Desgleichen uber den rühmlich und glücklich geendigten Feld-Zug am Rhein Sr. Chu...

By Christian Friedrich Hunold

Written 1697-01-01 - 1697-01-01

Du Welt-geprießnes Helden-Hauß

Der hoch-berühmt- und tapffern Welsen!

Dein Sonnen-Glantz löscht unsre Fackeln aus

Und deinen Strahl kan nichts vergrössern helffen.

Du alter Teutscher Fürsten-Pracht

wirst neu gemacht;

Dich tragen biß zum Sternen-Bühnen

Die itzt in dir Europens Heil bedienen.

Dich ehret unser Helicon

Und singt zu deinen Palmen Lieder.

Auf Lüneburgs gelehrt und tapffern Thron

Läßt Mars sich stets mit unserm Phœbus nieder.

Ein Fürst im Feld und Cabinet

hat den Magnet

Der wie der Ruhm der Welsen blühet

Des Reiches wohl und unsre Hertzen ziehet.

Willkommen denn geprießner Held

Dem itzt der Rhein viel Wünsche schicket:

Der sich zu ihm als Engel hat gestellt;

Auf den das Land als seinen Schutz Gott blicket.

Du hast den Feind zurück gesagt

der sich gewagt

Den Rhein mit Blute zu besprengen

Und da gedacht zu rauben und zu sengen.

Man sahe schon Georgens Muth

Aus deiner Jugend Augen brennen.

Und Crequi Flucht samt der Erschlagnen Blut

Gab wer du seyst vor Trier zu erkennen.

Dich trieb des Heinrichs Löwen Geist

der die zerreißt

Die von des Stampols großen Hunden

Nach diesen sich in Ungarn eingesunden.

Die Tugend schreibt in Diamant

Und muß ins Kleid der Ehren sticken

Wie viel dein Hauß schon Printzen angewandt

Durch deren Tod den Käyser zu beglücken.

Ihr Blut an Donau und am Rhein

kan Zeuge seyn;

Der Türcken Mond und Franckreichs Sonne

Sey bluth-roth Dein und Deiner Helden Wonne.

Die Ehre folgt der Tugend nach

Der Purpur deiner Chur muß gläntzen.

Dein Hauß trägt sich nach vielen Ungemach

Durch tapffern Ruhm biß an Arcturus Gräntzen.

Die Güte herrscht uns schützt dein Schwerd.

Dein muthig Pferd

Geht dich zur Ewigkeit zu tragen

Dort oben schon vor dem gestirnten Wagen.

Dein Fürsten-Geist ruht niemals nicht.

Als unser Pharus wilst du wachen.

Dein Regiment prangt durch der Klugheit Licht.

Zu unsrer Lust kanstu dir Sorgen machen.

Dein Land beherrscht die güldne Zeit

Und Trefflichkeit.

Dein Löwe kan den Rhein befreyen

Und kehrt sich nicht an Franckreichs Hahnen schreyen.

Drum auf ihr edlen Musen auf!

Den theuren Purpur Ihm zu küssen

Und nach dem klug geführten Wassen-Lauff

Den Scipio der Teutschen zu begrussen.

Laßt nicht den Römern nur allein

die Ehre seyn:

Den Weg mit Rosen zu bestreuen

Wenn im Triumpff sich ihre Helden freuen.

Ihr muntern Augen klärt euch aus

Der Welfen Chur-Fürst anzublicken.

Wie ungemein strahlt seine Tugend raus!

Der Himmel mag ihr die Belohnung schicken.

Schließt Elbe Saale Donau Rhein

dis Vivat ein:

George Ludewig soll leben

Und in dem Glück der grösten Fürsten schweben.