Des Deutschen Krieges Zehenter Theil.
DeN Außgang dieses Kriegs dem Mittel anzu- hangen
So sey nun wiederum (Hilff Göttin) angefan-
Wier wollen aber nun des todten Weymars Heer
Als ein verwäystes Volck an
und Heldenhaffte Hand vertraut am Reyhne lassen
und des Banniers Betrieb auf unsre Zunge fassen:
Er folgte seinem Feind und gab jhm solchen Hieb
Der jhn vom Balther Meer biß in Hochdeutschland trieb.
Und war vom Rücken nichts als Dömitz zu bekriegen.
Mit dem von Lüneburg stundt’ es auf dem Vergnügen
Weil er von beyden nichts als eitel Noht und Qual
Vermärckte saß er still und hielte sich
Wie auch der gantze Kräyß.
Daß General Bannier sein Volck zur Weser brachte
Die Neuenburg gewann des Kings geschlagne Schaar
An seine Seiten hieng Helm Wrangel durch Gefahr
Der
Aus Gardeleben nahm mit welchem er sein streiten
Nicht wenig glücklich sah wie folgen wird.
Gieng er mit aller Macht dem schönen Meißen zu
und nahm bey Kemnitz Sitz woselbst des Salis Schaaren
Die von den Käysrischen noch hinterlassen waren
Durch Pfulens scharffen Stoß und Wrangels strengen Hieb
Also zersteubeten
Er selbst mit Mandesloh und zehen hundert Knechten
Geriethen in Verhafft durch jhr unglücklich fechten.
Hiedurch verstärckte sich Bannier auf tausend Mann
Worauf er Zwickau Schnee- und Anneberg gewann.
Er wolt’ auch Freyberg an und brauchte große Stärcke
Wurd’ aber durch Entsatz des Käysers solchem Wercke
Mit Schaden abzustehn gedrungen. Sehet nach
Was Art er diesen Trieb durch eine höhre Sach
Entnahmte. Bald hierauf verstärckt’ er sich mit diesen
Die durch den Torsten Sohn heldmäßig angewiesen
Jm Lande Thüringen sich hatten eingesetzt
Damit so sahe man die Scharten außgewetzt
In dem er nnverhofft des
Die Freyberg wie der frey zu machen kommen waren
Bey Glauch und Hohenstein
Daß wenig übrig blieb und also recht und fug
Zu Freybergs Klage war. Es blieben alle Stücke
und was darzu gehört den Schwedischen zum Glücke.
Graf Buchheim blieb verhafft Graf Broy nechst dabey
Wie auch zwey tausend Knecht und alle Reuterey
Mit noch vier Obersten und ein und funfftzig Fahnen.
Seht diesen Sieg den Weg nach Böhäims Grentzen bahnen
Wohin sich
So schlecht kam dieser Held von diesem Treffen ab.
Eh aber sich Bannier nach Böhäinis Grentzen fügte
Gieng er nach Pirna hin das er auch bald besiegte
und alles nider hieb was in den Waffen war.
Ich selber stundte da in eußerster Gefahr.
Der Pirner
Solch Schrecken daß sie sich nicht dorfften wieder setzen.
Und darum sahe man die Stolpe Hohenstein
So Tetschen Bischoffswert und andre Schwedisch seyn.
Was Stadt von Hilff entblöst sol also nicht erblöden?
Hier auf zertheilte sich die starcke Macht von Schweden
und fiel ein großer Theil von neunmal tausend Mann
Die Stalhansch führete das gute Schlesjen an
Die Sächsische daselbst vom Käyser abzuhalten.
Und wuste dieser Held sein Ampt wol zu verwalten.
Der Rest mit dem Bannier gieng fort nach Leutmaritz
und nahm nicht lang hernach bey Brandeiß seinen Sitz.
Hierwider sahe man von Käyserlicher Seiten
Ein Heer ein mächtig Heer von 60000 Leuthen
Versamlen dessen Häupt Ertz-Hertzog Leopold
Des Käysers Bruder war. Vermärckt hierbey wie hold
Das Glück den Schweden schien weil solche große Scharen
Noch eins so starck als sie das Böhäim zu bewahren
In Waffen muste seyn. Zwölff tausend giengen ab
Zu welchen sich das Herr von der Cur-Sachsen gab
Des Stalhanschs seine Macht in Schlesien zu dämpffen
Doch es gieng langsam zu denselben zu bekämpffen.
