Die Allerbeste reise in einem seeligen tode, Fr. R. M. S. geb. C. D. V. A.
Wo ist ihr edler geist
Und himmel-volle seele
Aus ihrer leibes-höle,
So plötzlich bingereist?
Wie hat sie sich erhoben?
Jhr hingang ist zu loben.
Wer wird es nicht gestehn,
Herr Schamberg kan erweisen,
Daß seiner Liebsten reisen
Weit über seine gehn.
Ost-Indien ist ferne;
Noch weiter sind die sterne.
Was hat er nicht gesehn
Zu wasser und zu lande?
Was ist in seinem stande
Vor nutz darbey geschehn?
Es brauchen edle geister
Meist die natur zum meister.
Was aber vor gefahr
Ist auch dabey gewesen?
Es läst sich leichter lesen,
Als selber stellen dar;
Wo kranckheit, sturm und wellen
Zu barbarn sich gesellen.
O aber! wie so gut
Und gar von andrer weise
Ist seiner Liebsten reise,
Die sie in himmel thut!
Sie zieht zu ihrer sonne
Mit lauter freud und wonne.
Dort folget nun die that,
Da unter viel beschwerden,
Die hoffnung hier auf erden,
Jhr vorgebirge hat.
Kein sturm kan ihr mehr schaden,
Jhr schiff ist ausgeladen.
Was geht sie Zeylan an?
Hat Holland sein ergetzen
An Java reichen schätzen?
Damit ists nicht gethan.
Das paradieß vor allen,
Hat ihr allein gefallen.
Sie läst zwar auf der see
So mann als kinder schweben,
Und ihr betrübtes leben
Fühlt lauter ach und weh:
Und dennoch wird ihr segen
Auch diesen sturm bald legen.
Sie aber bleibt in ruh,
Und außer allem leide,
In steter lust und freude;
Wir wünschen glück darzu:
Und stehn am ufer stille,
Herr! bis geschieht dein wille.