Die Betrachtung der Grösse GOttes und unsre Nichtigkeit.
Wenn ich Schöpfer deine Größe
Nur in dem Gedanken messe;
So erblindet der Verstand;
Ich kan keinen Maasstab finden,
Deine Tieffen zu ergründen,
Doch dadurch wird mir bekandt;
Daß du bist ein solcher Geist,
Der da unermeßlich heist.
Wenn ich deine Macht erwege
Und mir vor die Augen lege
Was durch deinen Wink entsteht,
Wie sich diese Welt-Maschine
Und die weite Sternen Bühne,
Blos durch deinen Willen dreht;
So fällt mir dadurch gleich ein:
Denk ich nach wie das entstanden,
Was im Weltraum ist vorhanden;
So begreif ich dieses nicht,
Dabei kan ich wieder merken,
Daß mir dieses könn bestärken,
Wie der Seelen schwaches Licht,
Der Verstand nicht sehen kan,
Was der Schöpfer hat gethan.
Ich verspüre in Gedanken,
Wie gar eng gesezt die Schranken
Die ich übersteigen kan;
So viel kan ich nur erkennen:
Du bist gros, ich nichts zu nennen,
Gib nur, daß ich denke dran,
Daß du bist ein solcher Geist,
Der uns unermeslich heist.
Gib daß ich mich stets bestrebe,
Wenn ich mich zu dir erhebe,
Nur auf mich herab zu sehn;
So werd ich gar bald ermessen,
Das kein Mensch des Schöpfers Grössen,
Die unendlich, könn verstehn.
So erkenn ich: GOtt allein,
Ist nur gros; wir alle klein.