Hergegen machte sich der Held Bannier vor Prag
und gab den Käysrischen daselbsten solchen Schlag
Daß ein paar tausend Mann im Felde ligen blieben
und Hofkirch derer Häupt wiewol von vielen Hieben
Sehr wund und matt gemacht in Feindes Hände fiel.
Auf dieses hörete das Prag der Stücke Spiel
Voraus der Carels-Hof und war der Schweden schüssen
So starck daß sie ein Theil der Mauern niderrissen.
In dem das große Prag in großer Zagheit war
und um Errettung schry kam Hatzfelds seine Schaar
Denselben Hilff zu thun daher Bannier die Prager
Verließ und seinen Weg nach Brandeiß in sein Lager
Gantz ohne Schaden nahm. Worauf ein jeglich Theil
Das gantze Königreich zu einem schlechten Heyl
Entzäumet überlieff und must’ aus allen Ecken
Was dienlich war hervor dann man durch Brand und
Schrecken
Des blitzenden Gewehrs hierzu gezwungen war
und dieses dauerte bey nah ein halbes Jahr.
Hierzwischen kam es auch zu manchen scharmuzieren
Wir wollen aber nur das größeste berühren.
Mönchhausen ein Soldat von löblichem Gericht’
Erfuhr daß sich ein Heer in Käyserlicher Pflicht
Bey Mähren sehen ließ. Kaum daß es war erfahren
Sah man denselbigen mit seinen Schweden Schaaren
Den Feinden auf dem Halß. Er that auch solchen Hieb
Daß fast ein tausend Mann theils auf der Wahlstatt blieb
Theils in Verhafftung kam. Der Rest zerstob durch fliehen.
Hiefür Vergelt zu thun war jeder vom bemühen
Bevor der
und hatte seines Volcks ein fünfmal tausend Mann.
Kaum daß er aber hatt’ einmal den Feind getroffen
Kam sein zu muhtig Pferd mit jhm zu weit geloffen
und trug jhn in den Feind. Sein Heer sah seine Noht
und wich er aber blieb von sieben Wunden todt.
Graf Hatzfeld aber sah sein Werck jhm bässer glücken
Da er dreyhundert Mann bey der Colinschen Brücken
Zerstreut’ und niederhitb. Worauf er seinen Zug
Zum schönen Meißen nahm und die Gedancken trug
Nechst den Cur-Sächsischen das Chemnitz zu bekriegen
und wo es glücken wolt’ auch Pirna zu besiegen.
Bannier vermärckende was Hatzfelds Meynung war
Brach unversehens auf und kam mit einer Schaar
Von zwölffmal taufend Mann den
Sie wichen und es kam nicht einmal zu dem streiten.
Damit kam Chemnitz frey und Pirna in den Brand
Daß weder Freind noch Feind hinfüro seinen Stand
Daselbsten halten mocht als es mit Gartz geschehen.
Den Hatzfeld sahen wir hierauf nach Francken gehen
Dem tapfren Königsmarck ein Widerhalt zu seyn.
Bannier hergegen kam nochmals in Böhäim ein
und fügte sich daselbst zu seinen andern Schaaren
Die unter Torsten Sohn noch hinterställig waren
und war die gantze Macht von dreyßig tausend Mann
Dann es kam kurtz zuvor viel Volck aus Schweden an.
Wan sah auch über diß auf mehr als 100 Wägen
Viel Mittel zu dem Krieg in Chemnitz fest gelegen
Durch den Bannirschen Zug zum Lager eingebracht
Und nochmals also fort mit einer großen Macht
Die große Prager-Stadt beziehen und beschüssen.
Und wolte man den Feind zur Schlacht gewillet wissen.
Er aber sorgete vor nichts als vor sein Prag
Nicht rächende was Schlang vor einen großen Schlag
Zwey Regimentern gab was große Zahl von Pferden
Bey Prag dem Torsten Sohn zur Beuthe musten werden
Was man den Weißenberg der Ort vom ersten Sieg
In diesem Kriege nahm die Stern-Schantz überstieg
Das Schloß und auch die Stadt mit Kugeln ließ erregen
Diß alles wolte doch zu keiner Schlacht bewegen.
