Des Deutschen Krieges Sechster Theil.

By Georg Greflinger

Sag an Geschicht-Göttin die Rede zu erwei- tern

Gieng nun nicht alle Macht der Luthrischen zu

scheitern

Wie dieses Häupt erlag? War noch wol jemand da

Der seines Hertzens war und Rom bestritte? Ja

Nicht einer sondern mehr. Das Blut aus jhm geflossen

War Pelikanen-Blut aus welchem viel entsprossen

Die seines Hertzens sind. So bald diß Häupt erlag

Hielt Axel Oxenstern sein Kantzler einen Tag

Zu rathen auf was Art den Gliedern bey zu stehen

und dieser Beystand ist hernach also geschehen:

Herr Axel Oxenstirn war derer Waffen Hand

und theilte die Armee halb an den Weserstrand

Die der beglückte Fürst von Lüneburg regierte

Halb in das Oberland die Hertzog Bernhard führte.

Wie hat Georg der Fürst von Lüneburg gekriegt?

Er hatte sich kaum recht zur Weser hingefügt

Bekam er seinen Feind den Gronßfeld zu Gesichte

und schlug bey Rinteln jhm zwölff hunder Mann zu nichte

Belagerte darauf das Hameln welchen Ort

Merode retten wolt’ er schlug auch diesen fort.

Merode kam noch eins mit einem großen Hauffen

Bey zwölffmal tausend Mann sich um den Ort zu rauffen

Der Hertzog war bereit und nahm das Hessen-Heer

Zu Hülffe schlug darauf den halben Theil und mehr

Bey sieben tausend Mann mit sampt dem Häupt Merode

Nicht weit von Hameln ab

Diß war das dritte Jahr das Rom zur Trauer trieb

und war die dritte Schlacht in der sein Hoffen blieb.

Wie tapfer sich der Fürst hierinnen hab’ erwiesen

Wird jhm in seiner Grufft sehr rühmlich nach gepriesen

Also that auch der Held Kniphausen der der Schar

Die dieser tapfre Fürst bekam Feld Marschall war.

Der Heß hatt’ auch sein Lob der bald nach diesem schlagen

Sich wieder rückwerts zog worauf nach wenig Tagen

Das Hamelu übergieng deßgleichen Oßnabrück

und dessen gantzes Stifft. Wie leichtlich bringt das Glück

Den hoch den andern tieff wie einen leichten Pallen.

Der Bischoff dieses Stiffts wolt’ auf die Schweden fallen

Merode hatt’ jhn mit das Blat schlug aber um

Daß er befallen wurd’ und all sein Bischoffthum.

Hierzwischen gieng der Held von Weymar auf die Fran-

und schlosse Cronach Stadt und Schloß in enge Schran-

Eroberte die Stadt die in die Flammen fiel

Das Schloß erwehrte sich worauf des Fürsten Ziel

Zum großen Bamberg war ein Platz voll Mönch und

Pfaffen

Es wurde bald besiegt und alles was in Waffen

Gefunden todt gemacht diß stundt’ anch Höchstadt auß

und kam in solchen Brand daß nicht ein einig Hauß

unengezündet blieb doch ist das Schloß geblieben

Worzu die Schwedischen auch alles nieder hieben

Was in den Waffen war. Als dieses war gethan

Da wolte man mit Ernst der Vestung Forchheim an.

Es trug sich aber zu daß von des Feindes Scharen

Die in der Ober-Pfaltz zu der Besatzung waren

Ein weiter Streiff geschah daß mancher Schweden-Hauff

Hiedurch zu scheitern gieng. Diß trieb den Fürsten auff

Daß er das Forchheim ließ sein Heer zusammen brachte

Zu Bamberg Mustrung hielt und sich darwider machte

Wo sein Herr Bruder jhm Fürst Wilholm Beystand that.

