Des Deutschen Krieges Eilffter Theil.
Der neue Feld-Marschalck vor den Bannier zu
stehen
Herr Linnert Torsten Sohn kam in das Feld zu
gehen.
Sag an Geschicht-Göttin was that nun dieser Held?
Er bracht acht tausend Mann aus Schweden in das Feld
Darbey ein großes Geld und eine Mänge Stücke
Mit vielem Kraut und Loth. Es hat das gute Glücke
Jhm stets die Hand gereicht. Es war voran gedacht
Daß sich die-sonder-Häupt-gelaßne Schweden-Macht
um Giffhorn und dahin biß Zell hatt’ eingeleget
und sich ein wenig Zeit daselbsten wol verpfleget
Dahin gieng Torsten Sohn mit seiner neuen Schaar
und machte so ein Heer das groß zu förchten war.
Worauf die Käysrischen sich bald zu rücke gaben
und muste Thüringen sie neu zu Gaste haben.
Ob schon die Meynung war es würde Torsten Sohn
Denselben folgend seyn so ließ er doch davon
und wandte sich dafur (nach dem Jhm seine Schaaren
In Richtigkeit gebracht und neu beeydet waren.
Nach dem auch Seckendorff ein Obrister der es
Mit seinem Feinde hielt dem Krieges-Recht gemäß
Dafür enthäuptet war. Nach dem bey Aschersleben
Ein tausend Käysrische das Leben musten geben
und auch ein rothes Schwerdt in einer starcken Hand
Das seine Spitze hatt’ auf Schlesien gewand
Am Himmel war gesehn) zur Laußnitz und von dannen
Nach Schlesjen Stalhanschs Heer von neuen zu bemannen
Weil es im Abgang war und wegen einer Macht
Von Sächß- und Käysrischen darwider aufgebracht
In großen Nöthen stundt’. Es gieng die Hilff von statten
Ob schon die Käysrischen die Lust zu stützen hatten
So kunten sie doch nicht von wegen jener Schlacht
Die der Lambey verlohr wie oben war gedacht.
Sie musten häuffig fort den Weymarschen und Hessen
Den Widerstand zu thun wiewol nicht groß. In dessen
Gieng Torsten Sohn gantz frey in Schlesien hinein.
Und man sah nun das Glück von neuem Schwedisch seyn.
Wo sich sein Heer erwieß da sprungen Thor und Angel
Worzu auch Stallhansch fich anitzo sonder Mangel
Getreulich brauchen ließ. Grosglogau eine Stadt
Woselbst der Gegentheil viel Krieges-Mittel hatt’
und starck von Volcke war bekam die grösten Wunden.
Sie nahmen sie
Erwürgten sie wie dann ein achtmal hundert Mann
Verfielen fast so viel nahm man gefangen an.
Acht tausend Malter Meel mit etlich tausend Pferden
Die musten allesamt der Schweden Beuthe werden.
Was man an Pulver Bleu an Sätteln Büchsen Stahl
und andern mehr bekam war einer großen Zahl.
Wil uns das Glücke wol so muß man nicht verweilen
und nehmen weil es giebt dann es pflegt sehr zu eilen.
Diß nahm der Schwed in acht und nahm fast Flügel an
Der flügenden Göttin nach dem und jenen Plan
Zu folgen. Trachenberg das wurde gantz nicht sauer
Es gab sich gütig auf. Strig aber Wohlau Jauer
und Grottau fühleten des Stahls und Brands Gewalt.
Dieweil auch Schweinitz noch ein großer Aufenthalt
Des Gegners war und sich die Schweden dero Wällen
Tag-täglich näherten sie unter sie zu ställen
Erhob der Sassen-Fürst Frantz Albrecht seine Schaar
Weil er in Schlesien des Käysers Feld-Herr war
und gieng nach solcher Stadt ihr vor den Schweden Waf-
Von Mitteln so an Volck als anderm Hilff zu schaffen.
Eh er den Ort betrat kam Königsmarck auf jhn
und hielt jhn also fest daß er dahin zu ziehn
Noch Weg noch Vorthel sah. In dem sie also stritten
Kam Torsten Sohn und nahm den Feind recht in die Mit-
Es kam zu großen Streit
und blieben von dem Feind ein achtzehn hundert Mann.
