Des Deutschen Krieges Zehenter Theil.

By Georg Greflinger

DeN Außgang dieses Kriegs dem Mittel anzu- hangen

So sey nun wiederum (Hilff Göttin) angefan-

Wier wollen aber nun des todten Weymars Heer

Als ein verwäystes Volck an

und Heldenhaffte Hand vertraut am Reyhne lassen

und des Banniers Betrieb auf unsre Zunge fassen:

Er folgte seinem Feind und gab jhm solchen Hieb

Der jhn vom Balther Meer biß in Hochdeutschland trieb.

Und war vom Rücken nichts als Dömitz zu bekriegen.

Mit dem von Lüneburg stundt’ es auf dem Vergnügen

Weil er von beyden nichts als eitel Noht und Qual

Vermärckte saß er still und hielte sich

Wie auch der gantze Kräyß.

Daß General Bannier sein Volck zur Weser brachte

Die Neuenburg gewann des Kings geschlagne Schaar

An seine Seiten hieng Helm Wrangel durch Gefahr

Der

Aus Gardeleben nahm mit welchem er sein streiten

Nicht wenig glücklich sah wie folgen wird.

Gieng er mit aller Macht dem schönen Meißen zu

und nahm bey Kemnitz Sitz woselbst des Salis Schaaren

Die von den Käysrischen noch hinterlassen waren

Durch Pfulens scharffen Stoß und Wrangels strengen Hieb

Also zersteubeten

Er selbst mit Mandesloh und zehen hundert Knechten

Geriethen in Verhafft durch jhr unglücklich fechten.

Hiedurch verstärckte sich Bannier auf tausend Mann

Worauf er Zwickau Schnee- und Anneberg gewann.

Er wolt’ auch Freyberg an und brauchte große Stärcke

Wurd’ aber durch Entsatz des Käysers solchem Wercke

Mit Schaden abzustehn gedrungen. Sehet nach

Was Art er diesen Trieb durch eine höhre Sach

Entnahmte. Bald hierauf verstärckt’ er sich mit diesen

Die durch den Torsten Sohn heldmäßig angewiesen

Jm Lande Thüringen sich hatten eingesetzt

Damit so sahe man die Scharten außgewetzt

In dem er nnverhofft des

Die Freyberg wie der frey zu machen kommen waren

Bey Glauch und Hohenstein

Daß wenig übrig blieb und also recht und fug

Zu Freybergs Klage war. Es blieben alle Stücke

und was darzu gehört den Schwedischen zum Glücke.

Graf Buchheim blieb verhafft Graf Broy nechst dabey

Wie auch zwey tausend Knecht und alle Reuterey

Mit noch vier Obersten und ein und funfftzig Fahnen.

Seht diesen Sieg den Weg nach Böhäims Grentzen bahnen

Wohin sich

So schlecht kam dieser Held von diesem Treffen ab.

Eh aber sich Bannier nach Böhäinis Grentzen fügte

Gieng er nach Pirna hin das er auch bald besiegte

und alles nider hieb was in den Waffen war.

Ich selber stundte da in eußerster Gefahr.

Der Pirner

Solch Schrecken daß sie sich nicht dorfften wieder setzen.

Und darum sahe man die Stolpe Hohenstein

So Tetschen Bischoffswert und andre Schwedisch seyn.

Was Stadt von Hilff entblöst sol also nicht erblöden?

Hier auf zertheilte sich die starcke Macht von Schweden

und fiel ein großer Theil von neunmal tausend Mann

Die Stalhansch führete das gute Schlesjen an

Die Sächsische daselbst vom Käyser abzuhalten.

Und wuste dieser Held sein Ampt wol zu verwalten.

Der Rest mit dem Bannier gieng fort nach Leutmaritz

und nahm nicht lang hernach bey Brandeiß seinen Sitz.

Hierwider sahe man von Käyserlicher Seiten

Ein Heer ein mächtig Heer von 60000 Leuthen

Versamlen dessen Häupt Ertz-Hertzog Leopold

Des Käysers Bruder war. Vermärckt hierbey wie hold

Das Glück den Schweden schien weil solche große Scharen

Noch eins so starck als sie das Böhäim zu bewahren

In Waffen muste seyn. Zwölff tausend giengen ab

Zu welchen sich das Herr von der Cur-Sachsen gab

Des Stalhanschs seine Macht in Schlesien zu dämpffen

Doch es gieng langsam zu denselben zu bekämpffen.

