Die beständige Creutz-Trägerin Bey Absterben Fr. R. C. K. g. R. den 3. Mertz 168...
Geh aus des Creutzes Last und aus der Trübsal Hitze
Nunmehr O Seelige in Edens Garten ein
Kein Wetter schreckt dich jetzt es dräuen keine Blitze
Und nach des Grabes Nacht folgt heller Sonnen-
Du hast mit Ruhm gekämpfft und mit Gedult getragen
Das Creutz-Fahn welches dir dein Heyland überreicht.
Die Welt ist triumphirt der Satan ligt geschlagen
Versichert daß kein Sieg der Helden deinem gleicht.
Es rühme Scythien die Mann-behertzten Frauen
So an die rechte Brust der Lantze Staal gesetzt
Du warst in größrem Muth und Löwen-Hertz zu schauen
Weñ du dein Glaubens Schwerd hast auf den Feind gewetzt.
So ist dein Kampff mehr schwer als einer je gewesen
Den uns das stoltze Rom in seinen Fechtern wieß
Es hat zwar Crocodil und Tiegerthier erlesen
Die es O Grausamkeit! auff nackte Menschen ließ!
Du aber hast gekämpfft gar mit der alten Schlangen
Die nach der Seelen stets mit offnem Rachen schnappt.
So hat den Python nicht Apollens Arm gefangen
Als du den schnöden Fürst der Finsternüß ertappt.
Erblaste
Den hochberühmten Kampf trugst du dein Creutz nur vor?
Hast du zu diesem dich im Creutz allein gewendet
Der an desselben Holtz sein Leben auch verlohr.
In solchem Zeichen hast du Ritterin gesieget.
Es schweige doch die Welt von ihrem Kämpffen still.
Dein gut Gewissen ists das dich allein vergnüget
Dein wahres Christenthum das kräfftigste Sigill.
Und wie ein Fechter sonst nicht wie die Andabaten
Vergeb’ne Streiche thut und mit den Lüfften spielt;
So liest du dir auch hier nicht andre Hülffe rathen
Du hast durch GOttes Geist geleitet scharff gezielt.
Lieffst mit genauem Fleiß in des Beruffes Schrancken
Und woltest Tag und Nacht in der Bereitschafft stehn.
Es mag sich noch Athen umb seine Läuffer zancken
Und wer am ersten soll gekrönt als Sieger gehn.
Dort ward ein schlechter Platz in kurtzer Zeit durchrennet
Und bloß ein Krantz ertheilt von Eich’ und Myhrrten Laub.
Wer deinen Siegs-Krantz sieht und deine Krone kennet
Der sagt das Perlen Glaß und Diamanten Staub.
Wie eyffrig hast du nicht bey deinem Fahn gehalten?
Es war ja Christi Creutz der Schwachheit Trost und Stab.
Der Ertz-Schrein der den Schatz des Himmels pflegt zu halten
Der Nachlaß aller Schuld der Gottsfurcht Opffer Gab.
Das hast du Seelige mit solchem Muth getragen
Daß seine Last dir leicht und sein Joch sanffte schien.
Dein Arbeit hat gewehrt biß zu den letzten Tagen
Da nun des Lebens Geist wolt aus dem Cörper ziehn.
Du hast zwar offt geseuffzt geächtzet und geruffen:
Ists möglich nimm die Last doch mein Erlöser weg!
Doch weil des Himmels Bahn gebaut von Creutzes Stuffen
So blieb Anfechtung nur ein Probstein zu dem Zweck.
Und wer mit murren trägt den wird die Bürde drücken.
Diß ist die gröste Kunst so bloß ein Christ beliebt
Daß er bey Leidens-Zeit sich nur in allen Stücken
Nach GOttes Willen hält und diesem sich ergiebt.
Die Hitze brennt nicht stets es muß der Abend kommen
Und unser Gnaden-Lohn ist überschwenglich groß!
So bald das kurtze Licht des Lebens ist verglommen
So bald macht uns der Tod von Sorg und Kummer loß.
Der hier mit Thränen säet der erndtet Freuden-Garben.
Gott holt uns aus der Tieff und mitten aus der Fluth;
Er läst uns offt in Noth verzappeln und offt darben
Damit er wieder wol uns tausendfältig thut.
Und dieser trocknet nun Verblichne deine Zähren
Der legt dich als ein Lamm in seine Gnaden-Schos.
Was können Sterbliche mehr wünschen und begehren
Als daß sich GOtt vermählt mit einem Erdenklos.
Triumph Creutz-Trägerin! Triumph die Sieges-Kronen
Sind unvergleichlich schön und auch unschätzbar werth!
Mit dem kan nicht die Gunst gekrönter Häupter lohnen
Was dir der grosse GOtt aus Gnaden jetzt beschehrt.
Du kommst auch früh zum Ziel im Frühling deiner Jahre
Und solt uns hier zum Ruhm die
Die Blume sey geschenckt zu letzt noch deiner Bahre
Es trifft Gestalt und Art und die Auslegung ein.
Es mag die Sonne kaum ihr güldnes Rad uns zeigen
Wenn früh die Morgenröth ihr Purpur-Zelt auffdeckt;
So wird aus Liebe sie sich zu der Sonnen neigen
Und trägt die Blätter stets nach ihrem Strahl gestreckt.
Sie lebet mit der Sonn und stirbt fast mit der Sonnen
Indem sie welckende die Krone ziehet ein;
Ingleichem Glaubens-Oel ist auch dein Hertz zerronnen
So offt es angeblickt des Heylands Liebes-Schein.
Wenn sein beflammter Strahl dich hat erwärmt von oben
In was vor Anmuth stand nicht deiner Blüthe Pracht.
Es wird der Freunde Mund dich unauffhörlich loben
Daß deine Frömmigkeit unsterblich dich gemacht.
Du kehrtest wie ein Blat nach GOtt nur deinen Willen
In diesem wachst du auff in diesem schlieffst du ein.
Und wie sein wahrer Mund pflegt alles zu erfüllen
So mustest du für ihm ein gut Geruch auch seyn.
Die
Und hebt nach kurtzer Frist ihr prächtig Haupt empor
Bey dir war auch Gedult im Creutz und Leyd zu finden
Die Liebe gegen GOtt gieng allen Sorgen vor.
Du warst in deinem Hauß auch eine
So ihren Ehschatz hat als ihre Sonn geehrt.
Bemühsam daß du stets durch deine treue Hände
Und kluge Häußlichkeit die Nahrung hast vermehrt.
Dem hast du
Auff deiner Kinder Drey aus Mutter Pflicht geneigt.
Es labt der Blumen Schaar nicht so der Sonne Kertze
Als deinen Blumen du gutthätig dich erzeigt.
Es sinckt der
Du auch
Wer kan der deinen Weh und Jammer recht erwägen
Dein Blut ist Mutter-loß dein Herr ohn Hertz und Sinn.
Doch wie du durch dein Creutz im Glauben hast gesieget
So soll auch diß der Trost der
Daß der so alle Welt für unser Heil vergnüget
Uns täglich zu dem Creutz als Träger ladet ein.