Er selbst der Sassen-Fürst empfieng zwo Kugel-Wunden
Wovon er bald hernach entseelet wurd’ erfunden.
Zwey tausend blieben fest fünff Obersten darbey
Man bracht’ auch viermal zehn von Fahnen nach der Rey
Dem Sieger ins Gesicht. Zwey Thiere lang von Ohren
Mit Geld und andrem mehr die giengenhier verlohren
Auch Schweinitz gab sich auf. Der Schwed gab GOtt den
Preiß
und satzte sich hierauf mit aller Macht vor Neuß
Worin acht hundert Mann in Waffen rüstig stunden
Sie wurden aber bald mit stürmen überwunden
und um den Geist gebracht. Damit so war der Krieg
Mit Schlesjen fast gethan nur Breßlau Lignitz Brieg
und Oppeln stellten sich noch zimlich hart darwider.
Doch Oppeln fiel hieraus durch seine Flammen nider
und Breßlau reichte Geld. Hierauf nahm man den Zug
Nach Olmütz welcher Ort von allerley genug
In sich beschlossen hielt. Kaum da war man darinnen.
Es mahnte Krafft und Muth ein mehrers zu gewinnen.
Wanck der sich vormals hatt’ in Görlitz so gewehrt
Daß jhn so Freind so Feind vor tapfer hat geehrt
Wurd’ hier zum Häupt erkiest den Ort wol zu bewachen
Wie auch nach seiner Kunst zu bauen fest zu machen.
Er hatte neben sich drey tausend Mann zur Wacht.
Es war die Stadt einmal in einer duncklen Nacht
Verrätherisch bedacht sie alle zu ermorden.
Diß
und musten 4 mal 6 dafür enthäuptet seyn.
Man lasse sich ja nie in solche Boßheit ein
Dann sie gar selten kan hinaus geführet werden.
Selbst den
Zerreißen. Also lag die Macht dem Mordenob.
Hiefür hat eine Magd nechst GOtt jhr großes Lob
Sie wuste von dem Mord’ und gab es zu verstehen
Damit jhr Liebster nicht hiedurch möcht’ untergehen.
Die
Daß jhres Schmiedes Werck jhm nicht zu übel thu.
Nu wieder in das Feld woselbst die Schweden-Schaaren
Biß nach ber Donau hin wie Stöhme schüßend waren.
Helm Wrangel gieng nach Wien ein anderer nach Prag
Sie zapften alles an was vorn und hinten lag.
So ungehaltner Macht mit Macht zu widerstehen
Must’ alles Käyser-Volck in einem Hauffen gehen
Mit Piccolomini als seinem General
Die Schwedische Gewalt zu brächen. Seine Zahl
War viertzig tausend Mann. Ein Theil must Olmitz schlüs-
Ein Theil von welchen man das bäste mochte wissen
Des Torsten Sohns sein Heer beziehen dessen Strich
Zu rück in Schlesjen war weil er der Mänge wich.
Diß nahm den Krieg von Brieg das lange Zeit beschlossen
und auch beschossen war. Kam dieses Heer geflossen
Als eine Flut so gieng es jetzund ebbend ab
Daß sein Verfolger sich biß vor Großglogau gab
und solchen Ort beschloß jedoch nicht bäster maßen
Er muste wieder ab und viel darvor verlaßen
Die jhm des Wrangels Volck in einem Außfall schlug.
Man weiß es was Begier Bannier nach Leipzig trug
Man weiß auch wol wie schlecht sein Wollen angegangen.
Und nun kam Torsten Sohn dergleichen anzufangen.
Er gieng durch Schlesien dahin ins breite Feld
und hielt die gute Stadt mit großer Macht umställt.
Kaum da kam auch sein Feind das Leipzig zu entsetzen
und es gerieth hierob
So daß der Käysrischen bey fünffmal tausend Mann
Verfielen fast so viel nahm man gefangen an
und blieben neben dem ein 46. Stücke
Ein 90. Fahnen und das meiste Gut zu rücke.