Hergegen machte sich der Held Bannier vor Prag

und gab den Käysrischen daselbsten solchen Schlag

Daß ein paar tausend Mann im Felde ligen blieben

und Hofkirch derer Häupt wiewol von vielen Hieben

Sehr wund und matt gemacht in Feindes Hände fiel.

Auf dieses hörete das Prag der Stücke Spiel

Voraus der Carels-Hof und war der Schweden schüssen

So starck daß sie ein Theil der Mauern niderrissen.

In dem das große Prag in großer Zagheit war

und um Errettung schry kam Hatzfelds seine Schaar

Denselben Hilff zu thun daher Bannier die Prager

Verließ und seinen Weg nach Brandeiß in sein Lager

Gantz ohne Schaden nahm. Worauf ein jeglich Theil

Das gantze Königreich zu einem schlechten Heyl

Entzäumet überlieff und must’ aus allen Ecken

Was dienlich war hervor dann man durch Brand und

Schrecken

Des blitzenden Gewehrs hierzu gezwungen war

und dieses dauerte bey nah ein halbes Jahr.

Hierzwischen kam es auch zu manchen scharmuzieren

Wir wollen aber nur das größeste berühren.

Mönchhausen ein Soldat von löblichem Gericht’

Erfuhr daß sich ein Heer in Käyserlicher Pflicht

Bey Mähren sehen ließ. Kaum daß es war erfahren

Sah man denselbigen mit seinen Schweden Schaaren

Den Feinden auf dem Halß. Er that auch solchen Hieb

Daß fast ein tausend Mann theils auf der Wahlstatt blieb

Theils in Verhafftung kam. Der Rest zerstob durch fliehen.

Hiefür Vergelt zu thun war jeder vom bemühen

Bevor der

und hatte seines Volcks ein fünfmal tausend Mann.

Kaum daß er aber hatt’ einmal den Feind getroffen

Kam sein zu muhtig Pferd mit jhm zu weit geloffen

und trug jhn in den Feind. Sein Heer sah seine Noht

und wich er aber blieb von sieben Wunden todt.

Graf Hatzfeld aber sah sein Werck jhm bässer glücken

Da er dreyhundert Mann bey der Colinschen Brücken

Zerstreut’ und niederhitb. Worauf er seinen Zug

Zum schönen Meißen nahm und die Gedancken trug

Nechst den Cur-Sächsischen das Chemnitz zu bekriegen

und wo es glücken wolt’ auch Pirna zu besiegen.

Bannier vermärckende was Hatzfelds Meynung war

Brach unversehens auf und kam mit einer Schaar

Von zwölffmal taufend Mann den

Sie wichen und es kam nicht einmal zu dem streiten.

Damit kam Chemnitz frey und Pirna in den Brand

Daß weder Freind noch Feind hinfüro seinen Stand

Daselbsten halten mocht als es mit Gartz geschehen.

Den Hatzfeld sahen wir hierauf nach Francken gehen

Dem tapfren Königsmarck ein Widerhalt zu seyn.

Bannier hergegen kam nochmals in Böhäim ein

und fügte sich daselbst zu seinen andern Schaaren

Die unter Torsten Sohn noch hinterställig waren

und war die gantze Macht von dreyßig tausend Mann

Dann es kam kurtz zuvor viel Volck aus Schweden an.

Wan sah auch über diß auf mehr als 100 Wägen

Viel Mittel zu dem Krieg in Chemnitz fest gelegen

Durch den Bannirschen Zug zum Lager eingebracht

Und nochmals also fort mit einer großen Macht

Die große Prager-Stadt beziehen und beschüssen.

Und wolte man den Feind zur Schlacht gewillet wissen.

Er aber sorgete vor nichts als vor sein Prag

Nicht rächende was Schlang vor einen großen Schlag

Zwey Regimentern gab was große Zahl von Pferden

Bey Prag dem Torsten Sohn zur Beuthe musten werden

Was man den Weißenberg der Ort vom ersten Sieg

In diesem Kriege nahm die Stern-Schantz überstieg

Das Schloß und auch die Stadt mit Kugeln ließ erregen

Diß alles wolte doch zu keiner Schlacht bewegen.

