Der Teuffel, GOttes Affe. bei Betrachtung der Egyptischen Zaube- rer, die die Wu...

By Johann Justus Ebeling

Von Anfang her hat sich die List

Des Teuffels, der ein Arger ist,

Bemüht durch seinen bösen Saamen

Den Guten immer nachzuahmen.

So bald der Höchste was befiehlt,

Das auf der Seelen Wollfahrt zielt,

So bald sucht er in gleichen Sachen,

In Bösen es auch nach zu machen.

Was man im Sprichwort sonsten lehrt;

Wo man GOtt in den Tempel ehrt,

Da wird der Satan auch geschauet,

Der sich Capellen auferbauet.

Dieß Sprichwort ist klar und gewiß,

Dieweil der Fürst der Finsternis,

In vielen Dingen es gezeiget,

Daß er zur Nachahmung geneiget.

Des Höchsten weise Gütigkeit,

Die uns zu unserm Nuz gebeut,

Befahl die Opfer ihm zu schlachten,

Und dran im Glauben zu betrachen,

Des Weibes-Saamens Löse-Geld,

Daß er für die verlohrne Welt,

In Blut und Todt für unser Leben,

Zur Büssung unsrer Schuld gegeben.

Die Väter in der ersten Zeit,

Die waren zu dem Dienst bereit,

Sie opferten des Höchsten Willen,

Mit wahrer Andacht zu erfüllen.

Sie sahn dabei im Schatten an,

Was der Erlöser nun gethan,

Der uns durch Opfer

Dem man durch ihm im Glauben dienet.

Die Finsternis, des Satans Reich,

Die wurden denen Frommen gleich;

Der Aberglaub, ein Kind der Höllen,

Bemühte sich dem gleich zustellen.

Die Völker die

Die haben Opfer angebrandt,

Sie fingen an die Thier zu würgen,

Und wusten nichts von einem Bürgen,

Den uns der Rath der Seligkeit,

Zum Sünden-Tilger hat bereit;

Die Tempel musten immer brennen,

Zur Lust der Götzen die sie nennen,

Die doch niemahls gewesen sind.

Die Heiden, die verstockt und blind,

Die hat der Satan so betrogen,

Dadurch zu seinem Dienst gezogen.

Des Teuffels List hat das erdacht,

Sich Opfertempel auch gemacht:

Darinnen sie das Blutvergiessen

Des Judenthums, nachahmen müssen.

Das ist ein Beispiel welches weißt,

Wie der des Höchsten Affe heist,

Der als ein

Dem Schöpfer gern will ähnlich werden.

Die heilge Schrift zeigt mehrers an,

Damit man das beweisen kan.

Als

Das seine Sitten, seine Rechte

Bewahret, in Egyptenland,

Gerieth zu einem Knechtschaffts-stand,

Da wolte

Der Knechtschaft, wiederum erretten.

Sein Wink befahl heraus zu gehn,

Das wolt ihr König nicht verstehn:

Drum suchte er durch Wunderzeichen,

Das harte Herze zu erweichen.

Der Höchste sandte seinen Knecht,

Und Aaron der das Licht und Recht

Hernach im Heilgen muste tragen,

Den Pharao das anzusagen:

Laß mein Volk mir zum Dienste gehn,

Sonst wirst du Wunderzeichen sehn,

Die mächtig deinen Willen zwingen,

Der Allmacht muß es stets gelingen.

Der stolze König hörte nicht,

Es muste erst das Machtgericht

Des Höchsten, sich in Wunder zeigen,

Und das verstockte Herze beugen.

Die Wunderzeichen gingen an,

Die

Zuerst warf er den Stab zur Erden,

Der muste gleich zur Schlangen werden.

Das Wasser ward in Blut verkehrt,

(wie uns die heilge Schrift gelehrt)

So bald nur Moses mit den Stekken,

Anfing die Hände auszustrekken.

Der Stab ward wieder ausgestrekt,

Da ward ein Frösche Heer erwekt,

Das aufeinmahl im Teich erwachte,

Und ganz Egypten wimmelnd machte.

Dergleichen Wunderwerke mehr,

Ließ

Und seinen Nahmen zu erhöhen,

Durch Moses Hand und Stab geschehen.

Die Wunderwerke zeigen an,

Wie

Wie er so gleich das kan erfüllen,

Was ihm gefält nach seinem Willen.

Die Wunder können nur allein,

Der Gottheit wahre Zeugen sein,

Wodurch sie ihre Macht beweiset,

Und sich vor allen Göttern preiset.

Jedoch der Teufel zeigt hier auch,

Es sey sein listiger Gebrauch,

Dem Höchsten immer nach zu affen,

Dem GOtt der doch kan alles schaffen.

Er lässet um sich zu erhöhn,

Auch Wunderwerke oft geschehn,

Allein nur Zeichen drin die Blinden,

Der Gottheit herrlich Siegel finden.

Als Moses nach des Höchsten Rath,

Vor Pharao die Wunder that,

Da waren Zauberer zu haben,

Die prahlten auch mit Wundergaben,

Sie machten Schlangen, Blut im Meer,

Es kam ein quaksend Frösche Heer

Die Albern mit den Gaukelstükken,

Als Possenwerken zu berükken.

Es war Betrug was da geschehn

Und aus dem Ende kan man sehn,

Daß alle grossen Teufelskünste,

Nur leere Wolken blauer Dünste,

Die augenbliklich untergehn,

Wie Rauch verschwinden und verwehn,

So bald der Warheit helles Blikken,

Anfänget sich hervor zurükken.

Die Wunder die der Zaubrer wies,

Die waren in der Finsterniß

Als grosse Werke voller Grauen,

Beim Lichte, wie ein Nichts zu schauen.

Das ist des Teuffels Wunderwerk,

Es ist sein stetes Augenmerk

Was

Daß er von sich auch das erdichtet.

Des Afterglaubens blinder Wahn,

Sieht Schatten vor dem Körper an,

Und lässet sich nur zuvergnügen,

Gar gerne durch den Dunst betriegen.

Der Höllen-Fürst spricht gerne Hohn,

Der göttlichen Religion,

Die zeiget ihre Wundergaben:

Drum muß er auch dergleichen haben.

Er macht die Weltbetrieger auf

Die gleichsam Wunderwerk zum Kauf,

In blinden Heidenthum getragen,

Dadurch die Warheit zu veriagen.

So wil durch falschen Heuchelschein,

Das Böse Guten aehnlich seyn,

Die Menschen die recht böse Sünder,

Und eingefleischte Teuffels-Kinder

Die hüllen sich oft in das Kleid,

Der ungeschminkten Frömmigkeit;

Auch dran kan man den Teufel kennen,

Wie er sey