Damit so gieng er loß und wurde der Croat

um Amberg Eger Cam und wo die Räuber lagen

Durch dieses Schweden-Volck so sauber aufgeschlagen

Daß nichts im Felde blieb. Ein mehrers that man nicht.

Und wurde nun der Zug nach Donawerth gericht

Mit dem Gustavus Horn der die Bannirsche Scharen

Die durch viel Streit und Zug sehr abgemattet waren

An seinen Hauffen zog daselbst gesamter Hand

Auf Bäyern loß zu gehn dieweil durch dieses Land

und dessen Nachbarschafft viel Volck wurd aufgetrieben

Auch aus Jtalien sehr viel darzu beschrieben

Das

und war Graf Altring nun der Beyerischen Macht

Zum Häupte vorgesetzt wie Tylli war gewesen.

Damit man dieses Volck nicht möcht’ in Hauffen lesen

Verhäufft- und einten sich die Schweden allerseits

und hofften solches Volck vermittelst eines Streits

Zu trennen oder denn in Bäyern einzuhalten

Weßwegen Jan de Werth der Amberg zu verwalten

und gute Völcker hatt’ in jhren Rücken gieng

Den aber Bernhards Volck zum übelsten emfieng

und jhm vier hundert schlug jhn selber auch verwundte

Daß er es lange Zeit mit großem Weh empfundte.

In dem diß hier verlieff gieng Hertzog Wilhelms Schar

Auf Würtzburg und gewann mit Macht was widrig war

Bernhardus aber brach indessen tief in Bäyern

und gab deßgleichen Horn daselbst nicht viel zu feyern.

Er machte fliehens gnug nahm Landsberg stürmend ein

Zwung München unter sich es wurd’ auch Neuburg sein

Das Dachau Eich’ und mehr. In diesem guten lauffen

Bracht Albrecht Wallenstein ein großes Volck zu hauffen

Den Bäyern Hilff zu thun. Es war die Schuld und

Pflicht.

Deßwegen säumte sich der Hertzog Bernhard nicht

(dann die Gelegenheit wischt leichtlich aus den Händen

und pflegt dem tausenden nicht wieder um zu wenden.)

Er that so viel es kunt’ in solcher Eile seyn

Nahm Eichstadt Stifft und Stadt in seine Schatzung ein.

Verfügte sich daranf nach Donawerth zu rücke

Mit solchem guten Zug und unverfälschtem Glücke

Jm Hertzen wohl vergnügt.

Von Helden Franckfurt zu wo Axel Oxenstern

Aus Schwedischer Gewalt jhn seiner Müh ergetzte

und übers Franckenland zu einem Fürsten setzte

Bey welches außen-seyn Gustavus Horn dem Feind

Ein wachend Auge gab und einmahl unvermeynt

Bey Neuburg welche Stadt vom Altring gantz umgeben

und grob beschossen war dreyhundert von dem Leben

Zur külen Erden hieb diß rettete die Stadt

Worauf er auch Neumarckt gar bald in Händen hatt’.

In dem er diß betrieb kam Hertzog Bernhard wieder

und brachte großes Geld das unter seine Glieder

Solt’ außgetheilet seyn. Geld ist des Kriegers Muth

Hierfür verkaufft er auch sein Leben oder Blut.

Man zahlt und musterte das gantze Heer der Schweden.

Was nun geredet ist werd’ ich nicht offte reden

Denn es nicht offt geschah daß man Bezahlung gab.

Nun sonderte sich Horn vom Hertzog Bernhard ab

und zog nach Costnitz zu ein mehrers zu besiegen

Der Hertzog aber blieb zu Donawerth beligen

Zu sehen was sein Feind gesinnet war. Es kam

Daß

und ihm 12000. Mann geübter Krieger bachte

Worauf auch

und

Auf dreyßig tausend Mann geschätzet wurd und mehr.

