Des Deutschen Krieges Zwölffter und letzter Theil.
Nach Linnert Torsten Sohn bey welchem nie kein
Mangel
An Sieg und Ehren war kam Carl Gustavus
Wrangel.
Was sein verrichten war sol sonder falschen Schein
und sol also der Schluß des Kriegs berichtet seyn.
So bald wir seine Macht bey Gotha richtig sahen
Erhob er sich geschwind der Weser sich zu nahen.
Man gieng das Eißfeld durch auf Deng- und Heilgen Stadt
Worauf das gantze Heer sehr dicht für Höxter trat
Das mit sechshundert Mann und sechsmal tausend Mal-
Von Mehl versehen war das alles neuen Waltern
Durch Macht zu Handen fiel weil man die Stadt bekahm
und alles was sie hatt als ein besiegtes nahm.
Das Volck wurd eingesteckt das Mehl hinweg geschaffet
Auch aller Vestung-Bau und Mauern so bestraffet
Daß sie nun Hauffen sind. Was von der Schweden Macht
Vor diesem Orte fiel wird gar gering geacht.
Verwundte waren wol bey welchen man Helm Wrangel
(der wie der Dehnen Fried in allem ohne Mangel
und
und mit vertrauter Macht zu der vor Höchster gab)
Nicht schlecht von Schaden sah. Nach allen diefen Dingen
Vor Höchster musten auch Neuhauß und Lipspring springen
Die Duclas auf Genad und
Worauf die gantze Macht vor Paderborn ankahm
Das gegen Oßnabrück und gegen Münster liget.
Es wurd auch bald darauf bekrieget und besieget.
Wie hoch sah Oßnabrück wie hoch sah Münster auff
Als dieser Schweden Mars in einem vollen Lauff
An jhre Grentzen kam als wolt’ er mit den Degen
Erwegen was man nicht mit Worten kunt’ erwegen.
Das war die Deutsche Ruh ob welcher man alhier
Ein langes sprächen hatt’ und halff da nichts dafür
Wie lang wie seufftzeten und um den Frieden baten.
Nach langem wurd’ uns doch (GOtt Lob und Danck) ge-
Als man mit Paderborn in allem richtig war
Gieng man auf Bergen zu das solcher großen Schaar
Nicht groß zuwider fiel. Es wurde so gesiebet
Daß es noch heute da nicht viel erübrigt giebet.
Diß traff viel andre mehr. Hier gieng der Königsmarck
Mit vielen Völckern ab und machte sich sehr starck
Mit fechten vor die Fecht ein wolbefestes Wesen
Wust’ aber diesesmal den Knopf nicht auf zu lösen
Die Zeit fiel viel zu kurtz. Er samlete sich auff
und gieng für Lemgau hin gewanns und nahm den Lauff
Hierauf zur Haupt-Armee die sich nach Wetzlar machte
Woselbst des Cassels-Häupt (das ich wie Pallas achte)
Durch jhren General den man den Geusen hieß
Jhr Volck zu hauffen nahm und zu den Schweden stieß.
Was Cassel diesen that that Darmstadt bey dem Käyser
Weil sich zu dieser Zeit die beyden Hessen-Häuser
Von wegen eines Erbs und andrer Dinge mehr
Entzweyt daß beyde Theil’ ein ziemlich großes Heer
Die Sachen abzuthun im freyen Felde hatten
und meynte jeder Theil den andern abzumatten.
Es ist wie wol bewust im Cassel-Hessen-Land
Ein hoch-erhabnes Schloß Amoenenbug genannt
Hat von der Gegend-Lust den Nahmen überkommen
Diß Schloß hatt’ hier und da sich raubens angenommen.
