Die fremde Blume

By August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

Written 1836-01-01 - 1836-01-01

Fern aus der Heimath Land

Bin ich hieher verbannt –

Schmerzt mich so sehr.

Fremd ist mir Alles hier,

Alles so seltsam mir,

Traurig und leer.

Als ich daheim noch war,

Hatt' ich das ganze Jahr

Sommer zumal;

Kannte nicht kalte Zeit,

Stubenluft, Winterleid,

Sorgen und Qual.

Und in Verbannung noch

Grün' ich und blüh' ich doch

So wie vorher;

's Ist oft im Winter hier

Als ob es Frühling mir

Immer noch wär'.

Denk' ich, o Heimath, dein,

Kenn' ich nicht Gram und Pein,

Kenn' ich nicht Schmerz.

Träum' ich von dir die Nacht,

Ist mir als Blüth' erwacht

Morgens das Herz.