Diß trieb den Hertzog an das seine zu bewachen

und sich mit Horns Armee und andern starck zu machen

Dann er war zimlich schwach die

Er hatte kurtz zuvor nach Meißen eine Schar

Von funftzig hundert Mann dem Bruder zugeschicket

Dem Holcki der das Land hatt’ überall bedrücket

Den Widerstand zu thun. Dargegen zog jhm nu

Der Held Gustavus Horn bey Paling wieder zu

Auch Pfaltzgraf Christian von Birckenfeld der immer

Jm Elsas standhafft war und nimmermehr nicht schlimmer

Als glücklich kriegete. Sie waren alle drey

Von 40000, Mann versucht behertzt dabey.

Hielt also dieses Schwerdt das ander in der Scheiden

Daß aber

Als wich’ er zog er sich nach Elsas Brysach da

Zu retten welches er in großen Nöthen sah

Die jhr der Rheingraf gab den man den Otto nennte.

So mächtig

So eilends folgten jhm der Horn und Pfaltzgraf nach

und hielten seine Macht zu Tag und Nacht sehr wach.

In dem der

Gieng Bernhard wiederum zu rucke nach den Beyern

und überrumpelte das Kellheim welchen Ort

Er starck bemannen ließ und dann in eyle fort

Vor Regenspurg gerieth. Es wurd

Begehrt bedraut beringt beschossen und gewonnen.

Gantz Wien erschrack hierob. Es war bißher sein Damm

Hier folgten Straubingen Burcklengenfeld und Camm

Fiizhofen Deckendorf rc. Erschlug auch tausend Bauern

und tausend noch darzu die sich wie Wäll’ und Mauern

Jhm widerlegeten. Nach diesem warff er Stauff

Ein Felsen-festes Schloß zur freyen Lufft hinauff.

Durch des Salpeters Macht kan man die Felsen sprängen

Es wolte durchs Geschütz die Donau groß bedrängen

Da kriegt’ es solchen Lohn Diß trieb den Beyer-Herrn

Den hohen Bergen zu weil weder Glück noch Stern

Für jhn in Beyern war dann Bernhard sich zur Jser

und biß an Passau gab. Jmmittelst schickte dieser

Der jhm bey Lützen wich der Albrecht Wallenstein

Acht tausend Mann vor Camm. Sie kamen doch nicht

ein.

Tnpadel der es hielt der spielte starck dagegen

und schlug zwey hundert Mann. Ein mehrers zu erlegen

Kam Hertzog Bernhard selbst. Er kam so bald nicht an

Gieng Gallas wieder durch und nahm die nechste Bahn

Nach seinem Pilsen zu woher er war gekommen.

Was hat dann

Es kamen beyde Theil in Beyern wieder an

und wachte

Zum felsichten Tyrol nicht kriegte. Mitlerweile

Wurd er und tausend mehr von jhm dem Tod zu theile

Durch Pestilentz und Schwerdt. Der Bauer schlug dar-

Die Kranckheit schonte nicht damit zerstob sein Hauff

Jhn nahm die Kranckheit weg. Anitzo will ich reden

Was sonsten anders mehr bey Käysrischen und Schweden

In andern Ländern sey geschehn. Ott Ludewich

Der Rheingraf der sehr starck von Deutsch- und Schweden

sich

Jm edlen Elsas hielt hatt’ auch nicht wenig Glücke

Wie eins ein Bauerschwarm viel große Mörderstücke

Bey seinem Volcke that da drung er unter sie

und schlug 4000, todt. Die armen Esel die

Sind immer in dem Wahn wann sie nur dick zu hauffen

und wolbeflegelt sind so müsse Mars entlauffen.

Es trifft gar selten zu. Das Schwerdt ist viel zu stoltz

So dünn und kurtz es scheint daß es dem groben Holtz

Jm freyen Felde weich’. Er schlug auch andre Scharen

Die jhm von Brysach auß in seinem Nacken waren.

Wobey des Orts Regent von

Sein Leben hat verlohrn zu früh auch nicht zu früh.