Hergegen war des Feinds sein donnderndes Betrieb

So groß daß dem Bannier viel Volcks beliegen blieb.

Weil nichts zu richten war so gieng man von einander.

Der Feind erhielt sein Prag der Schwedisch Alexander

Sein Ehr’ und machte sich nach Brandeiß wieder hin.

Kein Ort war nun im Reich es war die Forcht darin.

Er suchte Geld von Brix. Brix sagte: Brix gibt nix

So werde sprach Bannier ein nix aus eurem Brix

und legete hierauf die gute Stadt zusammen

Die er mit Sturm gewann in Blut und Feuerflammen.

Auf dieses wandt er sich mit Macht vor Rockezahn

Das was er forderte aus Schrecken hat gethan.

Und jetzund galt es Satz und was hierum gelegen

Was nicht gehorsam war sah Schwerdt und Fackeln regen

und sich darinnen seyn. Hieran war nicht genug

Daß Böhäim leyden must’ er nahm auch einen Zug

Biß in die Ober-Pfaltz in Oesterreich und Mähren.

Es must’ auch Torsten Son dem Stalhansch Hilff gewähren

Dem Bauzen ob zu seyn. War schon die Gegen-Macht

Sehr groß so war sie doch alhier wie nichts geacht.

Und ställte sich Bannier alhier mit seinen Kriegen

Nicht anders als vielmehr dann Böhäim zu besiegen.

Doch wie der Hercules selbst zweyen was zu fchwach

Also gab auch Bannier zwar dreyen endlich nach.

Was man erdencken kunt und möglich war zu schaffen

Das kam auch in den Stand die Siegs-gewohnten Waffen

Der Schwedischen Armee zu schmeltzen. Also gar

Daß fast der dritte Mann auf einen Schweden war.

Ich redete vorher von 60000. Seelen

Die waren nun bey ein. Zehn tausend mehr zu zählen

Lag keiner Warheit ob. Dargegen anzugehn

War bey den Schweden nicht vor rathsam anzusehn.

Sie waren dort und da verlegt und abgegangen

Theils waren wund und schwach theils anderswo gefangen.

So glücklich man auch kriegt so wil uns das nicht ein

Daß dort und da nicht sol was Volck verlohren seyn.

Wolan! Sie machten sich zu rücke nach der Elbe

und zielten Pommern nach wolwissend daß dasselbe

Die bäste Zuflucht war daselbsten jhre Macht

Zu stärcken doch es war ein andrer Raht bedacht

Das außgelegte Volck aus allen Böhmer-Plätzen

Zu samlen und damit auf Meißen zu zu setzen

Auf Vortheil und nicht leicht auf eine Schlacht zu gehn

um Hilff von Fremder Macht sich eilends umzusehn.

Das war der Raht und was aus Schweden war befohlen.

Wie aber dieser Zug das Böhäim in die Kolen

und ander

Zu schreiben und es giebt die Kürtze keinen Raum.

Sonst hat man anderswo sehr viel hiervon geschrieben

Daß achtmal hundert Plätz in Feuer sind geblieben.

Den Weg nach Meißen zu und zwar nach Annenberck

Zu bahnen war nun mehr des Königsmarcks sein Werck

Auch glücklich außgericht dem alle Schweden Schaaren

Aus Böhäimb allgemach zu folgen rüstig waren.

Graf Hoditz aber must hierzwischen einen Schlag

Erdulden und es war nunmehr der Feinde Sag’

Allein von einer Schlacht es schienen wahre Reden

und fiel des Vorzugs Volck dem Nachzug von den Schweden

Sehr grimmig auf den Halß. Schlang aber sah sich üm

und schlug die Käysrische mit solchem

Daß tausend in Verhafft neun hundert todt verblieben.