Daher die Schweden-Macht samt Hessen sich erhob
umringete den Ort und lag jhm glücklich ob
Er wurd’ auch gantz geschleifft worauff sich beyde Theile
Bey Kirchhayn (welche Stadt ein Viertel einer Meile
Von diesem Schlosse lag) verschantzten daß jhr Feind
(von Käyser-Beyrischen- und Hessen-Volck vereint)
Wie viel Versuchs er that sehr wenig kunte schaffen
Ertz-Hertzog Leopold versah des Käysers Waffen
Des Beyers Jan de Werth des Darmstadts Eberstein
Die sonsten alle drey beglückt gewesen seyn
Hier aber kunten sie kein großes nicht verrichten
Weil sie auch über das der Futterung vernichten
Auf andre Wege trieb das war auf Jlmstadt zu.
Allhier begaben sie sich etwas in die Ruh
um jhrer Feinde thun in Augenschein zu nehmen.
Bald sah man alles Heer der Schweden sich bequemen
Gerad auf Giesen hin und Wetzlar zu zu gehn
Biß auf der Frantzen Macht jhr’ Ankunfft da zu stehn
Die des Touraini Hand den Reyhn herüber führte.
Das war die iene Macht die noch vom Bernhard rührte
Sonst Weymarisch benahmt. Sie kam und zimlich groß
Man jauchtzt’ und brennete die groben Stücke loß
und giengen beyde Theil anjetzt in einem Hauffen
Als wolten sie nach Höchst und ferner das belauffen
Des Meyn- und Reyhnes sehn das ober Mentz geschieht.
Sie aber giengen hin wo man nach Beyern zieht
Als zwischen jhres Feinds und zwischen Franckfurts Wäl-
Worauf sich Steinheim must’ in jhren Willen stellen.
Wie auch Aschaffenburg deßgleichen Seelgenstadt.
Und weil Aschaffenburg ein höltzne Brücken hat
Die übern Mayn hingeht gieng aller Schwal der Schwe-
und Frantzen über hin. Ich muß von zwyen reden
Dann Cassel-Hessens Volck gieng wiederum nach Hauß
und trieb des Feindes Volck aus seinen Plätzen aus.
Die andern fuhren fort und giengen weit in Francken
Bezwungen (kurtz gedacht) fast über die Gedancken
Kling-Milt- und Freudenberg imgleichen Carolstadt
und bäßre Plätze mehr die man am Necker hat.
Hieran war nicht genug sie satzten auch in Schwaben
und ließen jhren Feind gemachen Nachzug haben
Der sich auf Regenspurg und Ingolstadt begab
Des Darmstad-Hessens Volck gieng aber wieder ab.
Eh sich die Käysrischen auf Regenspurg verfügten
Die Städt’ Aschaffenburg und Miltberg wieder kriegten
Gieng jhre Widerpart zur Stadt Heylbronn hinan
Macht’ Hall und Nördlingen jhr schleunig unterthan.
Jmgleichen Schorendorff daß die Frantzosen zwungen.
Wer hat in Dünckelspiel und Donawerth gedrungen?
Der schnelle Königsmarck also in Wallerstein.
Hierauf gieng aller Schwarm vor Stein und nahm es ein.
Nach dem für Augspurg hin kunt’ aber nichts erlangen
Weil seine Widerpart auf jhn kam zugegangen
und das mit großer Macht dann er sechstausend Mann
Aus Böhäimb Oesterreich und andern Orten an
Zu Helffern überkam. Als Augspurg war entsetzet
Wurd’ alles Beyer-Land von allen so geschätzet
Vorstört und umgekehrt daß dessen Häupt um Ruh
und Waffen-Stillstand sprach. Es kam jhm auch
Man denck’ ein wenig nach vier Heer in einem Lande
Zwey Freund-zwey Feindliche zu was für einem Stande
Solch Land gerathen kan. War einer schon gut Freind
So war er doch dabey des Landes-Baarschafft Feind.
Das Gut ist jedem gut es blieb fast nichts verschonet
Was in dem Mündelheim zu Münch- und Füßen wohnet
Zu Landsberg Ravenspurg und andern Orten mehr
Must’ alles an das Joch dem Schwed- und Frantzen-Heer
Nach seiner Lust zu seyn. Was war es für ein hausen
Als man am Boden-See die wolbeklippte Clausen
Mit samt Bregantz gewann? Was Schätze gab es da?