Er war geschickt genug doch unbeglückt in Thaten

Hergegen hatt’ es hier dem Otto wolgerathen

Der Reinfeld

und fort dem Lothringer bey zehen hundert Mannn

Bey Pfaffenhofen schlug auch gar in Lothring streiffte

Wo zwischen Franckreich auch viel Volcks zusammen häuff-

und Nanzy überkam wodurch der Lothringer

Des Landes ohnig wurd und ferner hin und her

Als ein Vertriebner zog. So glücklich Otto siegte

So glücklich Baudis auch im Stiffte Cöllen kriegte

Besiegte Hammerstein nahm Dütsch in seine Hand

Gab Goldenau zum Raub Remagen in den Brand

und Lüntz in große Noth. Demselben abznwehren

Sah man ein Spannisch Heer sich jhm entgegen kehren.

Weßwegen sich der Fürst von Birckenfeld erhob

Dem Baudis Hilff zu thun hiemit lag Baudis ob

Nahm ferners Sayin ein und Nordburg an der Eyffel

Deßgleichen Montabour. Er hätte sonder Zweiffel

Roch weiter fort gerückt wann jhn Celada nicht

Der mit 12000. Man jhm in das Angesicht

Zu ziehen rüstig war hätt’ einen Wall gegeben.

Zu dem war keine Hilff aus Deutschland zu erheben

Weil man des Volckes da sehr hoch bedürfftig war

Dann Albrecht Wallenstein mit einer großen Schar

Gantz neu zu Felde gieng. Desselben Macht zu dämpffen

und auch die Spanische zugleich recht zu bekämpffen

War nun kein möglich thun. Derhalben sinnte man

Den fernern Streit mit Cölln dem Haus’

Und kam des Baudis Volck hierauf nach Nieder-Sach- sen

Woselbst der Held Bannier ein Heer im vollem wachsen

Auf frischen Beinen hatt. Er Baudis aber nahm

Den Abscheid biß der Fied aus Prag zum Kriege kam

Da fieng er wieder an Cur-Sachsen beyzustehen

und auf das Schweden-Heer sehr feindlich loß zu gehen

Wie endlich folgen soll. Was that Cur-Sachsen nu?

Was that Cur-Brandenburg? Nun will ich diesen zu.

So bald die große Schlacht bey Lützen war geschehen

Begunten beyde Theil in Schlesien zu gehen

Mit deß von Thurn und dann des Tubadls Schweden-

Sich stärcker außzuthun und wurden jhrer mehr

Als zwantzig tausend Mann die alle streitbahr waren.

Weil Carel Hannibal von Dohna große Scharen

Von zehen tausend Mann aus Pohlen herwertz bracht’

Als nahmen diese vier denselben Zug in acht

und hieben tausend Mann bey Grota zu der Erden

Auch halb so viel bey Brieg derselben loß zu werden.

Das gantze Heer zerstob. Hierauf so galt es Brieg

und folgends Franckenstein. Ein außgelesner Krieg

Wo stets gesieget wird. Sie wurden beyd’ eröbert

und wurde Franckensteins Besatzung so gestöbert

Daß nicht der dritt’ entkam zwey hundert blieben todt

Ein andre Feinds Parthey hatt’ auch nicht wenig Noth

Die Hulderich der Printz aus Dennemarck bestritte

Der aber bald hernach selbst auch den Tod erlitte:

Man bat jhn auf ein Wort zur feindlichen Parthey

Er kam und scheute nichts war aller Sorgen frey

Weil man um diese Zeit von einem Frieden sagte.

So bald er aber sich zu rücke wieder wagte

Bekam er einen Schuß daß er vom Pferde fiel

und seinen Geist verlohr. Der gerne zancken wil

Mag ein Verräther-Stück aus diesem Morde machen

Ich aber laß es seyn und handle meine Sachen.

