Die Allerbeste reise in einem seeligen tode, Fr. R. M. S. geb. C. D. V. A.

By Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Wo ist ihr edler geist

Und himmel-volle seele

Aus ihrer leibes-höle,

So plötzlich bingereist?

Wie hat sie sich erhoben?

Jhr hingang ist zu loben.

Wer wird es nicht gestehn,

Herr Schamberg kan erweisen,

Daß seiner Liebsten reisen

Weit über seine gehn.

Ost-Indien ist ferne;

Noch weiter sind die sterne.

Was hat er nicht gesehn

Zu wasser und zu lande?

Was ist in seinem stande

Vor nutz darbey geschehn?

Es brauchen edle geister

Meist die natur zum meister.

Was aber vor gefahr

Ist auch dabey gewesen?

Es läst sich leichter lesen,

Als selber stellen dar;

Wo kranckheit, sturm und wellen

Zu barbarn sich gesellen.

O aber! wie so gut

Und gar von andrer weise

Ist seiner Liebsten reise,

Die sie in himmel thut!

Sie zieht zu ihrer sonne

Mit lauter freud und wonne.

Dort folget nun die that,

Da unter viel beschwerden,

Die hoffnung hier auf erden,

Jhr vorgebirge hat.

Kein sturm kan ihr mehr schaden,

Jhr schiff ist ausgeladen.

Was geht sie Zeylan an?

Hat Holland sein ergetzen

An Java reichen schätzen?

Damit ists nicht gethan.

Das paradieß vor allen,

Hat ihr allein gefallen.

Sie läst zwar auf der see

So mann als kinder schweben,

Und ihr betrübtes leben

Fühlt lauter ach und weh:

Und dennoch wird ihr segen

Auch diesen sturm bald legen.

Sie aber bleibt in ruh,

Und außer allem leide,

In steter lust und freude;

Wir wünschen glück darzu:

Und stehn am ufer stille,

Herr! bis geschieht dein wille.