Wo blieb die Gegen-Macht ließ sie den Feind so nah
An das Tyrolerland? Sie wolte viel dargegen
Kunt aber wenig thun wie dann der Schweden Degen
Auch dicht vor Lindau kam und es zur
Zu zwingen eufrig fiel ließ aber endlich ab
Weil es zu mächtig war. Nun wurde Fried in Beyern
Weil man des Feindes Macht nicht anders kunte steuern
Sprach man um Fried und Ruh. Man gieng es treulich
ein
Wie lang es dauerte sol bald berichtet seyn.
Als Wrangel für der Macht des Beyers sicher lebte
und jhm des Käysers Heer alleine wiederstrebte
Wiewol es in dem Feld’ ein weniges betrieb
Gieng er von Beyern aus und führte seinen Hieb
Auf das was Käysrisch war vorauß auf solche Plätze
Von welchen ich nur zween als die berühmten setze.
Der erst hieb Schweinfurt auf ist eine schöne Stadt
Dergleichen man nicht viel im Lande Francken hat
In Francken da es ligt. Nach Schweinfurt galt es Eger
und halff da nichts dafür wie starck des Käysers Läger
Das den Melander nun zum Feldherrn hatte kam
Ja daß der Käyser selbst die Stadt in Obacht nahm.
Hier hatte Wrangel sich mit Wittenberg vermehret
Der sich vor kurtzem hatt’ in Schlesien gekehret
Dem Montecuculi und andren jhre Macht
Zu stossen wurd’ auch offt und wolbeglückt verbracht.
War Wrangel hier beglückt Touraine dort imgleichen
Dem alles Mentz und Höchst und Steinheim muste weiche
Ja alles Ertzstifft Meyntz. Er fiel auch Darmstadt an
und that dem Cassel Hilff das nun den tapfren Mann
Mortaigne seiner Macht zum Häupt hatt’ aufgesetzet
Er hatte sich nunmehr mit Schweden schon geletzet.
In dem diß hier verlieff kam Post und gantz gewiß
Wie sich des Spannjers Macht nach Franckreich sehen ließ.
Daher Touraine sich nach Franckreich solt’ erheben.
Er thats man sah jhn auch sich übern Reyhn begeben.
Als er ins Elsas kam und weiter fort gedacht’
Entsponn sich unter jhm und seiner Deutschen Macht
Ein Streit der mächtig war. Er wolt in Franckreich ge-
Sie aber sagten: Nein wier dencken hier zu stehen
Biß man uns richtig macht was man uns schuldig ist
Diß machte beyde Theil’ als offne Feind’ entrüst.
Touraine nahm was blieb und gieng mit solchem Hauffen
Nach Lothringen hinein wo zwischen das Verlauffen
Der hinterlaßnen Macht jhm so zu Hertzen stieg
Daß er zu rücke gieng und einen neuen Krieg
Mit diesen Völckern hielt. Er traff sie bey dem Meyhne
Satzt an und schlug auf sie. Sie stellten jhre Beine
und gaben eben das was man auf sie betrieb
Daß also beyderseits nicht wenig sitzen blieb.
Nach diesem setzten sie zwey tausend starck auf Pferden
Bey Würtzburg durch den Meyhn und suchten nach der
Erden
Die Königsmarck betrat der jetzund seinen Krieg
Mit vielen Städten hatt’. Er hatte Krieg und Sieg.
Die Fechte wurde seyn die Fastenau imgleichen
Es must’ auch Weydenbrück vor jhm die Segel streichen.
Jtzt aber hielt’ er sich sehr nah um Paderborn.
Touraine aber nahm aus Rach Befehl und Zorn
Den Rosa welcher sie vor dieser Anffruhr führte
Gefangen meynende daß es von jhme rührte
Da er doch ausser Schuld und sicher immerdar
Ein treuer General bey dieser Krohne war.
