Die Gesellschafft der Pallas und Venus, als ein Wehrter Freund/ J.C.W. die Docto...

By Christian Friedrich Hunold

Written 1697-01-01 - 1697-01-01

Die Venus, die zu dir den ersten Grund gelegt

Und deinem Wesen sich nicht wenig eingeprägt

War dir von Jugend auf Geehrter Freund gewogen.

Vergönne daß mein Kiel der Venus hier gedacht

Sie hat dich erst belebt denn auch beliebt gemacht

Von edler Liebe wird die gantze Welt gezogen.

Die Pallas, deren Gunst kein sauer Topff erweckt

Die sich auf ein Gemüth das edel ist erstreckt

Die muntre Geister sucht und Feuer kan vertragen

Gewann dich gleichfals lieb und hob den blinden Wahn

Nach welchem Pallas nicht die Venus leiden kan

Und Lieb und Weißheit sich zusammen müßen schlagen.

In diesen Angeln ruht die klein und große Welt.

Drum hatte dir das Glück zwey Sterne zugesellt

Dadurch dein Lebenslauf beliebt und klug gewesen.

Mit deinen Jahren wuchs auch beyder Krafft in dir

In deiner Freundlichkeit that sich die Venus für.

Aus allen übrigen ließ Pallas Werck sich lesen.

Die Pallas die bißher auf diesem Saal-Athen

Hat über dich geherrscht dadurch wir lernen sehn

Und Augen so vor uns als in die Welt bekommen

Hat weil Gelehrsamkeit die einsten recht besteht

Mit Phœbo durch die Welt und dann zur Ruhe geht

Nach Holl- und Engeland den Lauf mit dir genommen.

Die Liebe bothe sich zu der Gefährtin an.

Die Weißheit welcher sie bißhero nichts gethan

Als was ihr mehren Glantz und Anmuth hat gegeben

Sprach: komme: nimt man mich nicht aller Orten ein

So ist der Wandersmann doch hold und freundlich seyn

Der in der ferne kan als wie zu Hause leben.

Du hast den Wander-Stab der Reisende ergetzt

An manche schöne Thür in Engeland gesetzt;

Die Höflichkeit macht auch gelehrte Zimmer offen.

Was Londen treffliches Oxfurt gelehrtes zeigt

Wornach der muntre Fleiß in Leiden Utrecht steigt

Vergnügt und zierte dich wie du es kontest hoffen.

Ob sich nun Engeland der Venus wehrte Bahn

Mit seiner Schönheit dir besonders aufgethan

Und der Gedancken Schiff die Temse noch durchfähret

Sey sag ich oder nicht. Diß aber bleibt dein Ruhm:

Du woltest niemahls nicht in Venus Heiligthum

Diß Pallas deinem Fleiß die Krone hier gewähret.

Heut ist dein Ehren-Tag: der andre wird bald seyn.

Die Pallas ist erfreut die Liebe denckt allein

Auf dem Catheder dich in kurtzen auch zu sehen.

Hoch-Edler wenn es kommt so wünsch ich tausend Glück.

In jenem Stande denck an diß Athen zurück:

Dein Wohlseyn müsse so als wie dein Ruhm bestehen.