Der Messias. Sechzehnter Gesang.
Der miskennet den ewigen Sohn, den Herrlichen Gottes,
Der es nicht weis, daß durch Jhn, und für Jhn, der
Vater die Schöpfung
Schuf, und daß Er der Schaarenheere, die zählbar nur Jhm sind,
Jener, die glückseligkeitfähig Verstand und Wahl macht,
Herrscher ist, so lange bis einst, aus aller Welten
Labyrinthen, die Wege des Ewigen alle, zu Einem
Großen Ziele, der Seligkeit Aller, herüberkommen.
Hätt’ am Kreuze nicht Er gerufen: Es ist vollendet!
O so könnte das Heer ohne Zahl der Erschaffenen, ganz dann
Selig, dereinst durch die Himmel: Es ist vollendet! nicht rufen.
Aber, als er zu schaffen beschloß, beschloß er zu sterben.
Jesus Christus, der göttliche Sohn des ewigen Vaters,
Und der Mensch, stieg wieder hinauf zu der Höhe des Berges,
Welcher, bis er sich zur Rechte des Vaters erhübe, sein Thron war,
Sieh, ein Thron auf Erden; und doch des Herrschers der Welten!
Unter ihm bebt’, und leuchtete Tabor. Die Auferwekten
Standen um ihn, und ferner, als sie, die Cherubim Gottes.
Offen waren die höhren Kreise gegen des Himmels
Allerheiligstes. Christus stand in der Mitten, und lehnte
Sich an einen bemoosten Felsen, der neben ihm ruhte,
Nicht der Leidende mehr! Vor ihm, verloschen der Väter
Und der Engel Schimmer, in werdende Dämmrung; Eloa’s
Lichtausgiessende Morgenröthen, in Sommermondnacht,
Aber so oft sein Auge voll Gottheit blickte, so saßte
Süsses Gefühl der Endlichkeit Alle! so standen sie Alle
Gern auf ihren Stufen, auf die, in der Reihe der Wesen,
Er sie gestellt! so fühlten, durch ihn, sie Alle sich selig!
Siehe, der Cherub verstand den Wink in gewendetem Antliz
Christus, und schwebte dahin. Bald kam er mit Seelenschaaren
Wieder, ihr Führer, der Todten, die, seit des göttlichen Sohnes
Auferstehung, waren gestorben, und deren Leichen
Gräber izt Weinende gruben, oder dem Staube die Urnen
Mit der Cypreß’ umwanden. Die Blume blühet, mit welcher
Einiger Gräber Geliebte nun bald bestreuen, und dennoch
Ist schon reif das Gericht des Todten im blumigen Grabe.
Christus Gesendeter führte die Seelen nach Tabor hinüber.
Wie der Gewitterregen, im Sonnenstral hier heller,
Trüber dort, wo es mehr sich wölkt, von dem Himmel herabfällt;
Oder wie, wenn in einer erhabneren feurigen Seele
Leidenschaft kämpft, und Vernunft, sie Gedanken zu Schaaren um-
schweben,
Wahre Gedanken, und falsche, doch diese mit Mienen der Wahrheit
Täuscher, darein von der Leidenschaft Zauberstabe verwandelt.
Nahe waren dem ersten Gericht die Seelen gekommen.
Und sie schwebten vor Christus, und riefen ihr schnelles Erstannen
Freudig aus, und bang, als sie, den Gott in der Mitte,
Und die Götter um ihn erblickten. Der Herrscher der Welten
Sprach: Wer seyd ihr Seelen? und dumpfes vermischtes Geschrey rief.
Wer sie wären; bescheidenes Urtheil über sich selber,
Stolzes mehr: allein in dem Antliz des stralenvollsten
Unter den Göttern, sahen sie bald, daß Jhm sie vergebens
Sich verbürgen. Und einige Götter sonderten Seelen
Aus dem Haufen, und brachten sie näher dem obersten Gotte.