Nur dieses sag ich noch: Ach es war schad um dich

Du Königlicher Printz du tapfrer Hulderich!

Nach dem die Sächsische so guten Fortgang kriegten

und nechst den Schwedischen bald diß bald das befiegten

Ermanneten sie sich in dreyßig tausend Mann

und boten jhrem Feind ein offnes Treffen an.

Er aber Wallenstein von 40000. Knechten

und mehrern starck hielt ein und hatte zu dem Fechten

Jm Felde wenig Lust weil jhn die Lützner Schlacht

und Hertzog Bernhards Art hatt’ ernstlich scheu gemacht.

Als man jhm Stahl entbot’ entbot’ er göldnen Frieden

Ließ aber mitlerzeit viel grimme Waffen schmieden

und unter Holckens Hand bey zehen tausend Mann

Gantz Meißen überziehn. Diß trieb Cur Sachsen an

Jhr Volck aus Schlesien in Meißen einzubringen

Des Holckens seiner Macht den Vorthel abzuspringen.

Wie nun die Schwedischen allein fiel Wallenstein

Denselben als ein Bähr und Fuchs bey Steinau ein

und schlug 2000. Mann nahm beyde Generalen

Den Thurn und Tubald weg. Diß solte das bezahlen

Was jhm bey Lützen wnrd’ und war der erste Sieg

Den dieser Wallenstein in allem Schweden-Krieg

Erhalten hat der Mann vor dem gantz Deutschland zagte

Wann er zu rasen kam und nach den Zeptern fragte.

Hierauf so muste nun Graf Manßfeld von jhm hin

und mit zehn tausend Mann Cur-Brandenburg beziehn

Wie Holck’ im Meißen that daß also diesen Landen

Viel

Entreißet tobet er wie man es hier vernahm

Als der von Wallenstein bey Steinau Lufft bekahm.

Damit Cur-Brandenburg dem Feinde was gewachsen

Jm Felde möchte seyn berieff es von Cur-Sachsen

Jhr Volck und warb darzu was zu bekommen war

Bot auch viel Land-Volck auf. Derselben große Schar

Zu mehren und den Feind in seinen Platz zu treiben

Zog Bannier mächtig auf der Held von dem man schrei-

und großes sagen wird so lang als Deutschland steht

und seines Königs Lob aus unserm Munde geht.

In dem man rüstig war den Feinden zu begegnen

und bat daß GOtt der HEer die Waffen möchte segnen

Dann Er der HErr giebt Sieg kam eine Zeitung ein

Es hätte Gordons Spieß den großen Wallenstein

In Eger

und mehrern lüstern war. Diß kriegte der zu Lohne

Der den Gesalbten schlug. Nicht bässer hatt’ es Holck

Den eine strenge Pest mit seinem halben Volck

In Meißen nieder warff also daß alles Meißen

Vom Feinde ledig wurd’ eh jemand jhn zu schmeißen

Vor seine Stirne kam. In dem diß hier verlieff

Auch Hertzog Bernhard weit um sich in Bäyern griff

Daß sich das meiste Volck in Böhäim must erheben

Darwider Dienst zu thun das nach des Albrechts Leben

Des Käysers erster Sohn der Dritte Ferdinand

In seinem Zäumen hatt’ ein Herr dem alles Land

Ob seiner Gütigkeit soll zu Gehorsam stehen

War Manßfeld gantz allein und leicht zu übergehen.

Man trieb jhn aus der Marck und nahm ihm wieder ab

Was er gewonnen hatt’ also daß er den Stab

Nach Schlesien und fort nach Böhäim muste setzen

Hierzwischen hatte sich der Arnheim mit dem Götzen

Bey Lügnitz

Jm Felde ligen ließ vom Leben abgethan.

Worauf Cur-Sachsen sich mit Bannern einig machte

und 40000. Mann vor Prag in Böhäim brachte

Demselben ob zu seyn man schloß beschoß es auch

und forderte den Feind nach Schwedischem Gebrauch

(ein Volck das gerne schlägt) ins freye Feld zu schlagen.