Es wurd’ auch mit der Zeit von Franckreich selbst erkennet
So daß man jhn nun neu derselben treuen nennet
Wie er dann dieser Zeit sie wiederum bedient
und in der alten Ehr’ auch noch viel größer grünt.
Daß wir nun wiederum auf diese Völcker kommen
So hat sie Königsmarck gar gern an sich genommen
Weil er sie sonst zum Feind gewillt und fertig sah
Was sie begehreten das war jhm alles ja
und schrifftlich auffgesetzt. Hierauff war er entschlossen
Mit dies- und seiner Macht zur Haupt-Armee zu stoßen
Die nun umb Eger war. Diß kunte doch nicht seyn
Dann General Lamboy fiel in Ost Frießland ein
Die Cassel-hessische darinnen auff zu reiben
Daher er diesen Feind in seinen Platz zu treiben
Sich wieder rückwerts gab jedoch must Hammerstein
Sein General Major für jhn vor Eger seyn
Der auch zwey tausend starck sich schleunig hin verfügte
Weil man daselbst sehr scharff vons Käysers Seiten krieg-
War hier der Hilff von thun. Was nun mit Hammerstein
Entgieng bracht Hessen bald mit andern wieder ein
Lamboyens seine Macht genugsam zu bestreiten.
Stund’ also Rabenhaupt an des Versandten Seiten.
Ich sage Rabenhaupt ein General Major
In der von Cassel Pflicht von welchem hiebevor
Noch wenig Meldung war. Laß uns zum Ende kommen.
Was that dann Königsmarck was hatt’ er vorgenommen?
Bestritt’ er den Lamboy? Er bracht jhn auch so weit
Daß er nach Meppen wich und sich vor einem Streit
Bey Rehnen in ein Werck von festen Schantzen setzte.
Daß jhm der Weymar-Hauff viel Volck darnider metzte
Wird nicht geleugnet seyn er brauchte keinen Glimpf
Weil des Lamboy Heer demselben manchen Schimpf
und Spott entbieten ließ und gar Rebellisch nannte
Wofür sein Hertz für Zorn als einem Löuen brandte.
Nachdem Lamboyens Volck in solche Schwäche fiel
Gieng aller Donner-Stück und der Mortirer Spiel
Auff Rehnen welche Stadt Lamboyens Rest verpflegte
Es währte biß sie sich in Brand und Aschen legte.
Nach Legung dieser Stadt und des Lamboy Macht
Die vieler Meynung nach sehr weit hatt’ außgedacht
Beflammte Königsmarck sein auffgesetztes Läger
und gieng mit aller Macht zur Haupt-Armee vor Eger.
Lamboy solt’ es auch er wolt’ es doch nicht thun.
Es kunt’ auch fast nicht seyn weil jhm die Hessen nun
Als zimlich siegende sehr viel zu schaffen machten
und dort und da ein Ort in jhre Hände brachten
Diß hielt jhn viel zu rück.
Brach alle Waffen-Macht des Beyers wieder auff
Auffs neue wieder die von Schweden loß zu gehen
und also Ferdinands Partheyen bey zu stehen.
Hilff GOtt wie sah man auf als man die Zeitung hatt’
Es stündte seine Macht bereits vor einer Stadt
Die Schwedisch Volck in hatt als Memmingen in Schwa-
und wolte das heraus und sich darinnen haben.
Es lieff auch mit der Zeit nach jhrer Meynung aus
Jedoch sehr hoch erkaufft dann es war mancher Strauß
Eh es so weit gerieth. Was wurd hiemit verrichtet?
Nicht mehr als Beyern selbst fast auf den Grund vernichtet
Wie balde folgen sol. Als Ferdinands Gewalt
Mit der von Beyern sich in voriger Gestalt
und altem Glauben sah erhob sie jhre Flügel
In Meynung jhren Feind den Schweden aus dem Bügel
und Sattel auß zu thun der nun mit großer Schaar
Von Eger fort nach Prag zu gehen rüstig war.