Und der Richter richtete. Schnelle Worte geboten,
Schnellere Winke den Engeln. Die Engel zeugten, enthüllten
Flammenschrift; bald rollten sie wieder die Bücher zusammen;
Streuten nur wenig umher des furchtbaren Glanzes. Die Seelen
Redeten, schwebten verstummt. Kurz war das Urtheil des Richters!
Traf gleich Blitzen! umglänzte mit Wonne, wie Stralen des Tages
Den, der blind war, oder sein Wink gebot auch den Engeln
Nur den Weg, den hinauf die Seelen, oder hinunter
Wandeln solten. Es führen der Wege viele zum Abgrund,
Viele gen Himmel, einige währen Aeonen, und Stunden
Einige. Dort entdecken es ihnen der Welten Bewohner,
Lassen es hier die Seelen selbst erforschen, warum sie
Sich hinauf zu dem Throne Gottes schwingen, warum sie
Ach! hinab in den Abgrund sinken. Der näheren Seelen
Viele riefen, und stürzten in Tabors Staub sich nieder.
Riefen: Jupiter, Gott des Donners! erbarme dich unser!
Brama! Tien! Allvater! wir fehlten, sündigten, irrten,
Zevs Kronion! Götterbeherrscher, erbarme dich unser!
Aber dem wartenden Cherubim gab der Erlöser Befehle:
Der vom Euphrates steigt, von des Libanons äusserstem Sterne,
Bis zu der siebenden Ceder des Haines hinauf. Gesündigt
Hat er viel; allein stark war die Reizung, und heftig
Seine Seele. Wenn er des Phiala Stralen sich nähert,
Soll der Bewohner des Sterns des Versöhners Namen ihn nennen.
Dieses vom Ganges Seele war trüb’, und zu weich, er hatte
Keine Gewißheit. Er steigt hinauf bey dem Hermon. Den Richter
Nennt ihr ihm nie, und früher als jenem den Sündenversöhner,
Bey dem Schimmer Engeddi … Was neigst du so tief in den Staub dich?
Bis zur Unmenschlichkeit stolz war dieser. Führt ihn zur Hölle,
Eh’ ich des Oelbergs Gipfel betrete … Jupiter, höre!
Zürne nicht so! Er sank in schneller Betäubung nieder.
Hättest du deinen Freund nicht verrathen; so führte der Engel
Dich nicht hinab. Zween Winke noch lehrten den führenden Engel.
Gebt dem redlichen Manne die Palme früher, so bald er
Neben der Quelle Bethlehems schwebt. Du glaubtest, Allvater
Lohne. Grösser ist Gott, als du ihn, Redlicher, dachtest.
Wacht’ er zu Schlachten nicht auf? und legt er zu Träumen
von Schlachten
Sich nicht nieder?.. Schnell war der Blick des Gebieters, und schnell war,
Der den Blutigen führte … Dem stillen Verläumder, daß diesem
Jeder schlangenzüngige Lästrer der Höll’ entgegen
Zische! Stürzet ihn, Engel, hinab in die unterste Hölle!
Eilend kam ein Cherub herab aus der Ruhstat Gottes;
Und wie die wehenden Locken ihm flogen, die Wangen ihm glühten,
Sank er, vor Jesus Christus, dem Weltbeheirscher, zur Erde.
Mitler, der Stern, dessen Hüter ich bin, erhebt zu dem Ziele
Seiner Wandlung sich bald. Des hohen Sternes Bewohner
Haben schon Vorempfindung von ihrem Schwunge zum Urlicht;
Aber sie halten den Durst, aus seinen Strömen zu schöpfen,
Kaum noch aus. Zwar ist ihr Gefühl der Seligen Gottes;
Dennoch ist es Begnadung, wenn du sie früher hinaufführst!
Darf ich Gethsemane rühren und seine Palmen; so zittern
Wankender meine Pole, so sinken die Pfeiler der Tiefen
Eh, und mit ihnen hinab die Paradiese des Sternes.
Rühre Gethsemane, Ch’rub und seine Palmen. Der Engel
Eilte dahin, das Gestirn, daß es fruher ende, zu rühren.