Weil aber niemand kam und es bey heißen Tagen

Nicht gut zu Felde war dann es an Lufft und Bach

Vor Menschen und vor Vieh und andern mehr gebrach

Verließ man diesen Ort und gieng nach andern Plätzen

Die dieses Reich vermag dieselbige zu schätzen.

Was in dem tieffsten war das muste vor den Schein

Vor Kriegern kan noch Brod noch Gold verborgen seyn.

Jhr Stahl gräbt alles durch was ist hiervon zu sagen

Der Landsknecht ist ein Mensch und hat dergleichen Ma-

Als ich und du und der er frist kein Haberstroh.

Ein jeder suchet Geld der Landsknecht eben so.

Wir lassen dieses Heer in Böhäim Beuthen machen

und gehen weiter fort zu sehen wie die Sachen

In Nieder-Sachsen seyn. O wunderbahrer Krieg!

Ist auch Bestand dabey da immer Glück und Sieg

Auf einer Seiten ist? Was unlängst Prag erlitte

Erlitt’ auch Hildesheim das Hertzog Görg bestritte.

Dem Orte Schutz zu thun zog General Geleen

Mit vielem Beystand auf. King hatt’ ihn kaum ersehn

King ein berühmter Held da zog er ihm entgegen

und schlug desselben Volck daß solches auf den Wegen

Wie Holtz zersplittert lag. Worauf Geleen mit Rach

Das Höchster überfiel und alles was was er wach

und wehrsam fund erschlug. Ein mehrers zu verhütten

Zog Hertzog Görg auf jhn und schlug nach seinen Sitten

Denselben abermahls bey Boldern in die Flucht

und nahm ihm Hamm darzu diß war die Sieges-Frucht.

Geleen zog nochmahls auf das Hildesheim zu freyen

und ließ sich aber mals bey Steuerwald zerstreuen

Das ihm Herr Andersohn ein Mann aus Schweden that.

Er kam zum vierdten mahl die höchst-bedrängte Stadt

Zu retten welches jhn zum vierdten mahl zerstreute

Dann man bey Sachsenstätt’ ihm viel darnieder meyhte

Daß er entfliehen must. Hierauf gieng Hildesheim

Von allen Hülffen bloß in Schwedisches Gezäum

Ein Ort von großem Werth. Anitzo will ich sehen

Wie es dem Bernhard mag dem tapfern Bernhard gehen.

Wir haben vor gedacht wie er der schönen Stadt

Die von dem Regenfluß und Burg den Nahmen hat

Geschwind hab obgesiegt und Stauff zur Lufft gespränget

Nun aber wurd ein Schloß von seiner Macht bedränget

Das Wiltzbnrg wird genannt. Der Beyer that Entsatz

Es blieben aber wol drey hundert auf dem Platz

und tausend im Verhafft. Ein gleiches ist den Scharen

Die man Croaten nennt bey Eger wieder fahren

Diß hatten Ros’ und Karpf zween Obersten gethan.

Nach diesem wolte man dem Cronach wieder an

Wurd aber bald gewehrt weil Ferdinand der Dritte

Des Käysers großer Sohn sein Regenfpurg bestritte

und 60000. starck mit Altrings seiner Schar

Die wieder muhtig gieng dafür in Waffen war.

Darum der gute Fürst vor solcher Mänge Waffen

Der vielgeliebten Stadt gewündschten Schutz zu schaffen

Sehr wach und eufrig war auch 20000. Mann

In einen Hauffen bracht’ und wagte sich hinan

Der Stadt Entsatz zu thun must’ aber wieder weichen

Dann es war seine Macht der andern nicht zu gleichen

Woraus Gustavus Horn jhm bald zu Hülffe kam

und einen andern Zug mit jhm in Bäyern nahm.