Es kam zu manchem Streit jedoch zu keinen Schlachten
Weil beyde Theile wol auf jhre Vortheil wachten.
Helm Wrangel hieb einmal so tieff ins Käysers Heer
Daß er mit wenigen nicht wenig Beuth’ und Ehr
Erlangte. Ja man sprach: Hätt’ er sich recht versehen
und Volck zur hand gehabt es wäre was geschehen
Das kaum zu hoffen war. Nichts minders that de Wört
Der solches Ding zu thun außbündig war gelehrt
In einer duncklen Nacht vor Eger an den Schweden.
Ich weiß nicht welchem hier das Siegen nach zu reden.
Es blieben beyderseits viel hohe tapfre Leuth
Als Obristen und mehr und wurd’ insonderheit
Helm Wrangel hoch beklagt der nun auf langes Kriegen
und fieler Feinde Tod’ erschossen must’ erliegen
Gemeiner blieben mehr als zweymal tausend Mann
Verstehe beyderseits vom Leben abgethan.
Hierauf gieng alle Macht der Schweden theils zur Elbe
Theils zu der Weser hin zu ruhen weil dieselbe
Sehr Krafft- und Pferdloß war. Wo blieb die Gegen-
Die gieng auf Cassel zu und nahm es nicht in acht
Daß sich der Schweden-Hauff in Nieder-Sachsen stärckte
Wiewol man es hernach doch allzu spat vermärckte.
Was man in Hessen that war dieses fast allein
Daß man das Land verdorb. Man nahm auch Marburg
ein
Doch nur die bloße Stadt das Schloß schoß hart darwider
und warff Melandern selbst in eine Schwachheit nieder.
Damit so war der Streit mit Marburgs Schloß verbracht.
Und nun hielt Wrangels Hand bey des Touraine Macht
um einen Einbruch an Jtalien an dem Reyhne
Das ist die
Die Deutschland haben mag zu stürmen. Er griff an
und gieng mit ungefehr sechs sieben tausend Mann
Vereufert durch das Land fuhr über Reyhn in Francken
und ruhete bey Lor (ein Ort in lautern Rancken)
Biß sich die Wrangels Macht jhm näher an die Hand
Verfügte welche sich bereits durchs Hessen Land
Mit Krafft und Eufer zog. Mit Krafft sie war mit Pfer-
und allem wol versehn mit eufrigen Geberden
Weil Beyern anders that als es versprochen hatt’
und welches Macht an jetzt um Schweinfurt eine Stadt
Mit Schwedischen besetzt ein schrecklich Lager machte
Das gleichwol anders nichts als Müh und Kosten brachte.
Nach dem Melander fah was Wrangel willens war
Verstärckt’ er seine Macht mit der Cur-Beyern Schaar
und gieng der Donau zu dieselbe zu bewachen.
Dann er als ein Soldat von Witz aus allen Sachen
Wol märckte daß sein Feind sein Aug auf Beyern wandt
Als er vor diesem that. Jhm allen Widerstandt
Zu thun gieng er voran und eilte nach der Brücken
Die zwischen Regenspurg und Hof aus groben Stücken
Sehr fest zu schauen ist. Der Wrangel folgte nach
Der Königsmarck mit jhm auch war Touraine wach
Und gieng also ein Heer von 30000, Seelen
AnfAuf Beyern solches Land noch einmal was zu quälen
und härter als zuvor. Eh man zur Donau kam
Lag Wintzheim in dem Weg das man bemächtigt nahm
und alles unterstieß was selbiges beschürmte.
