nicht zu schlüssen

Das beste

Weg mit der Näscherey du Sinnen-loses Kind

Hat nicht das güldne Rom mir Tempel aufgesetzet

Weil ich den Handels-Mann stets mit Gewinn ergetzet?

Reicht er nicht Lorbern mir die reine Jungfern sind

Die tauch ich vor in Brunn die Waaren zu besprengen

Damit hernach das Volck zum Kauff sich möge drängen.

Schau an ein Jungfern-Bild ob Tempel und Altar

Du mir nicht wirst gebaut in ihrer Seele finden.

Schau wie die Augen sich den Blitzen gleich entzünden

Der Rosen-volle Mund das aufgekrauste Haar

Der Wangen Milch und Blut sind angenehme Waaren

Hier wird wer kauffen will das Lager-Geld nicht sparen.