Des Siegers sein Verlust war kein halb tausend Mann.
Damit so klopfet’ er vor Leipzig wieder an
und zwar mit solchem Ernst daß es sich must’
und biß zum Friedens-Schluß in seinen Diensten leben.
Das machte diese Schlacht. Ists nicht ein Wunderding!
So offte man sich hier des schlagens unterfieng
So offte blieb der Sieg den Kriegs-gelehrten Schweden.
Man mag es sonder Scheu dieweil es wahr ist reden
Daß von den Käysrischen ein zwantzig tausend Mann
In dreyen Schlachtungen vom Leben abgethan
Hierum verscharret seyn. Die Erde gläntzt von Knochen.
Nach dem der Torsten Sohn in fünff und zwantzig Wochen
Zweymal das Glücke hatt’ in offenbarer Schlacht
Zu siegen und dabey manch Ort in seine Macht
Zu kriegen trieb es jhn zu noch viel andern Dingen
Und sih jhn nun gesinnt auch Freyberg zu bezwingen.
Er brauchte großer Macht zog aber endlich ab
Worzu ein neues Heer vom Käyser
Zwey tausend sollen jhm hiervor seyn umgekommen.
Worauf sein andrer Zug nach Olmütz war genommen.
Es war sehr hart bedrängt und schrieb um den Entsatz
Er kam auch schleunig an und rettete den Platz.
Bekam auch über diß Cremsier in seine Klauen
und ließ zwölff hundert Mann hierum darnieder hauen
Worzu Helm Wrangel sich sehr tapfer brauchen ließ
Der wie ein schneller Strohm biß an die Donau riß
und mit drey tausend Mann die Wiener Brücken trutzte
So daß die große Stadt hierob nicht wenig stutzte.
Indessen satzten sich die Käysrischen bey Brinn
und sahen zu wie es den Schwedischen nach Sinn’
und Hertzens-Wundsch ergieng. Sie kunten es nicht än-
Nicht bässer hatten es die in den Ober-Ländern
Dann jhnen der Frantzoß und Heß zu mächtig kam
Das meiste Franckenland in seine Waffen nahm
und großes Geld erhob. Man stritt fast in die Wettte
Wer unser Deutsches Reich auch dessen Haab und Städte
Am bästen rupffen könnt. Hielt Mähren sattsam aus
Noch ärger hielt der Frantz und Heß mit Francken Hauß.
Selbst Würtzburg muste sich zum Geld-bezahlen beugen
und dort sah man Krumau in einem Sturm besteigen
Wo man viel Adel-Volck mit großem Haab bekam
und dann auch Klempenau also mit stürmen nahm.
Es fundten sich auch jetzt viel tausend von Wallachen
Der Schweden große Macht noch mächtiger zu machen.
Doch es war viel Geschrey und wenig Woll hierbey
und sie verstoben auch so leichtlich als die Spreu.
Daß gleichwol auch der Schwed nicht gar zu sicher siegte
Kam eine Feinds-Parthey die unter Bucheim kriegte
und schlug mit leichter Müh drey Regimenter ab.
Warauf der Torsten Sohn dem Feind ein Billichs gab
Zween Obristen hiervon bey jhnen noch gefangen
Zu lösen. Es geschah.
Der ander aber must’ entehret von den Heer.
Das war so viel gesagt r Es thu es keiner mehr
Daß er sein Leben rett’ und seinen Ruhm verlühre.
Denckt daß man sein Gewehr um Ehr’ und Leben führe.
Um dieser Zeiten Lauff erhob in Schweinitz sich
Ein groß Verräther-Werck die Schweden jämmerlich
Zu morden. Doch es wurd in Zeiten kundt und machte
Daß man ein zwantzig Mann in das Gefängniß brachte
und sieben tödten ließ. Ich bin von Mähren ab
und seh herum wie sich des. Gubrians Heer gehab
Und wie Jean de Wört ein Kriegßman bäster maßen
Nu gegen Gustav Horn von Franckreich loß gelaßen
Sich neu entgegen ställ’. Als sich die Frantzen-Schaar
Aus Franckten weg begab und auf dem Wege war
Nach Würtenberg zu gehn gieng jhr de Wört in Rücken
und schlug bey Schorendorff mit ziemlichen beglücken
Ein gutes Theil davon. Er nahm auch Gopping ein
Hiefür must Reutlingen der Frantzen Beuthe seyn.
