Deß Ehrwerbenden Teutschen jungen Adels.

By Martin Opitz

Wir kommen nicht hieher vns selbsten vil zurühmen

Oder durch frembde Sprach die Warheit zuverblümen

Als ob wir kemen jetzt auß einem end der Welt

Oder wider-belebt vom Elisischen Feld.

Nein. Teufel sind wir nicht noch Riesen noch Halb-Götter

Noch Helden noch Wildleut noch vnsers Lands verspötter

Das Teutsche Reich bekant ist vnser Vatterlandt

Teutsch sein wir von Geburt von Stammen hertz vnd hand.

Was dient es frembden Preiß vnd Namen zu entlehnen

Teutschland bedarff sich nit mit außländer beschönen

Wie dann die Welt wohl weiß daß es zu aller Zeit

Treffliche Leut genug hatte zum Fried vnd Streit.

Darumb ob wir wohl jung nit sonders vil erfahren

Begeren wir doch nit vnsere Fäust zusparen

Sondern erscheinen nur in vnser teutschen tracht

Mit Teutschredlichem Muth vmb vnfer erste macht

An disen Rittern hier (die so hoch Triumphieren)

Ihrer begird gemeß gewaffnet zu probieren

Verhoffend zweiffels frey daß diese erste Prob

Vollendendt jhren Ruhm anfangen soll das Lob

So man von nuhn an wird durch die straich vnserwören

Vnder dem Firmament täglich erschallen hören.