Die Falschheit der Welt.
Daß in denen süssen Küssen,
Heimlich Gifft und Galle fliessen;
Ist die Mode böser Welt.
Man sucht nur durch freundlich stel-
Andre fälschlich zu beschnellen;
Und wenn man sie hat gefällt;
Durch ein solch verfürisch Gleissen,
Muß die That noch Klugheit heissen.
O! verdammte Brut der Höllen,
Kunst sich listig zu verstellen!
Nach dem du erfunden bist,
Ist die echte Treu verlohren,
Und das Unglükskind gebohren,
Der Betrug, die Argelist;
Nunmehr heist den Nächsten lieben,
Leider! nur ihn zu betrüben.
Menschen! wollen Schaffe heissen,
Und als Wölffe doch zerreissen,
Den der sich zu sehr vertraut;
O! betrügrisch falsche Wolle
Der Verdammten Heuchler-Rolle,
Da man solche Klauen schaut,
Die sich in dem Pelz verhüllen,
Damit sie den Rachen füllen.
Die wie Crocodille weinen,
Und wie die Sirenen scheinen,
Sind fast keine Menschen mehr;
Denn die süssen Augenblikke,
Die voll innrer Wuth und Tükke,
Stammen von dem Teufel her;
Man giebt ihnen ihren Nahmen,
Wenn sie heissen Schlangen-Saamen.