Noch nahm der schnelle Wört acht hundert Frantzen Wa-
Hergegen wurden jhm vier hundert Mann erschlagen.
Noch schlug er sehr beglückt drey Regimenter ab
Da doch der Rosa das jhm schleunig wieder gab
und zwar in gleicher Zahl. Noch war auf beyden Seiten
Nicht weit von Ravenspurg ein zimlich hitzig streiten
Daß jeder gleich verlohr. Worauf de Gubrian
Das Rothweil rund beschloß. Es wurd’ umsonst gethan
Weil es de Wört entsatzt. Ein Monat kaum verflossen
War es zum andernmahl von Gubrian beschlossen.
De Wört that wiederum so viel jhm möglich war
Dem Ort Entsatz zu thun doch es war seine Schaar
Zu wenig Rothweil must an Gubrian sich ergeben
Es galt jhm aber selbst den Arm und auch das Leben.
Hierauf vertheilte sich das Weymar-Frantzen Heer
(die Hessen hielten sich um diese Zeit nicht mehr
Bey diesen Völckern auf sie kriegten gantz besunders
und machten dort und da den Päpstischen vtel Wunders)
um Düttlingen herum und lag in guter Ruh.
Doch es schlug unverhofft ein großes
In dem die Hatzfeld-Wört- und Lotheringsche kamen
und fast das gantze Heer
Nur Rosa kam davon und etwas Reuterey.
Damit kam Rotweil auch von seinen Feinden frey.
In dem diß hier verlieff hielt Torsten Sohn in Mähren
Bey Neustadt sieben Tag’ im Felde mit begehren
Daß Gallas welcher nun von neuem Feldherr war
(dann Piccolomini gieng nach der Spannschen Schaar
In Catnlonien den Frantzen abzuwehren)
Sich einmal schlagen möcht’ hier aber war kein hören.
Daher er sich mit Macht nach Eulenburg erhob
und lag dem festen Ort in wenig Tagen ob.
Wo eine Million von Geld und andern Sachen
In seine Hände fiel. Hieß das nicht Beuthe machen?
Fast halb so viel bekam der Wrangel auch vor Brinn.
Das Land war sehr erschöpfft noch war solch Gut darin.
Als diß geschehen war ließ er viel Plätze stärcken
So wol mit gutem Volck als auch mit festen Wercken
und gieng nach Schlesien mit einer großen Beuth’.
Es hieb jhm Gerßdorff nach worüber solcher Streit
Entstunde daß nicht viel zu rücke sind gekommen
Halb wurd en sie entsehlt halb in Verhafft genommen.
Also ergieng es auch dem Buchheim dessen Schaar
Von funffzehnhundert Mann des Gerstorffs Meynung
war.
Ein tausend blieben todt bey Masteritz erschlagen
Er selbst vermochte kaum dem
Er kam aufs dritie Pferd. Als nun der Torsten Sohn
Das Schlesjen hatt’ erreicht ließ er das Brieg wovon
Er vormahls nichts erhielt von neuem starck beschüßen
Doch es wolt auch anjetzt gantz nichts zu Willen wissen
und wiesen Brinn und Brieg die gröste Gegenwehr.
Ich laß jhn hier vor Brieg und sehe nach dem Heer
Das sich nach Pommern gab vom Crakau hingeführet.
Es hatte dieses Land sich wieder außgezieret
Dann es des Krieges-Volcks sehr wol enthoben war.
Diß nahm sein Feind in acht und ließ des Crakau Schaar
Von etlich tausend Mann dasselbig überziehen
Des Trosts es würde sich der Torsten Sohn bemühen
Dem Pommern Hilff zu thun und so der Mährer Land
Verlassen.
Doch wenig mit Bestand als es zu kommen pfleget
Wann man sich nur allein auf Raub und Plündern leget.