Wiewol nicht lang hierauf dergleichen Hertz-betrüben

Den Schweden selber auch bey Plauen wiederführ

und es gieng also zu daß man des Schlages Spur

Auf ein paar Meilen sah. Diß

Erlitten mahnete nunmehr dahin zu schauen

Wo Hilff und Rettung war. Man ställete den Stab

um Jen’ und Erfurt fest brach alle Brücken ab

Schlug Lager schantzete bracht’ alles was ernährte

Ins Lager ein womit man alles Land verzährte

Dann es blieb nicht bey dem was schon gekommen war.

Es gieng kein Tag vorbey daß sich die Schweden-Schaar

Nicht mehr vermehrete. Dann was der Krohne Schwe-

Zur Hilff verbunden war kam an. Fein kurtz zu reden

Die Frantzen unter des von

Die Lüneburgische mit Klitzing abgesand

Die Cassel-Hessische mit jhrem Häupt Melander

Die kamen allesamt sehr mächtig bey einander

Den Schweden Hilff zu thun und sihe da zum Streit

Ein sechszig tausend Mann in Thüringen bereit.

Noch war des Feindes Zahl der nun in Salfelds Weyden

Ein festes Lager schlug viel größer. Denck was Leyden

Dergleichen Mänge Volcks in einem Lande bring’

Ich bin dasselbige zu sagen zu gering.

Als beyde Theile sich genug vermehret hatten

Hergegen alle Noth sie sämtlich abzumatten

Sich unter sie begab bedachte sich Bannier

Zu einer rechten Schlacht mit neuem Ruhm von hier

Zu kommen. Doch es gieng gantz wieder sein begehren.

Des gantzen Reiches Macht auf einmal zu gefähren

Das war kein Raht von Heyl. Es war nicht aus der acht

Wie manches Glücke sich in einer offnen Schlacht

Den Schwedischen erwies drum war es nicht zu wagen

und doch gerieth es noch zu einem solchem schlagen

Daß beyde Theile mehr dann dreymal tausend Mann

Verlohren und hiemit gab man das lagern an

Sie musten beyde sich vor großer Noht erheben

Es hatten weder Vieh noch Menschen mehr zu leben.

Bannier nahm seinen Weg nach Wildungen ein Ort

Von herrlichem Getränck. Sein Feind hergegen fort

Nach Fritzlar hin woselbst sie beyde sonder Schlachten

und märcklichen Betrieb die Sommer-Zeit verbrachten.

Wie es zum Herbste kam erschlug der Schweden-Feind

Viel Lüneburger Volck nunmehr der Schweden Freind

Nah an dem Weserstrom wie auch viel Weymar-Schaaren

Die jhren Feind bey Lohn zu suchen kommen waren

Sie suchten aber so daß ein drey hundert sich

Verlohren fast so viel verblieb auch in dem Stich

Als Schlang vom Hatzfeld ward biß Hameln hin getrie-

Hergegen war dem Ros’ ein solcher Sieg geblieben

Daß er den bästen Kern des Käysers Reuterey

Bey Zigenhahn erschlug

Als ihren General. Es war nun in den Tagen

Da man das Feld verlässt und vor des Winters-Plagen

Sich nach den Städten giebt daher auch jede Schaar

Jm Aufzug aus dem Feld in jhre Städte war.

Der

Der Wahl das Ertzstrifft Cölln Geleen des Reyhnes

Rancken

Hatzfeld das Gülcher Land. Hergegen nahm Bannier

Das Quedlin-Magdeburg- und Halberstättsche für

Auch was zur

In solchen Fällen wird kein Ort für frey geschätzet.

Das Weymar-Volck den Hartz als Stoll- und Kletten-

Wie auch die Herrschafft Lor. Die Cassel-Hessen-Stärck

Oost-Frießland Schaumburg Marck und Münster. Wolf-

Wie auch gantz Lüneburg gab fenem Volcke Mittel.

Seht also theilten sich die großen Machten aus.

Drey Helden giengen auch um diese Zeit nach Hauß.

Als der von

Dem der

Gefolget. Torsten Sohn der hochbeglückte Mann

Der endlich nach Banniern so großes hat gethan.

Melander welcher sich bey Hessen so gehalten

Daß dessen Landgraf jhn das gröste ließ verwalten.

Er wie auch Torsten Sohn gieng etwas zwistig ab

und nahm der Eberstein hierauf Melanders Stab.