Kermath kam sein Engel entgegen, und lächelt’ ihm Liebe,
Sagte: Du warst für die Menschen, mit denen du lebtest, zu edel,
Guter Kermath. Das wars, daß sie dich verkannten, und haßten.
Trockne sie nun die Zähren, die du, mit innigem Schmerze,
Wegen dieser Verkennung in deiner Einsamkeit weintest.
Komm, den Lohn zu empfahn, den diese Güte des Herzens,
Diese Geduld dir erwarb. Blick auf! (er wies nach dem Sterne)
Dort wirst du auf der ersten Stufe der Seligkeit stehen!
Aber du steigst, die Ewigkeit durch, von Stufe zu Stufe,
Jmmer von Helle zu Licht, von Freude zu Wonne!.. Sie schwebten
Mit einander empor zu der ersten Stufe des Frommen.
Einer von Indiens Königen war gestorben. Die Seele
Wallte, noch ganz nicht wach von dem letzten Schlummer des Todes,
Säumete, däucht’s ihr, in langen unabsehlichen Gängen.
Jezo erwachte der Todte vom Schlummer, von seiner Größe
Wahne noch nicht, von ihrem Taumel noch immer ergriffen.
Aber wo sind denn die Seelen der Sklaven, deren Gebeine
Aus der Asche der duftenden Staude die Lebenden lasen,
Weineten, daß man ihre Gebeine nicht läse? wo sind sie,
Daß sie den todten Satrapen, ihr Herrscher komme! verkünden?
Einsam wallt’ er hervor aus der dämmernden Gänge Gewölben
In die Freye des Himmels, und sahe gegen sich über
Einen Unsterblichen stehn, deß Recht’ ihm winkte zu weilen.
Auf den verwunderten sahe der himmlische Jüngling, mit Lächeln,
Doch mit beginnendem nur, herunter. Folge von Ferne
(sagte zum Herrscher der Engel) dem Schimmer, welchen du sehn wirst
Hinter mir sich verbreiten. Er mußte folgen, und bald stand
Er in der Seelen dichtestem Drang’, und wurde gerichtet!
Ach hier find’ ich gewiß, hier find’ ich Rettung! denn Götter
Seh ich hier; und ihr seyd gerecht, ihr ewigen Götter!
Menschen sind das nicht! sind Hasser, Verfolger der Unschuld,
Blinde! verkennen, wer redlicher ist, wer besser als sie ist!
Rief ein abgeschiedener Geist, und wurde belohnet.
Gelimar lag auf dem Sterbelager, ein feuriger Jüngling,
Recht in der vollen Morgenröthe des Lebens. Sein Freund stand
Neben ihm, reicht’ ihm Kühle des Quells in brennendem Durste.
Gelimar sprach: Auf ewig! was wähnest du anders? auf ewig
Ist es, daß wir uns trennen! So sind die Loose gefallen
Jenes Baumes, und jener Blume, des sterbenden Jünglings
Hier, den du liebest, und deins, und aller, die Sterblichkeit athmen!
Alles ist aus, vorüber, wenn wir verwelken, verdorren,
Sterben! alles vergangen, als wär’ es niemals gewesen!
Jüngling! was soll der weinende Blick voll Trostes? Du wilst doch
Mich nicht etwa trösten? Was soll mir Tröstung? ich sterbe!
Tröste dich, daß du leben mögest! Ich fürchtet’ es lange,
Aber ich dacht’ es nicht oft, in der Freude der blühenden Jahre;
Ach nun ist es gekommen, und ich muß wallen, hinunter
Etwa ins Grab? ich walle nirgend hin! Denn ich bin dann
Aufg’löset, ein Nichts! Du wirst dem verwesenden Leichnam
Doch den Namen des Freundes wohl nicht, der dich liebete, geben?
Ehmals schonet’ ich deiner Thränen; itzt kenn’ ich kein Schonen,
Selber deiner Thränen nicht mehr! Mit eisernem Arme
Fasset der Tod! und eisern wird des Sterbenden Seele!