Er nahm bey Belgard Stand und satzt’ ein Lager auff.
Kaum da kam Königsmarck in einem vollem Lauff
Auf jhn und satzte sich nechst seinem Lager nieder.
Der Krakau lang besetzt sah endlich hin und wieder
Wie er entkommen möcht’ zur Schlacht hierauß zu gehn
War gantz nicht Raht es war kein Vothel zu ersehn.
Er wust’ auch über diß daß Torsten Sohn sich regte
Daher er eh man jhm die Pässe gantz verlegte
Sich recht durch Polen zog die Brücken niderriß
und so in Schlesjen kam. Was er des Nachts verließ
Nahm Königsmarck am Tag’ Er war jhm auf den Solen
Vermocht’ jhn aber doch zur Schlacht nicht einzuholen.
Weil jhn der Brückenbruch zu viel verhinderte.
Er wandte sich hierauf zu rücke nach der See
und stürmte Belgarts Wall den Rücken rein zu haben
Woranf die Feinde sich in seine Gunst ergaben.
In dem ein jederman der festen Meynung war
Es würde Torsten Sohn die kalte Zeit vom Jahr
Jm Meißen oder noch in Schlesien verbringen
Sah man sein gantzes Heer sich schnell nach Holstein schwin-
Es war ein solcher Zug der kaum zu glauben schien.
Kiel hatte kaum die Post da war er schon darin.
Da war kein Widerstand man wuste nichts als Frieden.
So schleunig ist das Glück von manchem abgeschieden!
Die
Beschreib’ ein andrer Kiel ich halte meinen ab.
Warum? Das bleibt bey mir. Ich habe doch zu reden.
Nu sich die gantze Macht der Siegs-gewohnten Schweden
So weit vom Reiche gab war doch noch jemand da
Der auf den Käyser gieng und jhn bekriegte? Ja.
Das
Sieh den Ragotzky da den scharffen Säbel fassen
Mit dreyßigtausend Mann in
und an der Schweden Statt vor einen Feind zu stehn.
Er schloß
und nahm vom Türcken Trost jhm alle Hilff zu schaffen
Wann sie von nöthen wär’. Ein zwantzig tausend Mann
Die solten allezeit jhm seyn zur Hand gethan.
Diß neue Feuer bald in seiner Glut zu dämpfen
Zog der von Buchheim auf mit solcher Macht zu kämpfen.
Ragozky zog zu rück’ Er Buchheimb folgte nach
Wurd’ aber bald umringt jedoch ob schon so schwach
Ohn einen großen Schlag vom Glücke durch geführet.
Worauf er dann Villeck von Feindes Macht berühret
Entsatzt und neben dem viertausend Mann erschlug.
Ragozky hatt hiemit des Krieges fast genug
und dennoch kunte man zu keinem Frieden kommen
Was Mittel man hierzu hatt’ immer vorgenommen.
Die
Das lang-geplagte Land von seiner Last und Müh
Zu freyen. Dann es war jhr Vortheil in den Waffen
und darum gab sie dort und da genug zu schaffen.
Wir lassen
Zu sehen ob auch da noch Feind’ und Gegner seyn.
Erinnre dich wie man bey Düttlingen gestritten
und was die Frantzen Macht daselbsten hab’ erlltten.
Diß trieb des Siegers Macht vor
Wie auch vor andre Plätz’ und er wurd Herr darin.
Er satzt’ auch Freyburg zu da wolten sich die Frantzen
Beweisen wie sie dann mit Sturm des Feindes Schantzen
Befielen und es kam zu einer grimmen Schlacht
Der Hertzog von
Fiel alles eufrig an und sparte keiner Knechte
Sah aber auch dabey daß jhm in dem Gefechte
Ein zwölffmal hundert Mann verfielen. Der die Stirn
An einem Felsen stößt verletzet das Gehirn.
Und dennoch kam es so daß sich die Beyer-Schaaren
Weil sie durch diesen Schlag selbst auch gebrächlich waren
Weit von besagter Stadt begaben dessen sich
Das Weymar-Frantzen-Heer sehr wol und meisterlich
Bediente seinen Zug längst nach dem Reyhne setzte
und was jhm widrig fiel mit Macht darnider mätzte.