Es war die Winter-Zeit noch nicht zur Helffte kommen

Wurd unverhofft ein Zug von Schweden vorgenommen

Der schnell und listig gieng. Es kam Cur-Sachsens Schaar

Vor seinem Zwickau an und weil es Schwedisch war

Gebrauchte sie Gewalt die Schweden rauß zu bringen.

Da stellte sich Bannier sich nach der Stadt zu schwingen

um solcher Hilf zu thun und muste Pfuel voran.

Doch es war nur darum jhm eine gute Bahn

Nach einer bässern Stadt als Zwickau war zu machen

Jhr Weg den sie durch Schnee und Eiß knickknasternd bra-

War recht nach Regenspurg

Bey ein versamlet war von welchem schnellen Streich

Ein jeder zaghafft schien. Es folgeten den Schweden

Die Frantzen schleunig nach. Was gab es da zu reden?

Da man vermeynete sie wären weit von hier

Sah sie das gantze Reich mit Hauffen vor der Thür.

Die Donau war beeist und frey zu übergehen

Es war kein Widerstand noch dort noch da zu sehen.

Was in dem Wege war fiel durch das Schwerdt dahin.

Und nun sah man die Stadt mit Macht rund um beziehn

Mit der Cartaunen-Knall und feuerigen Ballen

Zu Jhrer Majestät Entsetzung überfallen.

Wie aber dieser Zug sehr unvermuhtlich war

Also gerieth er auch sehr schleunig in Gefahr.

Der Käyser ließ sein Volck von allen Seiten kommen

Das auch sehr eilend hat den Weg nach jhm genommen

Worauf Bannier biß Cam sich was zu rücke schwung

Weil eine große Macht jhm auf den Rücken drung.

Er satzte sich zu Cam daselbst der andern Hauffen

Die in der Ober-Pfaltz weit waren außgelauffen

Bevor des tapfren Schlangs mit viermal tausend Mann

Zu warten. Aber seht daß es nicht allzeit kan

Erfolgen wie man will! Der Paß wurd abgeschnitten

und kam der schlaue Schlang zu Neuburg in die Mitten

Von seiner Wider-Part. Er krümmte sich er that

Mit großer Gegenwehr so viel als solche Stadt

Erley den kunt’. Er schrieb um Hilff es war verlohren

Es war die gantze Macht des Feindes vor den Thoren.

Er war zum dritten mal heraus sich durch die Macht

Zu schlagen welches jhm nur Schaden hat gebracht.

Es war auch endlich nichts vom Pulver mehr zugegen

und dennoch wehrt’ er sich mit Steinen von den Wegen.

Da alles was er that vor jhn vergebens war

Ergab er thränend sich

Von vierthalb tausend Mann auf Gnad und

Hierbey war Marggraf Carl vom Hause Durlach-Badeu

und andre große mehr. Sih eine gute Macht

Von Feinden vor das Reich in Regenspurg gebracht.

Wie triumpfirend man sich hab hierob erzeiget

Ist leicht erachtt daher mein Mund von solchem schweiget.

Wie schmertzlich aber Jhn Banniern so großer Stoß

Getroffen zeigete hernach sich allzu groß.

Daß er nicht so wie Schlang möcht übereilet werden

Ließ er die Ober-Pfaltz und brauchte Böhaims Erden

Zu seinem Rücke-Zug nach Zwickau. Dem der Feind

Allzeie im Nacken war dem er doch unvermeynt

Entgieng. Sein Zug war schnell und dorffte keinen Pfer-

Bey vierzehn Tagen lang die Last entnommen werden.

Zu zwickau ruhet’ er mit seiner gantzen Schaar

Die neben jhm sehr müd und abgemattet war.

Als bey den Weymarschen das

Veränderten sie stracks jhr wolgefaßtes Wollen

Nach Beyern eileten auch bald den Schweden zu.

Sie hatten aber auch nechst jhnen wenig Ruh.

Dieweil die Käysrischen von dort und da ankamen

Jedoch nichts sonderlichs von Treffen unternahmen.

Der schnell und lange Zug hatt alle müd gemacht

und darum scheuete sich jeglicher zur Schlacht.

Es war auch dem Bannier solch Fieber angekommen

Davon jhm alle Krafft wurd eilends weg genommen.

