Die Furcht.
Die Furcht ist unser Plage-Geist,
Drum sie des Lebens Kobold heist,
Sie suchet uns mit eitlen Schatten,
In dieser Welt stets abzumatten.
Sie plagt von aussen unsre Sinnen,
Sie quält das Herze stets von innen.
Sie trüget uns mit leeren Schein,
Wo nichts ist, soll doch etwas seyn.
Sie zeigt uns durch der Augen-Fenster,
Offt viele schwarze Nachtgespenster,
Doch wenn man es beim Licht beschauet,
So schwindet das, wofür uns grauet.
Die Furcht betäubet das Gehör,
Es dünkt uns offt ein grosses Heer,
Sei hinter uns auf dunklen Wegen,
Wenn sich nur Laubesblätter regen.
Sie macht bei einer schwarzen Stille,
Ein klein Gethön zum gros Gebrülle.
Bei einem angestekten Licht,
Verschwindet gleich ein Schrekgesicht,
Die Poltergeister, die uns plagen,
Kan Sonn und Tag gar bald verjagen,
Mir deucht es wird die Furcht verrauchen,
Wenn wir das Licht der Warheit brauchen.