Der Mund im Vollmond scheut sich nicht

By Max Dauthendey

Written 1892-01-01 - 1892-01-01

Der reife Vollmond stillt die Nacht,

Er legt die Liebenden sich an die Brust,

Er nährt den Schwur und gibt den Lippen Macht.

Der Mund im Vollmond scheut sich nicht,

Er hebt das schwere Herz ans Licht,

Und Wünsche, die sonst ohne Stimmen gingen,

Singen im vollen Mond, wie Bräute singen,

Befreien lächelnd deine Brust

Und weihen dich der großen Lust.