Die ewige Ehe.

By Gottfried Arnold

Written 1690-01-01 - 1690-01-01

Wie angenehm ist doch

Ein freudiges Andencken

Wenn sich die unverrückte Lieb

Mit ihrem zärtlich sanfften reinen Trieb

Auff lauter Ewigkeit kan lencken

Daß sie nicht unterworffen bleibt der Zeiten Joch.

Gemeiner Ehe Band

Kan nicht viel Jahre stehen.

Sie ist auff sterblich Fleisch gegründt

Das wol ein Paar auff kurtze Zeit verbindt

Doch mit dem Tode muß zergehen.

Geschweige was sich sonst vor Trennung offen fandt.

Alein des Geistes Ehe

Ist glücklich zu benennen.

Sie geht weit über allen Tod

Wird immer fester in so mancher Noth

Kan ewig keine Scheidung kennen.

Sie weiß daß auch im Tod ihr erst recht wol geschehe.

Wie solt ich nun mein Glück

Nicht schätzen und erheben

Da meinem sonst entzognen Sinn

Ein süsses Band zieht immer nach sich hin

In Göttlich reiner Eh zu leben.

Diß macht mich gantz von andrer Lieb und Ehe ruhn.