Hergegen war des Feinds sein donnderndes Betrieb
So groß daß dem Bannier viel Volcks beliegen blieb.
Weil nichts zu richten war so gieng man von einander.
Der Feind erhielt sein Prag der Schwedisch Alexander
Sein Ehr’ und machte sich nach Brandeiß wieder hin.
Kein Ort war nun im Reich es war die Forcht darin.
Er suchte Geld von Brix. Brix sagte: Brix gibt nix
So werde sprach Bannier ein nix aus eurem Brix
und legete hierauf die gute Stadt zusammen
Die er mit Sturm gewann in Blut und Feuerflammen.
Auf dieses wandt er sich mit Macht vor Rockezahn
Das was er forderte aus Schrecken hat gethan.
Und jetzund galt es Satz und was hierum gelegen
Was nicht gehorsam war sah Schwerdt und Fackeln regen
und sich darinnen seyn. Hieran war nicht genug
Daß Böhäim leyden must’ er nahm auch einen Zug
Biß in die Ober-Pfaltz in Oesterreich und Mähren.
Es must’ auch Torsten Son dem Stalhansch Hilff gewähren
Dem Bauzen ob zu seyn. War schon die Gegen-Macht
Sehr groß so war sie doch alhier wie nichts geacht.
Und ställte sich Bannier alhier mit seinen Kriegen
Nicht anders als vielmehr dann Böhäim zu besiegen.
Doch wie der Hercules selbst zweyen was zu fchwach
Also gab auch Bannier zwar dreyen endlich nach.
Was man erdencken kunt und möglich war zu schaffen
Das kam auch in den Stand die Siegs-gewohnten Waffen
Der Schwedischen Armee zu schmeltzen. Also gar
Daß fast der dritte Mann auf einen Schweden war.
Ich redete vorher von 60000. Seelen
Die waren nun bey ein. Zehn tausend mehr zu zählen
Lag keiner Warheit ob. Dargegen anzugehn
War bey den Schweden nicht vor rathsam anzusehn.
Sie waren dort und da verlegt und abgegangen
Theils waren wund und schwach theils anderswo gefangen.
So glücklich man auch kriegt so wil uns das nicht ein
Daß dort und da nicht sol was Volck verlohren seyn.
Wolan! Sie machten sich zu rücke nach der Elbe
und zielten Pommern nach wolwissend daß dasselbe
Die bäste Zuflucht war daselbsten jhre Macht
Zu stärcken doch es war ein andrer Raht bedacht
Das außgelegte Volck aus allen Böhmer-Plätzen
Zu samlen und damit auf Meißen zu zu setzen
Auf Vortheil und nicht leicht auf eine Schlacht zu gehn
um Hilff von Fremder Macht sich eilends umzusehn.
Das war der Raht und was aus Schweden war befohlen.
Wie aber dieser Zug das Böhäim in die Kolen
und ander
Zu schreiben und es giebt die Kürtze keinen Raum.
Sonst hat man anderswo sehr viel hiervon geschrieben
Daß achtmal hundert Plätz in Feuer sind geblieben.
Den Weg nach Meißen zu und zwar nach Annenberck
Zu bahnen war nun mehr des Königsmarcks sein Werck
Auch glücklich außgericht dem alle Schweden Schaaren
Aus Böhäimb allgemach zu folgen rüstig waren.
Graf Hoditz aber must hierzwischen einen Schlag
Erdulden und es war nunmehr der Feinde Sag’
Allein von einer Schlacht es schienen wahre Reden
und fiel des Vorzugs Volck dem Nachzug von den Schweden
Sehr grimmig auf den Halß. Schlang aber sah sich üm
und schlug die Käysrische mit solchem
Daß tausend in Verhafft neun hundert todt verblieben.
