Die glorwürdigste thaten des Durchl. Hauses Hohen-Zollern wider die Türcken an d...

By Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Großmächtigster Marcell du adler von den helden

Der sich durch tapfferkeit bis an die sonne schwingt

Die welt kan mehr von dir als Alexandern melden

Kein ore ist wo man nicht von deinen thaten fingt.

Die Barbern reden noch vom blitze der granaten

Den dein erlauchter glantz auff ihren kopf gestreut

Und deine Majestät verehren Potentaten

Vor deren waffen sich auch wohl ein Cäsar scheut

Die Tartarey hat schon vor zweymahl funffzehn jahren

Zu dir nach Königsberg gesandten abgeschickt

Jtzt kommen andre mehr auch von dem grossen Czaaren

Wer weiß wer künfftig noch nach deinem throne blickt?

Die Türcken fürchten sich vor dir als vor dem wetter

Weil dein geschütz so starck auf sie gedonnert hat

Sie sagen selbst du seyst der Christen ihr erretter

Vor deiner krieges-macht bestehe keine stadt:

So muß Durchlauchtigster dein starcker arm bezeigen

Daß Brandenburgisch blut voll lebens-geister steckt

Daß aus berühmtem stamm auch wieder helden steigen

Vor derer kühnen faust die barbarey erschreckt.

Gewiß von adlern wird auch adlers-art gebohren

Und wie die wurtzel ist so pflegt die frucht zu seyn

Der Ahnen ehr und ruhm die sind der tugend sporen

Jhr blut das flößt zugleich den andern feuer ein.

Darumb so wächst noch stets der Brandenburger hertze

Das durch entflammten trieb die schönsten palmen findt;

Es brennt in ihrer brust noch immerfort die kertze

Die in dem ersten stamm die tugend angezündt.

Das hauß von Zollern hat den festen grund geleget

Darauf die tapferkeit ihr lust-hauß aufgebaut

Man hat den edlen zweig der so viel früchte träget

Schon vor sehr langer zeit in schönster pracht geschaut.

Der tapffre Rudolph war schon vor achthundert jahren

Des Käysers Heinrichs arm als er die Hunnen schlug

Und diese helden-art ist nachmals fortgefahren

Sie machte sich berühmt durch manchen krieges-zug.

Wer hat der Christenheit den untergang geschworen

Auff den nicht dis geschlecht den blancken stahl gewetzt?

Es zitterten vor ihm schon dazumahl die Mohren

Und seine klinge ward mit Scythen-blut benetzt.

Als Mahumedis brut zu leben angefangen

Und das gelobte land in wüsteney verkehrt

Ist Burggraff Conrad selbst dem feind entgegen gangen

Ist nun nicht diese that der schönsten cronen werth?

Von dem Johann kan noch die schnelle Donau sagen

Was seine treue hand an Sigismund gethan;

Denn als der Bajazeth den Käyser gantz geschlagen

Errettet jener ihn durch einen kleinen kahn.

Durch Friedrich der zu erst den Chur-hut überkommen

Wuchs auff den Böhmschen krieg der göldne friedensstab

Der Türcke hat durch ihn gantz glücklich abgenommen

Weil seine hand dem reich viel tausend gülden gab.

Der andre Friedrich war dem Tamerlan ein schrecken

Daß deßfals Pohlen ihn zur crone ruffen ließ

Albertus halff das feld mit Türcken-blut bedecken

Weßwegen man ihn denn Achill der Teutschen hieß.

Nachdem nun auch Johann sonst Cicero genennet

Durch seinen mund den streit umb Schlesien geschlicht

So hat der Käyser gleich wie alle welt bekennet

Von dar den krieges-zug auff Moldau zugericht.

Der erste Joachim hat auch mit holden worten

Das Römsche reich so sehr auff drachenblut erhitzt

Daß vieler Fürsten macht an unterschiednen orten

Auff den geschwornen feind der Christen loßgeblitzt.

Vom andern Joachim weiß Oestreich zu erzehlen

Daß Solymann von ihm sehr hart geschlagen sey

Und weil die Teutschen ihn zum general erwählen

So legt man ihm mit recht den nahmen Hector bey.

