Die bey ihren Jungen von einem Bären überfallene Löwin.
Hier bricht die mütterliche Lieb' in lichten Flammen aus!
Wir sehen
Die Löwin, ihre Zucht beschirmend, dem Bären nicht entge-
gen gehen,
Entgegen fahren, springen, fliegen, und, blind vor Zorn,
von Wut entbrannt,
Gefahr und Noht und Tod verachten, die seines Feinds
erhab'ner Stand
In vortheilhafter Stellung droht. Sie greift, da sie
nicht anders kann,
Um ihn zu sich herab zu ziehn, sogar des Bären Bratzen
an.
Sie scheut die scharfen Zähne nicht, sie fühlt für Wut
nicht Schmerz, nicht Bisse,
Ja sie empfünd’ es, glaub ich, kaum, wenn man sie von ein-
ander risse.
Des jungen Welpens reges Taumeln zeigt etwas, das
bereits vorbey,
Zeigt, daß die Zitz, an der er lag, ihm aus dem Maul
entrissen sey,
Durch den unüberlegten Sprung, der so gewaltig ihn ge-
drehet,
Daß ihr, wollt ihr den Augen trauen, ihn noch beständig
purzeln sehet.