In welchem Zuge sie gantz Eicha flammicht machten

Nach diesem Freysingen um Geld und Fahrniß brachten.

Auf solches gieng der Zug auf Landshut welche Stadt

Den höchsten Thurm bey uns nechst dem zu Straßburg hat.

Sie wurd’ in Ernst bedräut die Waffen abzulegen

Sie aber schoß in Ernst jhr Kraut und Loth dargegen

Damit gieng alle Macht in einem Sturm darauff

Hierob kam Altringer und sein ergrimter Hauff

Der Stadt Entsatz zu thun sah aber mit betrüben

Wie jene dort und da die Stadt darnieder hieben.

Es gieng erbärmlich zu da waren Schwerdt und Glut

Da war auch über diß des Jsers strenge Flut

Die allesamt der Stadt ihr Volck sehr hoch bedrängten

und über tausend Mann ersäufften würgt- und sängten.

Der in der Stadt verblieb verdorb durch seinen Feind

Der sich ins Feld begab verdorb durch seinen Freind.

Dann wie die Bayrischen die Stadt verlohren sahen

und keiner sich dem Feind in solcher dorffte nahen

Da thaten sie als Feind. Was jener überließ

Das nahmen diese weg. Der Altring schoß und stieß

In Meynung seinem Volck hierinnen abzuwehren

Umsonst es muste sich die Stadt zu Grunde kehren

und Altring selber mit.

Daß jhm den weisen Geist aus seinem Cörper nahm.

Er war ein kluger Herr hatt’ aber wenig Glücke

und gieng manch guter Raht in seiner That zu rücke.

Nach diesem allen gieng die Bäyerische Schar

Zur Donau wieder hin woher sie kommen war

Das gute Regenspurg noch weiter zu bedrücken.

Die Schweden folgten nach und waren stets im Rücken

Vermeynten auch der Stadt in Gut und Bluts-Gefahr

Noch eins Entsatz zu thun. Wie aber Altrings Schar

Zu spat vor Landhut kam kam diese gleicher maßen

Zu spat vor Regenspurg dann es in allen Straßen

Daselbst schon Käysrisch war. Es gieng am Pulver ab

und dieser Mangel zwung die Stadt

Sie hat vier hundert und auch fünf und sechtzig Fälle

Aus jhr ins Käysers Heer und dessen fäste Ställe

Mit Sieg und Ruhm gethan. Sie wurde sieben mahl

Mit großer Macht gestürmt daß eine große Zahl

Von ihren Feinden blieb dann sie den sieben Stürmen

Von jhren Mauren auß Pasteyen Schantz- und Thürmen

Erschröcklich widerstundt’. Jhr Kriegs-Häupt war Lars

Kag

Ein Held den auch sein Feind nicht anders nennen mag

Als einen tapfern Mann. Es sey hierbey geschrieben

Daß achtmal tausend Mann vor Regenspurg geblieben

und umgekommen seyn und daß ein hundert Stück

Erschröcklich groß auf sie und jhre feste Brück

Auf der drey Thürme stehn die viel zu schaffen gaben

Mit Donnder-gleichen Macht auf sie gehagelt haben.

Daß funfzehn tausend Schüß aus Stücken auf die Stadt

So lang sie Widerstand von jhren Wercken that

Geschehen seyn ist wahr und würdig zu bemärcken.

Und wird derselben Mahl an Brücken Thürm- und Wer- cken

Nicht auß gelöschet seyn. Wie Hertzog Bernhard sah

Daß sein Entsatz zu spat und war er noch so nah

Gieng er nach Augspurg zu woselbst er seine Scharen

Zertheilte. Die dem Horn in dem Gebiete waren

Verreisten nach Tyrol der Spannischen Armee

Die der Toledo bracht’ und damals in der Näh

Auf Deutschland loß zu gehn sich würcklich ließ vermercken

Des Käysers seine Macht ein mehres zu verstärcken

Ein Dorn und Damm zu seyn. Bernhardus aber gieng

Nach Lauingen woselbst er böse Post empfieng

Daß Ferdinands Gewalt nach Donawerth und weiter

Zu gehen eilete wie dann 6000. Reiter

Die man Croaten nennt mit Rauben Mord und Brand

und tausend

und auch an Donawerth gantz unversehens waren

Hatt’ also Bernhard sich hier vieles zu befahren

Zumahl weil Donawerth in Feindes Hände kam.