Johann Georgens ruhm steht noch in frischer blüthe

So lange danckbarkeit den helden cronen macht

Europa rühmet noch sein feuriges gemüthe

Das mit dem höchsten fleiß der Christen beyl bewacht.

Von diesem grossen baum sind nun die cedern kommen

Die mit der hoheit itzt biß an den himmel gehn

Jhr theures wachsthum hat so reichlich zugenommen

Daß auch die äste schon voll güldner früchte stehn.

Jhr werther schatten bringt dem vaterlande seegen

Den Teutschen tausend glück den Christen sicherheit.

Wer fürcht sich unter ihm vor hagel brand und regen

Den Oßmanns höllen-geist auff GOttes kinder streut?

Weiß Maximilian der andre nicht zu zeugen

Daß Jochim Friederich ein blitz den Türcken sey?

Die welt wird nimmermehr von seinem lobe schweigen

Den grundstein seines ruhms bricht keine zeit entzwey.

Johannes Sigismund von welchem man erzehlet

Daß er mit einem stern zugleich aufgangen sey

Hat seiner tochter hertz mit Bethlehem vermählet

Drumb fürchte sich vor ihm die gantze Barbarey.

George Wilhelm gab dem reiche neues leben

Weil er den alten brand der zwietracht ausgethan

Drum kunt es seinen arm um desto mehr erheben

Und griff mit munterm geist die Janitscharen an.

Nun du Durchlauchtigster hast auch durch tapffre waffen

Dem Achmet offtermahls den stoltzen halß gedrückt

Du machst durch deine krafft demselben viel zu schaffen

So offt du frisches volck dem Käyser zugeschickt.

Die grosse Pforte muß vor deiner macht erschüttern

Wann dein geschütze brennt zerschmeltzt der Türcken hertz

Vor deiner schaaren macht sieht man die feinde zittern

Wann du die glieder schlägst so fühlt ihr haupt den schmertz.

Ward Neutra nicht durch dich vom Türckschen joch befreyet

Des feindes untergang war dein erwünschtes spiel

Leventz stand um und um mit leichen überstreuet

Weil der Barbaren macht durch deine waffen fiel.

Weil du dein tapffres volck zu unterschiednen mahlen

Auff Achmets stoltzen hals den Pohlen zugeschickt

So wollen sie dafür dir grünen lorbeer zahlen

Der mit dem gipffel schon bis an den mond gerückt.

Kaum hastu neulichst dich in Ungarn sehen lassen

So fielen bald darauff die stärcksten mauren ein

Vor deiner klarheit muß der halbe mond verblassen:

Denn wo die sonne strahlt da darff kein mond nicht seyn.

Jtzt ist Jerusalem was Babylon gewesen

Weil deines eyffers glut vor Ofen feurig war.

Kein mensch darff nun daselbst den Alcoran noch lesen

Und niemand opffert mehr auff Belials altar.

So weiß der grosse GOtt die seinigen zu schützen

Wann er den wilden feind durch tapffre Fürsten schlägt:

Wil sie ein scorpion mit seinem gifft besprützen

So wird der bestie gar bald ihr haupt erlegt.

Gewiß der himmel hat die hand mit in dem spiele

Und stellte sich der feind gleich wie ein crocodill

Gott macht den blitz zum pfeil und seinen kopf zum ziele

Es steht auf sein gebot auch gar die sonne still.

Die helden aber sind hierbey des Höchsten hände

Durch die er seine stadt die Sionsburg beschirmt

Wann er ihr hertze rührt so laufft der krieg zum ende

Der friede blühet schon auch wann der feind noch stürmt.

Drumb müssen wir ihr haupt mit siegeszeichen krönen

Wir ätzen ihren ruhm in diamanten ein

Apollo der befiehlt auch seinen liebsten söhnen

Daß sie mit zung und schrifft stets sollen fertig seyn.

So nimm nun theurer held du wunder unsrer zeiten

Auch deines knechtes schrift von ihm genädig an

Wir wollen uns dabey zu einem wunsch bereiten

Und zweiffeln nicht du bleibst den Musen zugethan.

Gott aller Herren HErr laß deine waffen siegen

Es müsse stets dein volck als feste thürme stehn

So wird noch Mahumed zu deinen füssen liegen

Und wer die christen drückt vor dir zu grunde gehn.