Der Traum.

By Johann Georg Gressel

Was sehe ich? einpfindliche Climene!

Ist euer Hertz durch

Ists müglich daß ihrs seyd gestrenge Schöne?

Ists nicht ein Traum der mich in Jrrthum führt?

Wie! sehe ich allhier die stoltze Schöne?

Die meinen Wunsch durch ihren Haß verletzt;

Die streng’ und unbarmhertzige

Jhr weint; macht daß eur Seuffzen mich ergötzt.

Ein stoltzer Schaam hat schon vor langen Zeiten

Den stillen Wunsch in eurer Brust bekriegt

Ach! daß anjetzt das

Was nach Verdruß! so Hertz als Geist vergnügt.

Die Zärtlichkeit die unser Hertzen brennet

Berauschet uns

Mein Hertz ist schon - - - wer ist es der mich nennet?

Grausahmes Hertz! warum erweckt ihr mich?