Um dieses gieng sein Heer mit jhm sehr schwach und matt

Durchs Anhaltiner Land ins Stifft von Halber stadt

Woselben Jhn sein Geist nach einem tapfren Leben

Zu seines Heeres Leyd und weinen hat begeben.

Er war ein Herr geschwind von Raht und starck von That.

Hör was man an sein Grab von jhm geschrieben hat:

Enthebet euch der Müh zu mahlen Herrn Bannieren

Er ist sein Mahler selbst er kan sich selber zieren

Mit lebendiger Farb. Sein Pinsel ist sein Schwert

Die Farb der Feinde Blut das Blat Europens Erd’.

In dem sein Abscheid war in Schweden kuntbar worden

Sah dessen Königin nach jhren Helden-Orden

und wählte Torsten Sohn an des Verlebten Stat

Der solches anzugehn sein allerbästes that.

In dem er aber sich zum Schiff- und Feld-Zug schickte

Geschah es daß der Feind nach Wolffenbüttel rückte

Die große Vestung die vor jhrem rechten Herrn

Der sie sehr eng beschloß noch länger zu versperrn.

Und mocht' es möglich seyn jhm einen Schlag zu geben.

Auf dieses sahe man diß alles sich erheben

Was Schwed- und Hessisch war des Lüneburgers Hand

Zu steiffen und hierdurch der Vestung nassen Stand

Noch mehr zu ängstigen. Es kam hierob

und lenckte sich der Sieg nochmahls zur Schwedschen Sei-

So daß zwey tansend Mann von Käysrischer Parthey

Verstarben und so viel mit einer langen Rey

Von Fahnen zum Triumff gefangen musten bleiben.

Wem aber haben wir diß Siegen zu zu schreiben?

Da waren Wrangel Pfuel und Wittenberg an statt

Des tapferen Banniers da war Lars Kagg. Es that

Ein jeder was er solt. Es hat sich auch nechst diesen

Der Graf von Eberstein und Klitzing so erwiesen

Daß sich das Lüneburg und Hessen rühmen kunt’

Auch war den Weymarschen hier Ehr und Sieg vergunt’

Damit die Käysrische den frisch-erlittnen Schaden

Verschmertzten wichen sie und nahmen Goßlar Schladen

Hornburg und Osterwiek zu jhrem Aufenthalt

und thaten jhrem Feind hiedurch sehr viel Gewalt

An seiner Futterung so daß er Wolffenbüttel

Das schon im Letzten lag aus Noth vom Lebens-Mittel

Auch wol aus Zwist begab weil jeder diesen Ort

Vor sich behalten wolt. Es zog ein jeder fort.

Die Schweden satzten sich bey Giffhorn mit verlangen

Den tapfren Torsten Sohn jhr Häupt wol zu empfangen.

Die Weymar-Hessischen durchwanderten das Land

Von Cölln und brachten da Lamboyen zu dem Stand

Jhm einen Schlag zu thun der also

Daß man vier tausend Mann von jhm hat abgezwungen

Der siegenden Parthey in dem Verhafft zu stehn.

Es blieben auch hiermit von Fahnen zwölffmal zehn

und sechszehn noch darzu. Der Todten aber waren

Ein dreymal tausend Mann von den Lamboyschen Schaaren.

Auf dieses galt es Neuß und nach dem Weynacht-Fest

Zu einem nenen Jahr Laboyens gantzen Rest

So daß nichts übrig blieb. Diß von den Weymar-Hessen.

Die Lüneburgische nicht gäntzlich zu vergessen

Die braucheten jhr Land zu jhrem Aufenthalt

Und Wolffenbüttel kam in seines Herrn Gewalt

Das durch Vertrag geschah. Einbeck gieng an den Käyser

und Göttingen bekam dergleichen Wegeweiser

Doch es blieb unverwandt gleich wie auch Hohentwil

Das Sparr so fest beschloß und durch der Stücke Spiel

Zur Demuht zwingen wolt’. Hergegen aber kriegte

Cur-Sachs sein Zwickau ein daß er mit Macht besiegte

Und Görlitz folgte nach. Auch mich nimmt etwas ein

Daß ich die müde Hand muß lassen ruhig seyn.