[Des Winters Hauch]

By Franz Grillparzer

Written 1812-01-01 - 1812-01-01

Des Winters Hauch

entblättert den Strauch,

und wütende Sturmwinde heulen;

an des Hügels Hang,

wo die Lerche sonst sang,

erkrächzen nun Raben und Eulen.

Die Rose liegt

vom Frost geknickt,

und jubelnd hüllet der Winter

in raschem Flug

sein Leichentuch

um Floras blühende Kinder.

Die Schwalbe ruft

aus rauher Luft

ihr Lebewohl hernieder,

blickt noch einmal herab

auf das weite Grab

und flieht dann auf schnellem Gefieder,

und alles ist stumm

und tot ringsum,

kein Laut ertönt aus den Höhen,

nur am sumpfigen Teich,

im matten Gesträuch,

tanzt ein Chor von krächzenden Krähen.