Wiewol nicht lang hierauf dergleichen Hertz-betrüben
Den Schweden selber auch bey Plauen wiederführ
und es gieng also zu daß man des Schlages Spur
Auf ein paar Meilen sah. Diß
Erlitten mahnete nunmehr dahin zu schauen
Wo Hilff und Rettung war. Man ställete den Stab
um Jen’ und Erfurt fest brach alle Brücken ab
Schlug Lager schantzete bracht’ alles was ernährte
Ins Lager ein womit man alles Land verzährte
Dann es blieb nicht bey dem was schon gekommen war.
Es gieng kein Tag vorbey daß sich die Schweden-Schaar
Nicht mehr vermehrete. Dann was der Krohne Schwe-
Zur Hilff verbunden war kam an. Fein kurtz zu reden
Die Frantzen unter des von
Die Lüneburgische mit Klitzing abgesand
Die Cassel-Hessische mit jhrem Häupt Melander
Die kamen allesamt sehr mächtig bey einander
Den Schweden Hilff zu thun und sihe da zum Streit
Ein sechszig tausend Mann in Thüringen bereit.
Noch war des Feindes Zahl der nun in Salfelds Weyden
Ein festes Lager schlug viel größer. Denck was Leyden
Dergleichen Mänge Volcks in einem Lande bring’
Ich bin dasselbige zu sagen zu gering.
Als beyde Theile sich genug vermehret hatten
Hergegen alle Noth sie sämtlich abzumatten
Sich unter sie begab bedachte sich Bannier
Zu einer rechten Schlacht mit neuem Ruhm von hier
Zu kommen. Doch es gieng gantz wieder sein begehren.
Des gantzen Reiches Macht auf einmal zu gefähren
Das war kein Raht von Heyl. Es war nicht aus der acht
Wie manches Glücke sich in einer offnen Schlacht
Den Schwedischen erwies drum war es nicht zu wagen
und doch gerieth es noch zu einem solchem schlagen
Daß beyde Theile mehr dann dreymal tausend Mann
Verlohren und hiemit gab man das lagern an
Sie musten beyde sich vor großer Noht erheben
Es hatten weder Vieh noch Menschen mehr zu leben.
Bannier nahm seinen Weg nach Wildungen ein Ort
Von herrlichem Getränck. Sein Feind hergegen fort
Nach Fritzlar hin woselbst sie beyde sonder Schlachten
und märcklichen Betrieb die Sommer-Zeit verbrachten.
Wie es zum Herbste kam erschlug der Schweden-Feind
Viel Lüneburger Volck nunmehr der Schweden Freind
Nah an dem Weserstrom wie auch viel Weymar-Schaaren
Die jhren Feind bey Lohn zu suchen kommen waren
Sie suchten aber so daß ein drey hundert sich
Verlohren fast so viel verblieb auch in dem Stich
Als Schlang vom Hatzfeld ward biß Hameln hin getrie-
Hergegen war dem Ros’ ein solcher Sieg geblieben
Daß er den bästen Kern des Käysers Reuterey
Bey Zigenhahn erschlug
Als ihren General. Es war nun in den Tagen
Da man das Feld verlässt und vor des Winters-Plagen
Sich nach den Städten giebt daher auch jede Schaar
Jm Aufzug aus dem Feld in jhre Städte war.
Der
Der Wahl das Ertzstrifft Cölln Geleen des Reyhnes
Rancken
Hatzfeld das Gülcher Land. Hergegen nahm Bannier
Das Quedlin-Magdeburg- und Halberstättsche für
Auch was zur
In solchen Fällen wird kein Ort für frey geschätzet.
Das Weymar-Volck den Hartz als Stoll- und Kletten-
Wie auch die Herrschafft Lor. Die Cassel-Hessen-Stärck
Oost-Frießland Schaumburg Marck und Münster. Wolf-
Wie auch gantz Lüneburg gab fenem Volcke Mittel.
Seht also theilten sich die großen Machten aus.
Drey Helden giengen auch um diese Zeit nach Hauß.
Als der von
Dem der
Gefolget. Torsten Sohn der hochbeglückte Mann
Der endlich nach Banniern so großes hat gethan.
Melander welcher sich bey Hessen so gehalten
Daß dessen Landgraf jhn das gröste ließ verwalten.
Er wie auch Torsten Sohn gieng etwas zwistig ab
und nahm der Eberstein hierauf Melanders Stab.
