Der Wieder-Schein. Nachdem B. bey Erblickung schöner, in einem klaren Wasser sic...

By Barthold Heinrich Brockes

Du machst von diesem Schein und seiner Schönheit mir

So viele Wort’, und bringst so viel Erzehlens für:

Da dennoch alle Pracht nichts wesentlichs; ein Schein,

Und weiter nichts.

Dieß ist zwar wahr; allein

Mir dienet dieser Schein selbst durch die Nichtigkeit,

Indem er mich aufs Urbild führet,

So leider, ungeacht’t der Schön- und Seltenheit,

Blos durch Gewohnheit mich bißhero nicht gerühret.

Ja es liegt in der wandelbahren Klarheit

Von diesem Schein noch eine grössre Wahrheit:

Das Jrdische, so gleichfals flücht- und nichtig,

Sollt uns mit Recht, wie hier der Schein

Uns auf das Urbild führt, zu dem allein

Unwandelbar- und wesentlichem Seyn,

Dem Ursprung aller Herrlichkeiten,

Durch die von ihm erschaffne Schönheit, leiten.