Ha, er ist entsetzlich der schwarze Gewittergedanke,
Daß ich sterben muß! hinstürzen muß, und verwesen!
Höre, vernimm, bewahre des Scheidenden Wort, du Geliebter,
Wie ein Krieger, den Schild: Ach, daß ich sterbe, vergehe!
Klag’ ich die Götter nicht an. Wir Armen sind zu geringe
Zu der Unsterblichkeit! Eile nun hin, und schöpfe der Quelle
Ganzen Strudel mir aus, damit ich noch Einmal mich labe,
Oder, wird es mir Tod, gleich sterbe. Sein Freund gebietet,
Und sie bringen ihm dar die volle Schaale des Todes.
Bleicher ward er, und schwindelt’, und zittert’, und starb. Die getrennte
Seele schlummerte fliehenden Schlaf von der letzten Erschüttrung.
Ach sie schwung sich empor! Schon strömte des lauten Erstaunens
Donnerruf! schon floß der freudigen süßen Verwundrung
Silberstimme. Jhr Götter, unsterbliche Götter! ists möglich?
Götter der Sonn’ und des Mondes, ists möglich? ich lebe? der todt war,
Lebet? ihr Götter der Erd’, und des Himmels, und aller Sterne!
Ach ich bin! kein letzter Traum des sierbenden Leibes
Ist es! ich bin! und dieser kein Leib, der wie Blumen verwelket.
Heilige, heilige Götter! der Sonne Götter, des Mondes,
Und der Sterne, die dort mir immer herrlicher strahlen!
Ach wo seyd ihr? wo such’ ich euch auf? wo stürz’ ich mich nieder?
Weine Dank, daß ich bin! und nun auf immer, ihr großen,
Ewigen Götter? Wo klaget mein Freund? Zu weit von der Erde
Schweb’ ich! Wo jammert des Leidenden Herz, er werde vergehen,
Wie, den er liebte, vergieng? Vergehen, du Treuer, du Guter?
Warum starb er nicht auch? Vergehen, meinst du, du Treuer?
O die erhabenen, heiligen Götter, die Schöpfer des Todes
Und des Lebens, die ewigen Götter meynen es anders!
Darf ich hinunter steigen, den Hain besuchen, in dem er
Mir mein Grab aufgräbt? mit Einer Labung zum Tod’ ihn
Letzen? und ihn mit mir herauf zur Unsterblichkeit führen?
Jezo erblicket’ er Wesen, welch’ ihm glichen; sie schwebten
Nieder nach Tabor: auch andre sah er, welch’ ihm nicht glichen;
Und die däuchten ihm Götter zu seyn. Er eilet zu diesen,
Sinkt anbetend nieder, und rufet: Ich bin! ach ich dank’ euch,
Preis’ euch, lieb’ euch, bet’ euch an, ihr ewigen Götter,
Daß ich bin!.. Wir sind Erschafne … Gestorben, wie ich? lebt
Nach dem Tode, wie ich? .. Gott ist nur Einer. Er schuf uns,
Aber unsterblich. Folg uns jezt. Bald giebt dir Erkenntniß
Er, der Sonnen und Cherubim schuf, und Seelen der Menschen.
Und er kam zum Versönenden, ruft’ ihm die ersten Jubel,
Folgte dem Führer, den Pfad hinauf, den Gott für ihn auskohr.
Sonnen giengen auf, und Sonnen unter, und immer
Währte Christus Gericht. Wie wechselnde Regenschauer,
Kamen die Seelen, izt dicht aus der Wolke stürzend, izt träufelnd;
Trokneten weg in dürren Gefilden, oder entflossen,
Silberquellen, blumigen Hügeln. Der Himlischen Wehmut,
Oder Wonne begleitete stets die Seelen, nachdem sie
Aufstieg, oder sank die schiksalentscheidende Wagschaal.
Eines Königes Burg war eingesunken. Die Todten
Kamen. Lüstlinge waren sie oder Tyrannen gewesen.
