Der Streit der Liebe

By Christian Friedrich Hunold

Written 1697-01-01 - 1697-01-01

Die Welt liegt stets im Streit: doch dencket nicht ihr Helden

Die ihr der Erden-Kreiß mit Stahl und Eisen zwingt

Daß ich von eurem Kampf von Mord und Blut will melden

Und wie ihr Land und Leut in eure Feßel bringt.

Ich meine diesen Krieg den wir mit Lieben führen

Mit Liebe die diß Rund in ihre Bande schlägt

Durch welche wir Gewalt an Leib und Seele spühren

Und die die Helden auch zu ihren Füßen legt.

Die Liebe heißt das Band des Himmels und der Erden

Wenn se vollkommen ist: Wenn wir an Gott verknüpft

Und mit der Welt in Gott zugleich verbunden werden

Denn ist die Freude rein die in dem Hertzen hüpft.

Wenn aber uns die Welt zu ihren Gütern reißet

Zur Schönheit die vergeht zu eitler Ehr und Lust

Und uns mit Leib und Seel darein verlieben heißet:

So brennt verbotne Gluht in der verkehrten Brust.

Mit dieser Liebe hat ein Irdischer zustreiten.

Löscht er ihr Feuer aus und zündet neues an

Das Oehl vom Himmel hat so schmeckt er Süßigkeiten

Und fühlt was oben her ein Freuden-Feuer kan.