Die Beförderung

By Gottlieb Konrad Pfeffel

Written 1783-01-01 - 1783-01-01

Des Leuen rauher Majestät

Ward von der weisen Facultät

Einst eine Kur von Eyern angerathen,

Des Tags ein Schock. Die Kur schlug treflich an.

Doch eh die Herren sichs versahn,

Gebrach es an Arzney. Dem siechen Potentaten

Gieng dieser Mangel nah. Als dieß der Fuchs erfuhr,

Erbot er sich mit einem hohen Schwur,

Ihn bis zum Ueberfluß mit Eyern zu versehen;

Und wie man leicht erachten kann,

Bedachte sich der Großsultan

Nicht einen Augenblick, den Vorschlag einzugehen.

Nun streifte Reinecke mit Paß durch Stadt und Land,

Und wo er eine Henne fand,

Verschlang er sie. Dem hohen Patienten

Bracht er den Eyerstock. „Vortreflich, lieber Sohn,

Rief der Monarch, was geb ich dir zum Lohn?

Wohlan! ich mache dich zum Kammerpräsidenten.“