Die meisten Städt hinab zur
Da jhm auch Philipsburg zur guten Beuthe blieb.
Indessen hatte sich der Torsten Sohn den Dehnen
und Cymbren so bezeigt daß man in großem sehnen
Neu frey zu leben war.
Die Käyserliche Macht mit Gallas recht herzu
Die Schweden wie man sprach in einen Sack zu kriegen.
Wahr ists man sah die See an dreyen Seiten ligen
Man sah der Dehnen Heer von vornen da das Loch
Noch offen war da lag des Gallas Macht und doch
Gieng Linnert Torsten Sohn Meer Dehnen Gallas
Stücke
und anders mehr vorbey. Er kam also zu rücke
Daß es vor männiglch ein Wunder-Zug erschien.
Helm Wrangel aber blieb an seiner Stat darin
und schaffte viel zu thun wie Königsmarck in Brehmen
Da man jhn Boxtehud und Stade weg sah nehmen
Wie auch das gantze Land. Weil Hertzog Friederich
Der Bischoff dieses Ort des lieben Vaters sich
Des Königs Christians hatt’ hertzlich angenommen
und nach der Mögligkeit zu Hilffe war gekommen
Kam jhm diß
Erlassen. Doch es kam nach diesem eine Lust
Die dieses Lands Verlust ersetzte. Meine Seele
Wündscht hertzlich daß es Jhm niemal am Frieden fehle.
In dem der Königsmarck das Brehmer-Stifft bekam
Geschah es daß der Sachs viel Städte wieder nahm.
Als Kemnitz Rochlitz Grimm und andere. Diß brachte
Daß sich der Königßmarck ins Halberstädtsche machte
und förders nach der Elb’ an Torgau welches sich
An jhn ergeben must’ auch Egeln blieb im Stich.
Hierauf begab er sich nach Halberstadt zu rücke
Woselbst jhm ungefehr ein zimlich
Auf seine Völcker stieß. Es kam des Gallas Heer
Nach welches Rücken sich der Torsten Sohn so sehr
Bemühte schleuniger als man es hier gedachte
Wodurch Graf Broy viel Volcks geschwind zu nichte machte
Er schlug dem Königsmarck drey Regimenter ab.
Wiewol er solchen Schlag jhm schleunig wieder gab
und wenig schuldig blieb. Auf dieses lagen beyde
Gallas und Torsten Sohn zu einem großen Leyde
Des Landes lange Zeit bey Bernburg an der Sahl
Biß sich die Käysrischen aus großer Hungers-Qual
Erhoben und den Weg ins Magdeburgsche nahmen
Da doch die Schwedischen bald in den Rücken kamen
Dem Broy und Enckefort die meiste Reuterey
Erschlugen und hiemit war Nieder-Sachsen frey.
Der Feldherr Gallas gieng hierauf nach Böhäims Grentze-
Kaum da ließ auch d’ Schwed sein Schwert daselbste gläntze
und satzte sich bey Saatz. Bald brach er wieder auff
und gieng nach Pilsen hin nicht achtend daß sein Lauff
Dem Feind’ im Auge war. Er folgte stets zur Seiten.
Es kam hierüber auch bey Jankau
Da es den Käysrischen vom Anfang wol ergieng.
Als aber derer Hand zu früh nach Beuthen hieng
Verlohren sie die Schlacht daß ein dreytausend blieben
Ich schweige was man hat im fliehen aufgerieben
und in Verhafft gebracht. Es blieb manch tapfrer Held
So wol in dem Verhafft als durch das Schwerdt gefällt.
Damit verfügte sich der Sieger neu in Mähren
Dem Olmütz zum Entsatz und mehrers zu begehren.
Die Donau gieng nicht frey. Cremß Neuburg Modern
Die musten mit Gewalt d’ Schweden Freunde seyn. (Stein
Und nun sah man auch Brinn zum andern mal beschlüßen
Wo die Ragotzgische sehr starck zum Schweden stießen
und mit gesamter Macht die wolverwahrte Stadt
Bestürmten welches jhr doch wenig Schaden that.