Daher er abermals den Horn zu Hülffe nahm

Den Einbruch seines Feinds mit Macht zu unterbrechen

Der schon bey Nördlingen sein Lager abzustechen

und dessen Herr zu seyn sehr groß geschäfftig war.

Dem allen vor zu seyn kam Hertzog Bernhards Schar

Des Horn des Birckenfelds des Durlachs seine Hauf-

und des von Würtenbergs sich um den Ort zu rauffen

Hier wa: Lars Kag hier war der nunmehr Schwedsche Kratz

und bracht ein jeglicher viel Völcker auf den Platz

Zu sterben oder dann mit Ehren obzuligen.

Es ließ sich anfangs auch sehr herrlich mit den Siegen

Bey diesen Helden an wie dann bey Popfingen

Gemünd und anderswo um Nördlingen geschehn.

Und sind bey Popfingen ein tausend Mann geblieben

Die Hertzog Bernhards Volck mit Macht hat aufgerie-

Ein tausend bey Gemünd bey Aalen halb so viel.

Ich schweige wie gestreng der Ros’ aus Dünckelspiel

Canofsky Commendant in Buchorn und bey Giengen

Der Oberst Milneckhauß des Käysers Volck empfiengen.

In dem man beyderseits viel scharmuzierens trieb

und sonder große Frucht viel Volcks darnieder hieb

Kam

Des Käysers Hilf zu thun die vor sehr mächtig waren

Der eine brachte mehr als sieben tausend Mann

Der ander fast so viel zu dreyßig tausend an.

Nach dem sie Nördlingen zur höchsten Sorge brachten

und die Belägerte viel Feuer-Zeichen machten

Als Zeichen jhrer Noth und suchten also Schirm

Zog Hertzog Bernhard an das mächtige Gestürm

Zu ändern und zugleich an eine Schlacht zu gehen

Sie ist auch bald darauf

In welcher Ferdinand den Lorber-Krantz empfieng

und seines Gegners Macht fast gantz zu scheitern gieng.

Die gantze Reuterey wurd in die Flucht getrieben

Das Fuß-Volck aber wurd’ erbämlich aufgerieben.

Durch Bley und Stahl erwürgt. Das mätzeln war so

groß

(vorauß von dieser Schar die aus der Höllen Schoß

Entsprossen ist ein Volck das sonder allen Zweifel

Nichts anders ist und bleibt als Mensch-gestallte Teufel

Diß

Das Mätzeln war so groß daß König Ferdinand

Der fromme Ferdinand und Sieger muste sagen:

Hört auf es ist genug ihr habt genug erschlagen.

Ach freylich gar genug ein zehen tausend Mann

Worbey der Sieges-Held sehr billich sagen kan:

Es ist genug hört auf die Menschen umzubringen

Worauf 5000. Mann und mehr gefangen giengen

Worbey Gustavus Horn Graf Kratz und Rosenstein

Mit vielen Großen mehr verhafft gewesen seyn.

Hier fielen achtzig Stück und zehen tausend Pferde

Den Käysrischen anheim, Wie ich berichtet werde

Hat dieser große Sieg dem Sieger mehrers nicht

Als funfzehn hundert Mann vom Leben hingericht.

Was diese Schlacht für Noth den Ländern hab erreget

Von Hunger Mord und Pest als es zu kommen pfleget

Wo Mars das Zepter hat kan nicht beschrieben seyn

und darum halt ich auch mit meiner Feder ein.