Es war die Winter-Zeit noch nicht zur Helffte kommen
Wurd unverhofft ein Zug von Schweden vorgenommen
Der schnell und listig gieng. Es kam Cur-Sachsens Schaar
Vor seinem Zwickau an und weil es Schwedisch war
Gebrauchte sie Gewalt die Schweden rauß zu bringen.
Da stellte sich Bannier sich nach der Stadt zu schwingen
um solcher Hilf zu thun und muste Pfuel voran.
Doch es war nur darum jhm eine gute Bahn
Nach einer bässern Stadt als Zwickau war zu machen
Jhr Weg den sie durch Schnee und Eiß knickknasternd bra-
War recht nach Regenspurg
Bey ein versamlet war von welchem schnellen Streich
Ein jeder zaghafft schien. Es folgeten den Schweden
Die Frantzen schleunig nach. Was gab es da zu reden?
Da man vermeynete sie wären weit von hier
Sah sie das gantze Reich mit Hauffen vor der Thür.
Die Donau war beeist und frey zu übergehen
Es war kein Widerstand noch dort noch da zu sehen.
Was in dem Wege war fiel durch das Schwerdt dahin.
Und nun sah man die Stadt mit Macht rund um beziehn
Mit der Cartaunen-Knall und feuerigen Ballen
Zu Jhrer Majestät Entsetzung überfallen.
Wie aber dieser Zug sehr unvermuhtlich war
Also gerieth er auch sehr schleunig in Gefahr.
Der Käyser ließ sein Volck von allen Seiten kommen
Das auch sehr eilend hat den Weg nach jhm genommen
Worauf Bannier biß Cam sich was zu rücke schwung
Weil eine große Macht jhm auf den Rücken drung.
Er satzte sich zu Cam daselbst der andern Hauffen
Die in der Ober-Pfaltz weit waren außgelauffen
Bevor des tapfren Schlangs mit viermal tausend Mann
Zu warten. Aber seht daß es nicht allzeit kan
Erfolgen wie man will! Der Paß wurd abgeschnitten
und kam der schlaue Schlang zu Neuburg in die Mitten
Von seiner Wider-Part. Er krümmte sich er that
Mit großer Gegenwehr so viel als solche Stadt
Erley den kunt’. Er schrieb um Hilff es war verlohren
Es war die gantze Macht des Feindes vor den Thoren.
Er war zum dritten mal heraus sich durch die Macht
Zu schlagen welches jhm nur Schaden hat gebracht.
Es war auch endlich nichts vom Pulver mehr zugegen
und dennoch wehrt’ er sich mit Steinen von den Wegen.
Da alles was er that vor jhn vergebens war
Ergab er thränend sich
Von vierthalb tausend Mann auf Gnad und
Hierbey war Marggraf Carl vom Hause Durlach-Badeu
und andre große mehr. Sih eine gute Macht
Von Feinden vor das Reich in Regenspurg gebracht.
Wie triumpfirend man sich hab hierob erzeiget
Ist leicht erachtt daher mein Mund von solchem schweiget.
Wie schmertzlich aber Jhn Banniern so großer Stoß
Getroffen zeigete hernach sich allzu groß.
Daß er nicht so wie Schlang möcht übereilet werden
Ließ er die Ober-Pfaltz und brauchte Böhaims Erden
Zu seinem Rücke-Zug nach Zwickau. Dem der Feind
Allzeie im Nacken war dem er doch unvermeynt
Entgieng. Sein Zug war schnell und dorffte keinen Pfer-
Bey vierzehn Tagen lang die Last entnommen werden.
Zu zwickau ruhet’ er mit seiner gantzen Schaar
Die neben jhm sehr müd und abgemattet war.
Als bey den Weymarschen das
Veränderten sie stracks jhr wolgefaßtes Wollen
Nach Beyern eileten auch bald den Schweden zu.
Sie hatten aber auch nechst jhnen wenig Ruh.
Dieweil die Käysrischen von dort und da ankamen
Jedoch nichts sonderlichs von Treffen unternahmen.
Der schnell und lange Zug hatt alle müd gemacht
und darum scheuete sich jeglicher zur Schlacht.
Es war auch dem Bannier solch Fieber angekommen
Davon jhm alle Krafft wurd eilends weg genommen.
