Des Himmels Seeligkeit stillt alles Hertzeleid

By Simon Dach

Written 1632-01-01 - 1632-01-01

War dieses nicht mein Hoffen

Vnd meines Glaubens Stütz,

So offt mich hätt betroffen

Die schwere Creutzes Hitz,

Das der Herr doch endlich würd

Mich von allem Bösen,

Von der Creutz vnd Sünden Bürd

Gnädiglich erlösen.

Vnd alsdenn würd Ich kommen

Gen Sion in die Stad,

Da alle Schar der Frommen

Die rechte Wohnung hat,

Da des Himmels FrewdenSchein

Vber Ihnen schwebet,

Seuftzen aber, Schmertz vnd Pein

Gantz ist überstrebet.

O süsses Himmel Leben!

O Frewd! O Herrlichheit,

Die Mir Mein Gott gegeben

Vor alles Creutz vnd Leid!

O wie wol ergetzest du

Meines Lebens Plagen!

O in was gewündschte Ruh

Wird verkehrt mein klagen.

Nur jauchtzen, Frewd vnd Wonne

Hat Mich ergriffen hie:

Gott selber ist die Sonne,

So mir scheint spat vnd früh:

Was auf Erden Euch betrübt,

Ist mir gantz verschwunden:

Was Trost vnd Erquickung gibt

Wird vmb Mich gefunden.

Laßt dieses in Euch stillen

Das schwäre Hertzen-leid,

In welchs vmb meinet willen,

Ihr jetzt gesetzet seid!

Denckt doch mir ist wol geschehn,

In der Frewd der Frommen:

Bald, bald solt Ihrs selber sehn

Vnd auch zu Mir kommen.

Laßt aber auch dieß Hoffen

Sein Ewres Glaubens Stütz,

Wenn Euch wo hat betroffen

Die schwäre Creutzes Hitz;

Das der Herr der Trewe Hirt,

Euch von allem Bösen

Endlich auch befreyen wird

Vnd zur Frewd erlösen.