Der unverhoffte Trost.
Von vielen Sorgen überhäuft, von trüber Schwermuht
recht gedrücket,
Trat ich, bey dunkler Abendzeit, vor meines Hauses offne
Thür,
Sah eine Zeitlang vor mir nieder, mich nagt’, fast über die
Gebühr,
Ein schwarzer Schmerz, ein dunkler Gram, der meinen
ganzen Geist bestricket;
Kaum aber schlug ich ungefehr
Die trüben Augen in die Höhe, so fiel das helle Sternen-
Heer,
Und, vom entwölkten Firmament, voll Dunkelheit, vermischt
mit Licht,
Das ehrenwürdige Spectakel, auf einmahl schnell mir ins
Gesicht.
Ich fuhr, als wie von einem Strahl und Anblick unverhoffter
Flammen
Gerührt und gleichsam ganz durchdrungen, auf einmahl
schnell in mir zusammen.
Sogleich verschwand, als wie ein Blitz, des trüben Kummers
finstre Nacht;
Es ward in meiner Seelen helle, des dunklen Himmels lichte
Pracht
Zertrennte schnell des Unmuhts Duft, als wie ein Licht die
Finsternissen.
Ich ward aus meiner Schwermuht Tiefe recht mit Gewalt
herausgerissen,
Und in der Ruhe Port geführt. Noch eh ich mich worauf
besann,
Fing sich, in meinem finstern Wesen, ein gleichsam neues
Wesen an.
Wie konnt’ auch dieses anders seyn? Des Schöpfers
allergrößten Werke,
Die hellen Zeugen Seiner Liebe, die Proben Seiner weisen
Stärke,
Entdeckten GOttes Gegenwart. Bey solchem wunderbaren
Licht
Bestund das Heer des dunklen Grams, die Menge schwarzer
Sorgen nicht;
Sie schwunden wie die leichten Schatten, durch die der
Strahl der Sonne bricht.
Mich tröstete, belebte, stärkte auf Seine
Vertrauen,
Auf Seine
bald zu schauen,
Und auf die göttliche
sicht.