Sie kam auch endlich frey und des Ragotzky Schaaren
Entwichen weil sie stets im Sturm die ersten waren.
Sie giengen wieder heim und lebten in der Ruh.
Man schrieb auch aus Bysantz deßhalben dröuend zu
Mit unserm Käyserthum in guter Ruh zu leben.
In dem die Schwedischen dem Brinn zu schaffen geben
Wil ich wo anders hin und erst nach Meißen zu
Zu sehn was Königsmarck in diesem Lande thu.
Es gieng jhm recht nach Wundsch also dz sich Cur-Sachsen
Des langen Krieges müd’ und Schweden nicht gewachsen
Neutral bezeugen must. Hiermit war Meißen frey
Vor fernerer Gewalt und Brandenburg dabey
Weil es dergleichen that. Nun hier nicht mehr zu stehen
So wollen wir dann fort biß an den Reynstrohm gehen
und der Frantzosen Thun beaugen. Von
War weg noch mehr von Volck aus Franckreich her zu ziehn
Indessen gieng sein Heer nach des Turaine leiten
Ins Würtenberger Land dasselbe zu bestreiten.
Sie nahmen Rotenburg Hall Kreilßheim und noch mehr
Gedachten auch bereits an keine Gegenwehr
Die doch sehe schleunig kam. Der Curfürst von den Beyern
Sah es vor nöthig an nach Mögligkeit zu steuern.
Sie kriegten auch hierauf
Daß um Herbsthausen rüm jhr meistes Fußvolck blieb.
Auch war die Reuterey fast halb darauf gegangen
Man nahm noch über diß zwey tausend Mann gefangen.
Der Rest nahm seine Flucht ins
und Cassel halff hierauf zu einem neuen Stand
Also auch Königsmarck. Die Hilff war kaum geschehen
Sah man sie wiederum den Reyn hinaufwertz gehen
Die neue Frantzen Hilff mit diesem von
Daselbsten angelangt an jhre Macht zu ziehn.
Nichts minders hatten sich die Beyerischen Hauffen
Mit dem Geleen verstärckt iu einem neuen rauffen
Genugsem Mann zu seyn. Der Königsmarck gieng ab
Welch Zug den Beyrischen nicht wenig Vorthel gab
Die Frantzen anzugehn. Es kam
Worin das Beyer Heer sich tapffer hat getragen.
Und gieng der Frantzen Macht das meiste Fußvolck auff
Doch endlich trieb der Heß den Beyer auf den Lauff
und gab den Frantzen Sieg jhm aber blieb die Ehre
Weil der Frantzoß ohn’ jhn der Beyern Gegenwehre
Nicht Manns genug erschien.
Geschah bey Allersheim welch Dorff biß diesen Tag
Hiervon bekänntlich ist. Auf dieses muste Schwaben
Den gantzen Frantzen-Schwarm mit Macht zu Gaste habe
Voraus das Nördlingen welch Ort sehr viel erlit
Weil dies und jenes Theil so offt um solches stritt.
Laß uns nun wiederum nach Mähren zu den Schweden
und von derselben Thun mit kurtzen Worten reden.
Sie wusten nichts an Brinn zu haben als Verlust
Daher sich derer Macht von dar erheben must’
und weil sehr viel gebrach begab sie sich zu rücke
Nach Böhäimb pflantzete vor Königsgrätz die Stücke
und that jhm viel Gewalt wie auch dem Bardowitz
Doch alles sonder Frucht. Hiefür kam Leutmaritz
und Friedland unter Sie. Als dieses war geschehen
Sah man das gantze Heer aus diesem Reiche gehen
und sich nach Thüringen verlegen. Torsten Sohn
Der in so kurtzer Zeit so manche Sieges-Krohn
Erwarb verließ hierauf den Krieg und gieng in Meißen
Sich guter Kräffte da wo möglich zu befleißen.
Dann es war jhm sein Leib viel anders als der Muht
Es wurd auch kurtz hierauf mit jhm (doch ewig) gut.