Die Abwechselung der Zeit.
Die Erde die zur Winters Zeit,
Mit Eis bedekt mit Schnee bestreut
Von rauher Kälte gantz erfroren,
Scheint gleichsam wieder neu gebohren;
So bald der Strahl vom Sonnenlicht,
Den Schnee zerlekt, das Eis durchbricht:
Und den erfrornen Schoos der Erden,
Läst wieder fruchtbahr, trächtig werden.
Mein GOtt! wie herrlig ist die Welt,
Da sich der Frühling eingestellt.
Der Landman fuhr vorher mit Schlitten,
Das Holtz in sein und andre Hütten
Zum Unterhalt des Element
Des Feurs, das wärmet kocht und brent:
Er briet damit auf seinen Heerte,
Was ihn der vorge Herbst bescherte.
Dies hat er meist als Winterkost,
Mit warmer Lust bey rauhen Frost
Verzehrt; von Wurtzeln, Kohl und Rüben,
Ist nunmehr wenig übrig blieben.
Gott! der dem Menschen Futter schafft,
Giebt wiederum den Lande Krafft
Damit der Saame den man streuet,
Jm Gärten Paradies gedeiet.
Ja! seiner Vorsicht Wundermacht,
Hat Blumen schon hervorgebracht
Ich sahe jüngst die Maienblume,
Und forschte zu des Höchsten Ruhme,
Warum so früh dies Blümelein,
Sich in dem Garten stellte ein?
Mir deucht es zeiget diese Blüte,
Wie zu uns spricht des Höchsten Güte:
Jhr Kinder! grabet, pflantzet, streut,
Die Erde ist zum Wuchs bereit,
Zur Probe sind der Blumen Früchte,
Schon da, vor euren Angesichte.