Worauf die gantze Macht zugleich auf Beyern stürmte
Auch von den Feindlichen ein zwantzig hundert Mann
Bey Augspurg
Hier blieb Melander selbst ein Mann der glücklich siegte
So lang er für das Land der Hessen-Pallas kriegte
So bald er aber sich ans Käysers Seiten gab
Gab sich das falsche Glück von seiner Seiten ab
Wie andern mehr geschah. Auf solche Schlapp- und
Schwäche
Wich alles aus dem Feld durch Auspurg nach dem Leche
und wolten da bey Reyhn den Paß nach Beyern hin
Versperren. Aber ach! das Glück betrog den Sinn.
Die Schweden drungen durch und fielen weit in Beyern
Es kunte sie noch Lech noch Jserstrohm besteuern
Noch das gedoppelt Heer. Wann GOtt ein Land bestrafft
So schickt er einen Feind an dem man wenig schafft
Dem alles glücklich geht. Diß war allhier zu sehen
Man wird es auch allhier nach langer Zeit gestehen
Nach vielem machten sie sich an den strengen Inn
Der voll von Klippen ist und wolten über hinn
Ins Ländlein ob der Enß und Oesterreich zu brächen.
Es musten aber viel sich da zu todte zechen.
Der Gegenstadt war groß der Strohm zu schnell und
streng
Die Futterung zu klein die Zeit zu schlecht und eng
Des Käysers Hilff zu groß der nun viel tausend Krieger
Mit Piccolomini auf diesen steten Sieger
Zu gehen samlen ließ, Diß trieb jhn von dem Inn
Der jhm viel hundert fraß nach andern Plätzen hinn
Die er im Rücken hatt’ um sicherer zu leben
und auf des Feindes Thun ein scharffes Aug zu geben
Die Noth erheischte das es gieng auch scharff daher
und war jhm dieser Zeit das Siegen etwas schwer
Wie man bey Dachau sah da er wol mächtig stritte
Jedoch dem Mächtigern ein ziemliches erlitte.
Hierauf erhob er sich der Donau wieder zu
und gab sich in der Pfaltz mit seiner Macht zur Ruh
Weil er die süße Post vom lieben Frieden hörte
Die er nach Billigkeit mit guter Ruh verehrte.
Was er that auch sein Feind. In dem diß hier verlieff
That General Lamboy bey Gesek’ einen Griff
Auf die Casselische und trieb sie solcher massen
Daß fie in Geseke sich musten schräncken lassen.
Man bracht’ Entsatz herbey Lamboy gieng frisch darauff
und schlug jhn fieng darzu desselben Führer auf
Das war der Landgraf Crnst. Nach allem als er meynte
Daß jhm das liebe Glück nach seinem Willen scheinte
Must’ er von Geseke zu rück und nach was Zeit
Erleyden daß der Heß in offenbahrem Streit
Nicht weit von Grefenburg
fällte
Wie scharff sich feine Macht der andern widerställte.
Diß alles ungeacht nahm er ein größer Heer
und gieng noch eines an weil aber jener sehr
Verschwächt war hielt’ er sich biß man jhn zu verstärcken
Entsatz und Beystand that zu Neuß in festen Wercken.
Die Hilff kam an Lamboy zog ab worauf die Schaar
Der Hessen Paderborn das wieder Käysrisch war
Berung. Lamboy kam an und trieb sie das sie wichen
Damit so war auch hier die Streitigkeit verglichen
und blieben beyde Theil auf die gewündschte Mähr
Vom Frieden in der Ruh. War also hin und her
Durch alles Deutschland Fried. Was noch von Waffen
bebte
War Böhäim das numehr in höchsten Nöthen lebte.
Dann als der Konigsmarck die zwantzig hundert Mann
Bey Augfpurg durch das Schwerd von hier hatt’ abgethan.