Um dieses gieng sein Heer mit jhm sehr schwach und matt
Durchs Anhaltiner Land ins Stifft von Halber stadt
Woselben Jhn sein Geist nach einem tapfren Leben
Zu seines Heeres Leyd und weinen hat begeben.
Er war ein Herr geschwind von Raht und starck von That.
Hör was man an sein Grab von jhm geschrieben hat:
Enthebet euch der Müh zu mahlen Herrn Bannieren
Er ist sein Mahler selbst er kan sich selber zieren
Mit lebendiger Farb. Sein Pinsel ist sein Schwert
Die Farb der Feinde Blut das Blat Europens Erd’.
In dem sein Abscheid war in Schweden kuntbar worden
Sah dessen Königin nach jhren Helden-Orden
und wählte Torsten Sohn an des Verlebten Stat
Der solches anzugehn sein allerbästes that.
In dem er aber sich zum Schiff- und Feld-Zug schickte
Geschah es daß der Feind nach Wolffenbüttel rückte
Die große Vestung die vor jhrem rechten Herrn
Der sie sehr eng beschloß noch länger zu versperrn.
Und mocht' es möglich seyn jhm einen Schlag zu geben.
Auf dieses sahe man diß alles sich erheben
Was Schwed- und Hessisch war des Lüneburgers Hand
Zu steiffen und hierdurch der Vestung nassen Stand
Noch mehr zu ängstigen. Es kam hierob
und lenckte sich der Sieg nochmahls zur Schwedschen Sei-
So daß zwey tansend Mann von Käysrischer Parthey
Verstarben und so viel mit einer langen Rey
Von Fahnen zum Triumff gefangen musten bleiben.
Wem aber haben wir diß Siegen zu zu schreiben?
Da waren Wrangel Pfuel und Wittenberg an statt
Des tapferen Banniers da war Lars Kagg. Es that
Ein jeder was er solt. Es hat sich auch nechst diesen
Der Graf von Eberstein und Klitzing so erwiesen
Daß sich das Lüneburg und Hessen rühmen kunt’
Auch war den Weymarschen hier Ehr und Sieg vergunt’
Damit die Käysrische den frisch-erlittnen Schaden
Verschmertzten wichen sie und nahmen Goßlar Schladen
Hornburg und Osterwiek zu jhrem Aufenthalt
und thaten jhrem Feind hiedurch sehr viel Gewalt
An seiner Futterung so daß er Wolffenbüttel
Das schon im Letzten lag aus Noth vom Lebens-Mittel
Auch wol aus Zwist begab weil jeder diesen Ort
Vor sich behalten wolt. Es zog ein jeder fort.
Die Schweden satzten sich bey Giffhorn mit verlangen
Den tapfren Torsten Sohn jhr Häupt wol zu empfangen.
Die Weymar-Hessischen durchwanderten das Land
Von Cölln und brachten da Lamboyen zu dem Stand
Jhm einen Schlag zu thun der also
Daß man vier tausend Mann von jhm hat abgezwungen
Der siegenden Parthey in dem Verhafft zu stehn.
Es blieben auch hiermit von Fahnen zwölffmal zehn
und sechszehn noch darzu. Der Todten aber waren
Ein dreymal tausend Mann von den Lamboyschen Schaaren.
Auf dieses galt es Neuß und nach dem Weynacht-Fest
Zu einem nenen Jahr Laboyens gantzen Rest
So daß nichts übrig blieb. Diß von den Weymar-Hessen.
Die Lüneburgische nicht gäntzlich zu vergessen
Die braucheten jhr Land zu jhrem Aufenthalt
Und Wolffenbüttel kam in seines Herrn Gewalt
Das durch Vertrag geschah. Einbeck gieng an den Käyser
und Göttingen bekam dergleichen Wegeweiser
Doch es blieb unverwandt gleich wie auch Hohentwil
Das Sparr so fest beschloß und durch der Stücke Spiel
Zur Demuht zwingen wolt’. Hergegen aber kriegte
Cur-Sachs sein Zwickau ein daß er mit Macht besiegte
Und Görlitz folgte nach. Auch mich nimmt etwas ein
Daß ich die müde Hand muß lassen ruhig seyn.