[Der unglückselge Mensch kan kaum die Welt begrüssen]

By Hans Aßmann von Abschatz

Written 1672-01-01 - 1672-01-01

Der unglückselge Mensch kan kaum die Welt begrüssen

Daß nicht ein Thränen-Fluß eh das noch schwache Licht

Den hellen Tag erkennt aus seinen Augen bricht

Wird frey und lässet sich in neue Bande schlüssen.

Bringt seine Jahre zu gewiegt in Freud und Leyd

In Unruh Sorg und Angst in Hoffnung Furcht und Streit

Biß ihn der lange Schlaff der Ruhe läst genüssen

Was aber klagen wir? wann wir die Welt begrüssen

So hat uns Jesus Hand ein Freybad zugericht

Wäscht reiniget und stärckt der blöden Augen Licht

Befreyet von dem Strick der Erb-Schuld das Gewissen

Sein Blut ist unsre Milch sein Unschuld unser Kleid

Die Wiege seine Schoß der Schlaff die Seligkeit.

Diß laß mich auch O GOTT allhier und dort geniessen.