Gieng er zur Ober-Pfaltz nahm und bewällte Weyden
Vor welchem Amberg sich ein großes muste leyden
Dann es Trutz-Amberg hieß. Er gieng auch auf Waldeck
Das annoch Jungfer war und keinen Mann so keck
Für jhren Freyer hielt; Hier aber must’ es weichen
und sich mit Königsmarck nach seiner Lust vergleichen
Der Brautschatz war nicht schlecht. Hierauf erhob er sich
Nach Böhäim und gewann
Halb Prag und sonder Schlag. Gantz Prag schlieff ohne
Sorgen
War keines Feinds besorgt und eh der helle Morgen
Erschien war alles Feind. Da waren Schloß Ratschin
und kleine Seiten weg auch alles was darin
Gefangen und entblößt die alte Stadt beschossen
und bald von Wittenbergs Armee rund um beschlosselt
Daß es sehr große Noth in allen Häusern gab.
So schleunig setzt das Glück von vielen offtmals ab-
Man fleng ein zwantzig zehn gefürst- und große Leuthe
und kriegte mehr von Gold und theurer Waar zur Beuthe
Als es zu glauben ist. Ein hundert funfftzig Stück
und was noch anders mehr. Diß war ein solches Glück
Als es die Schwedische kaum hofften oder hatten.
Man fieng erschrecklich an die Alt-Stadt abzumatten
Schoß Bleu und Feuer ein das Blut und Feuer bracht’.
Es fiel auch nun Tetschin in Wittenbergers Macht
und Tabor das sehr fest und nicht zu zwingen scheinet.
Es wurd auch Buchheims Volck von dieser Macht um-
und er mit jhm besiegt. Es gieng hier anders nicht
Als hätte sich das Glück den Schwedischen verpflicht
In allem Treu zu seyn. Damit man nun den Sachen
Vor Prag und anderswo ein Ende mochte machen
Kam Carl Gustavus selbst ein Pfaltzgraf bey dem Reyhn
Dem endlich noch das Reich solt’ anvertrauet seyn
und brachte neben sich den Edlen von der Linden
Ein Geist der sich in Ruh und Streit beliebt läßt finden
und eine große Zahl von achtmal tausend Mann
Aus Schweden hergeführt vor Prag zum stürmen an.
Man fiel gewaltig an that sechszehntausend Schüsse
Aus Stücken auf die Stadt daß mancher Bau zerrisse.
Man stürmte sprängt’ und schoß daß es erschrecklich war.
Diß alles ungeacht that die beschränckte Schaar
In Prag kein anders nicht als starcke Gegenwehre
Wobey die Musen-Schaar das ich jhr hier zur Ehre
Gedenck’ ein großes that das Käyser Ferdinand
Als ein Genädigster in Gnaden hat erkannt.
Als es am ärgsten stundt erscholl die süße Mähre:
Wie daß der liebe Fried’ in Deutschland richtig wäre.
Was Art es Friede
Hier wird das größeste zum kürtzsten eingebracht.
Dem Käyser sahe man gantz Böhäim erblich werden
Dem Schweden aber blieb Vor-Pommern Brehm- und
Verden
Wie auch die Wißmar-Stadt und etwas mehr hierum.
Das edel Elsas blieb des Frantzmanns Eigenthum.
Dem Beyer-Fürsten blieb die Ober-Pfaltz zur Beuthe.
Und also stillten sich des Deutschlands Kriegs-Leuthe.
Hierauf so wurd auch Prag befreyet und erfreut
und lebten alle Heer in guter Einigkeit.
Ein Wunder! Wo der Krieg sich erstlich hat erreget
Da hat er dreyßig Jahr hernach sich auch geleget.
Und was ein Pfaltzgraf hat erregt wie schon gedacht
Das hat durch GOttes Hilff ein Pfaltzgraf still gemacht.
Dan Carl Gustavus sich von Prag nach Nürnberg machte
und was noch streitig war daselbst zu rechte brachte
Wiewol mit großer Müh. Ein anderthalbes Jahr
Verlieff eh unsrer Ruh gemeiner Freud-Tag
Damit war überall durch Deutschland Fried und Freude.
Daß derer keines sich von uns so balde scheide
Wündsch’ ich und jederman der deutschen Nahmen hat.
Erstick Achitophel mit deinem bösen Raht.