Einer nur hatt’ ein Herz. Der Schwarm umringt’ ihn, verbarg ihn;
Und er ließ sie’s: nicht lang’, und er stand vor den Engeln allein da.
Wie ein redlicher Mann, den Verleumder umwölken, verachtet
Sich zu vertheidigen, schweigt; denn bald verzieht das Gewölk sich.
Ach noch rauchet sein Blut, noch rollt er das Auge, noch starrt es
Ganz nicht hin, noch zukt sein Gebein. Nun strekt er dem Grabe
Völlig sich aus, und entschläft. Er hatt’, in der Wut der Verzweiflung,
Gegen sein Herz den wankenden Dolch gerichtet, zur Erd’ ihn
Niedergeschmettert, ihn wieder ergriffen, mit furchtbarer Lache,
Blinken gesehn den Verderber; hatt’ Ahndung gehabt von Blute,
Schwarzem, eigenem Blute, mit Kälte den Dolch auf den Herzschlag
Angesetzet, ihn langsam zurückgezogen, mit hohem
Arme gezielt, und gestossen, daß dumpf die eherne Brust ihm
War erschollen, unter des fallenden Last erschollen,
War die Erde! Sein Geist stand jezt vor dem Richter, besann sich
Kaum noch, was jene Wolken, von vollem Monde beleuchtet,
Wären, was jenes Gestirn, das die Wolken beleuchtete, wäre.
Ach, und diese Götter! Das wekt’ ihn. Die Himlischen alle
Schauerten, zweifelten. Aber der Richter lächelt’ ihm Gnade!
Allmacht war sein Lächeln, schuf um zu Wonne das Elend!
Manches Gesez, weil es leicht ihm ward, und in seiner Seele
Keine Neigungen waren, die sich dawider empörten,
Hatte Zadech erfüllt, und stolz war dieser Getäuschte
Auf den kümmerlichen Besiz, den er hatte, geworden,
Auf den Brosam grünliches Brodt, den hölzernen Becher
Aus der stehenden Lache gefüllt, die Hütte von Leimen,
Welche sank, und den kupfernen Scherf. Wer den Armen verachtet,
Weh dem! aber auch Weh dem Manne des Elends, der stolz ist
Auf ein wenig leichtere That! und selber dem Reichen
An weit schwererer, wenn er dabey mit stolzer Erwartung
Sich einschläfert, und Kronen des Lohns, am Ziele des Laufes,
Ohne Demut, sich träumt. Den dürftigen Zadech versenkten
Seine Genossen ins Grab; die Seele stand vor dem Richter.
Steig hinunter mit ihm … Der Cherub begann ihn zu führen,
Aber er sträubte sich, wandte sich, wollt’ entfliehen, vermochte
Nicht zu entfliehn, rief, redete, schwieg. Mich? der so vielen,
Allen Gesetzen gehorchte! der ich Belohnung erwarte!
Mich? Wer bist du, o der mit den blutigen Stralen, der diesen
Schreklichen Pfad mich führet? Verstandest du den Befehl auch,
Der dir ward? Ha wüte nicht so! ich fühle die Wendung
Deines Schwunges! fühle das Drohn der tödtenden Augen.
Ungerechter! du zwingst mich. O möchten dich Nächte verschlingen!
Flammen dich überströmen, und deine Strahlen vertilgen!
Ha, wer bist du? weiche von mir! riefs, trieb nach dem Cherub
Dunkles Gewölk! Schnell, leuchtender Nebel, und schneller noch
Duft, schwand
Vor des Cherubs Glanz das Gewölk. Der Führende schwebet
Vorwärts; die Seele fühlet die Kraft des Unsterblichen, sträubt sich
Gleichwohl, empöret sich nach. Es gelang ihr, in eine der Klüfte
Drey Berghöhen hinab sich zu stürzen. Nun schonte der Cherub
Länger nicht mehr. Sein Ruf war Donner geworden. Die Seele
Kam aus dem Abgrund bebend herauf, und folgte dem Führer.